Mehr PS auf die Straße bringen
Nach dem keineswegs eingeplanten Drittliga-Abstieg geht die HG mit einem jungen Team ins Rennen der Regionalliga Baden-Württemberg
Mehr PS auf die Straße bringen
Nach dem keineswegs eingeplanten Drittliga-Abstieg geht die HG mit einem jungen Team ins Rennen der Regionalliga Baden-Württemberg
Abgesehen von wenigen externen Ergänzungen rekrutiert sich die Truppe weitgehend aus dem eigenen Unterbau. Zwölf der neunzehn Spieler im Kader entstammen direkt der HG-Jugend oder haben zumindest einen Teil ihrer Karriere in den Nachwuchsmannschaften der HG verbracht.
Mit Henri Hell (Mitte), David Huljak (Mitte), seinem Bruder Valentin (Kreis), Julius Angel (zuletzt Friedrichsfeld), Lukas Hepp (beide Rechtsaußen) und Philipp Walter (Linksaußen) gehören nun sechs Akteure aus A-Jugend und Perspektivteam, mit Ausnahme von Valentin Huljak alle Jahrgang 2006, zum Kader.
Dieses Geburtsjahr hat auch der neue Torhüter Robin Zupp, der auf Frederik Fauerbach folgt und zusammen mit Luca Berghoffer das Torwartgespann bildet. Freddy wechselt zum Nachbar Plankstadt, von wo Fabian Engels zur HG kommt. Der ursprüngliche Hardheimer hat häufig der HG II von Halblinks das Leben schwer gemacht. Die Linkshänderfraktion im rechten Rückraum bildet neben Benedikt Meiser nun auch Niklas Klein. Er kommt von der TSG Haßloch. Dort, auf der rechten Seite, stehen für die Außenposition hinter Kevin Suschlik auch Lukas Hepp und Julius Angel in den Startlöchern.
Die gegenüberliegende Seite ist weiterhin die Domäne von Max Barthelmeß. Druck von „unten“ dürften ihm Philipp Walter und weiterhin Mungkorn Nauß machen. Stammplatzgarantien gibt es im „System Lahme“ kaum. Daneben sollen Edward Hammarberg und David Huljak für Druck aus dem linken Rückraum sorgen. Gesteuert wird das Spielgeschehen von Sinan Antritter, Henri Hell und Yannick Muth, die aber auch variabel andernorts einsetzbar sind. Sie bedienen auch gerne ihre Kreisläufer Marc Kern, Lukas Auth und Valentin Huljak, die auch ein stabiles Innengerüst in der Deckung stellen sollen.
Nach der leider sehr verletzungsträchtigen Saison mit insgesamt 32 eingesetzten Akteuren hat das neue Trainerteam mit dem bisherigen Headcoach Christoph Lahme in der Vorbereitung viel Wert auf Prävention und Verletzungsprophylaxe gelegt. Regelmäßig wird jetzt mithilfe digitaler Technik der Fitness-Zustand der Jungs festgehalten und das Training entsprechend dosiert.
Lahme wird unterstützt vom neuen Co- und Athletik-Trainer Nils Trautner und Towarttrainer Sebastian Kaiser, der zur HG zurückkehrt. Unterstützt werden sie auch von Leichtathletik-As Anne Braun.
Natürlich liegt bei aller verbesserten Vorbereitung die Wahrheit auf dem Platz. So hat sich Lahme mit seinem Team vorgenommen, „mehr PS auf die Straße“ zu bringen, also das Tempospiel zu forcieren und dabei gleichzeitig das Rückzugsverhalten zu verbessern. Zudem will die Mannschaft die Zahl der Gegentreffer (in der vergangenen Saison mehr als 1000) deutlich reduzieren.
Die Regionalliga-Staffel im Überblick
Die HG trifft in dieser Saison auf einige bekannte und einige neue Gegner. Zu den alten Bekannten gehört der TSV Heiningen. Dieser tritt nun mit fünf A-Jugendlichen von FA Göppingen an, die dort in die Aktivenwelt eintauchen und reinwachsen sollen. Insgesamt umfasst der Kader 18 Mann mit knapp 22 Jahren als Durchschnitt. Das Trainergespann bilden Hagen Gunzenhauser und Mike Wolz. Dem letztjährigen Dritten fehlte nur ein Punkt zum Aufstieg. Dieser war bis zum Schluss hart umkämpft zwischen fünf, sechs Teams, bis sich am Ende TSB Schwäbisch Gmünd und HSG Albstadt durchgesetzt hatten.
