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Sauer: Mit Schwung und Euphorie zum Klassenerhalt

Jetzt geht es wieder los – Auftakt am Sonntag gegen Kornwestheim

„Nur endlich wieder eine halbwegs normale Saison spielen.“ Dieser Grundtenor ist bei vielen Sportlern zu hören. Und so auch vom obersten badischen Handballer, BHV-Präsident Peter Knapp, der in Personalunion auch Vorsitzender der HG Oftersheim/Schwetzingen ist, bis runter zu den jüngsten Runden-Spielern in der E-Jugend. Den Auftakt dazu bestreitet nun am Sonntag um 17 Uhr in der Schwetzinger Nordstadthalle das HG-Drittliga-Team gegen den SV Kornwestheim. 

In der letzten Spielzeit hat diese Drittliga-Mannschaft von Oftersheim/Schwetzingen schon für einige Gefühlswallungen mit Ausschlägen in allen Richtungen gesorgt. Da war die Vorrunde mit nur wenigen, aber dafür um so spektakuläreren positiven Ausreißern und dann folgten die Abstiegsduelle, die so souverän gemeistert wurden, dass sogar trotz der negativen Vorbelastung von minus vier Punkten der Klassenerhalt niederlagenfrei mit der Tabellenführung eingefahren wurde.

Nun ist es also gerade mal etwas mehr als drei Monate her, als sich die Jungs der HG Oftersheim/Schwetzingen von ihren in Rot gekleideten Fans in der vollbesetzten Nordstadthalle feiern ließen. Riesengroß war der Jubel, als feststand, dass die HG nach einer grandiosen und eben ohne Niederlage absolvierten „Klassenverbleibsrunde“ weiterhin in der 3. Liga spielen würde. Groß war auch das Banner, mit dem sich die Jungs und ihr Trainerteam um den damals scheidenden Axel Buschsieper nach dem Heimsieg gegen Blaustein bei ihren Anhängern für die famose Unterstützung bedankten.

Die allermeisten der HG-Akteure sind weiterhin dabei und haben die aufreibenden, aber letztlich erfolgreichen Wochen noch gut in Erinnerung. Mannschaftskapitän Lukas Sauer gibt vor: „Wir wollen den Schwung und die Euphorie, die wir uns letzte Saison erarbeitet haben, mitnehmen und genau da weitermachen, wo wir im Mai aufgehört haben.“

Eine Wiederholung der Turbulenzen wünscht sich natürlich keiner, ausgeschlossen ist sie jedoch niemals. Aber sie sollte eigentlich nicht im Fokus stehen. Die Mannschaft hat keinen allzu großen Umbruch erfahren was die Abgänger angeht (Philipp Bernhardt, Karriereende; Nils Nasgowitz, Auslandsaufenthalt; Tim Schaller, Eulen Ludwigshafen-Friesenheim; Bastian Schleidweiler, VTV Mundenheim). Sie kann weiterhin auf den Großteil ihrer arrivierten Kräfte setzen, auch wenn einige von denen nach wie vor relativ jung sind, gleichzeitig aber als drittliga-erfahren gelten. Hinzu kommen aber gleich sieben neue Akteure, womit der Kader, jetzt 20 Köpfe umfassend, von der sportlichen Führung (Martin Schmitt und Simon Förch) deutlich breiter aufgestellt wurde.

Auch wurde die Trainerstelle mit Thorsten Schmid prominent neu besetzt. Der Hesse hat akribisch einen Vorbereitungsplan ausgetüfelt und umgesetzt – sowohl im athletischen wie im spielerischen Bereich. Mit dessen Umsetzung war er reichlich zufrieden. Denn die Jungs zogen mit, auch wenn der eine oder andere bei der einen oder anderen schweißtreibenden Einheit schon mal murrte. Die spielerischen Auftritte zum Beispiel beim Turnier in Heddesheim, vor eigenem Publikum beim Patrick-Lengler-Cup oder gegen in Testpartien gegen Großsachsen, Vallendar und Sandweier bestätigten ihn weitgehend in seiner Vorgehensweise.

Schmid sieht dabei jede Position in seiner Aufstellung mindestens doppelt besetzt. So kamen neben Rückkehrern (die ehemaligen HG-Jugendspieler Dymal Kernyja, HSG Friesenheim/Hochdorf II, und Alexander Leibnitz, SG Leutershausen) etliche Nachrücker aus dem letztjährigen A-Jugend-Bundesliga-Team hinzu (Till  Nasgowitz,   Felix  Rothardt und  Moritz   Schulz), die sich zumindest, was den neuen Co-Trainer in dieser Mannschaft angeht, nicht so groß umstellen müssen. Denn mit A1-Coach Christoph Lahme ist die Schnittstelle zum Nachwuchs-Unterbau bestens besetzt. Ebenso hat er einen direkt Draht zum Team der „Ib“, der „Perspektiv-Mannschaft“. Dies ist auch wichtig für Schmid, der sich als Cheftrainer der gesamten HG versteht. Extern fanden Tim Kusch vom Ligarivalen SG Pforzheim/Eutingen und der Finne Edward Hammarberg  von der SG Flensburg-Handewitt II den Weg zur HG und in die Kurpfalz.

Sauer auch als Spielmacher führt also eine junge, aber talentierte Truppe an, die bewiesen hat, dass sie in brenzligen Situationen kühlen Kopf bewahren und mutig und selbstbewusst auftreten kann. Auf diese Tugenden setzt