Absolut nicht unbekannt ist auch der TV Sandweier aus einem Baden-Badener Vorort, der auch so seine Zwischenspiele in der Drittklassigkeit hatte. Ebenso wie die südbadische SG Köndringen/Teningen, die die HG auf ihrem Abstiegsweg begleitet. Sie bekräftigten inzwischen allesamt ihre Ansprüche, auch weiterhin um die vordersten Plätze mitspielen zu wollen.
TSV Weinsberg, TuS Steißlingen und die HSG Willstätt/Hanauerland, 2025 als Fusions-Projekt etabliert, schenkten sich letzte Runde nichts, kamen punktgleich ins Ziel und dürften Gelüste auf mehr verspüren. Letztere versuchen mit diversen Anläufen immer wieder, an vergangene Zeiten des TV Willstätt in höheren Etagen anzuknüpfen. Mit Weinsberg, Heimatverein des in Schwetzingen tätigen Lehrers Ben Matschke, kreuzte die HG von 2011 bis 2013 nur kurz die Klingen. Dann trennten sich die Wege wieder. Steißlingen ist indes ein Verein im Aufwind und dies auf breiter Front auch bei Frauen und im Jugendbereich. Mit Platz sechs war beim letztjährigen Aufsteiger kaum gerechnet worden. Anteil daran hatte Samuel Wendel, ein österreichischer Nationalspieler.
Ein Gebilde mit viel Auftrieb ist auch die HSG Ostfildern (TB Ruit & TSV Scharnhausen). Neben den beachtlichen Erfolgen im Nachwuchs-Handball (JANO gemeinsam mit Drittligist TSV Neuhausen/Filder) sprang nach etlichen direkt aufeinanderfolgenden Aufstiegen für das Männerteam zuletzt der souveräne Klassenerhalt in der Regionalliga heraus.
Der einzige lokal verbliebene Konkurrent SG Heddesheim hatte da ein wenig mehr zu kämpfen. Diesem Derby dürfte aber einige Spannung innewohnen. Zahlreiche Akteure der SGH trugen schon das HG-Trikot oder sind als langjährige Gegner der zweiten HG-Mannschaft bekannt. Und auch HG-Cheftrainer Christoph Lahme verbrachte eine kurze Lehrzeit in Heddesheim.
Die SG Weinstadt, ein Mehrspartenverein aus der Rems-Murr-Region, stellt für die Kurpfälzer ein weitgehend unbeschriebenes Blatt dar, hat sich aber in den letzten Jahren in den Vordergrund gespielt. Auch der HC Neuenbürg hat sich mittlerweile auf dieser Spielebene etabliert, blieb aber in der letzten Saison vielleicht doch ein wenig hinter den eigenen Erwartungen zurück. 2024 waren die Randschwarzwälder noch ein ernsthafter Konkurrent im Aufstiegsrennen zur 3. Liga, den die HG erst einmal distanzieren musste, letztendlich um gerade zwei Punkte.
Der VfL Waiblingen, früher auch schon in gehobeneren Sphären unterwegs gewesen, 2014 aber in Turbulenzen geraten, kämpfte sich in der Männersparte wieder zurück, war 2023/24 sogar drittklassig. Aushängeschild derzeit ist aber das Frauenteam. Beide haben ein Problem, welches auch in Plankstadt in ähnlicher Weise bekannt ist. Zu lange Torschrauben durchbohrten die Fußbodenheizung. Demnächst muss das ganze Geläuf ausgetauscht werden, die angestammte Rundsporthalle steht vorläufig nicht zur Verfügung.
Ebenso wieder erstarkt ist der TV Neuhausen/Erms aus Metzingen, der vor einigen Jahren seine hochfliegenden Bundesligaträume krachend gescheitert sah. Mittlerweile, nun ohne die Jugendspielgemeinschaft JSG Echaz/Erms mit dem VfL Pfullingen, zeichnet sich wieder ein Aufwärtstrend ab.
Interessant dürfte auch der Blick auf die drei Aufsteiger sein, die nicht mehr den regionalen (badischer, südbadischer, württembergischer) Meistern entsprechen. Im neuen bw-weiten Oberligaformat hatten am Ende mit Unterensingen, Schmiden sowie Meißenheim (torgleich 65:65 mit TSV Wolfschlugen in der Relegation) und somit kein nordbadischer Vertreter die Nase vorne. Deren Status als Neulinge sollte sie nicht gleich als Abstiegskandidaten abstempeln.
Der SKV Unterensingen aus der Region Esslingen/Nürtingen hat direkt im ersten Jahr seiner Rückkehr aus der Verbandsliga den großen Wurf gelandet. Der Aufstieg in die Regionalliga war dabei durchaus nicht vorab auf der Saisonagenda gestanden.
Der TSV Schmiden aus Fellbach war früher schon oft, besonders im Jugendbereich und zuletzt auch bei den Frauen, Kontrahent der Kurpfälzer. Das derzeit bekannteste Mitglied dieses Vereins dürfte indes Darja Varfolomeev sein, die Olympiasiegerin in der Rhythmischen Sportgymnastik von Paris sowie mehrfache Welt- und Europameisterin. Von deren Behandlung mit dem Sportgerät Ball und ihren Fangkünsten überhaupt, würden sich viele Handballer sicher gerne eine Scheibe abschneiden. Die TSV-Männer jedenfalls setzten sich auf für sie teilweise unbekanntem Terrain nach der baden-württembergischen Fusion als Staffelsieger durch. Richtig offiziell angepeilt war dieser Coup jedoch auch nicht.
Mit dem HTV Meißenheim kehrt eine Mannschaft nach 50-jähriger Abstinenz auf eine höhere Ebene zurück. Von 1976 bis 1979 waren die Ortenauer als TV Meißenheim (wurde 1995 aufgelöst und in HTV überführt) in der Regionalliga Süd als Gegner des TSV Oftersheim angesiedelt. Dies war zu jener Zeit allerdings noch die zweithöchste Spielklasse in Deutschland.
Aufgebot Saison 2026/27
| Nr. | Vorname | Nachname | Geburtsdatum | Position | Größe [cm] | Gewicht [kg] | Bei HG seit |
| 2 | Max | Barthelmeß | 28.11.1999 | LA | 180 | 80 | Eig. Jugend |
| 4 | David | Huljak | 27.04.2006 | RM | 178 | 86 | Eig. Jugend |
| 5 | Sinan | Antritter | 15.04.2004 | RM | 173 | 74 | Eig. Jugend |
| 7 | Lukas | Hepp | 12.02.2006 | RA | 183 | 90 | Eig. Jugend |
| 8 | Marc | Kern | 04.01.2003 | KM | 194 | 110 | Eig. Jugend |
| 9 | Benedikt | Meiser | 20.10.2000 | RR | 196 | 98 | 2025 |
| 10 | Valentin | Huljak | 18.08.2007 | KM | 191 | 105 | Eig. Jugend |
| 11 | Lukas | Auth | 02.04.2005 | KM | 190 | 98 | Eig. Jugend |
| 12 | Robin | Zupp | 06.02.2006 | TW | 186 | 101 | 2026 |
| 13 | Kevin | Suschlik | 29.06.1999 | RA | 192 | 92 | 2017 |
| 15 | Fabian | Engels | 08.03.1999 | RL | 190 | 86 | 2026 |
| 17 | Mungkorn | Nauß | 05.09.2005 | LA | 173 | 70 | Eig. Jugend |
| 24 | Niklas | Klein | 18.11.1999 | RR | 189 | 95 | 2026 |
| 27 | Edward | Hammarberg | 20.01.2002 | RL/RM | 194 | 93 | 2022 |
| 33 | Yannick | Muth | 15.09.1998 | RM/RL | 182 | 83 | 2025 |
| 34 | Philipp | Walter | 07.06.2006 | LA | 185 | 78 | Eig. Jugend |
| 48 | Henri | Hell | 08.12.2006 | RM | 182 | 85 | Eig. Jugend |
| 65 | Julius | Angel | 30.09.2006 | RA | 183 | 78 | 2026/Eig. Jugend |
| 74 | Luca | Berghoffer | 25.02.2004 | TW | 188 | 87 | 2024/Eig. Jugend |





























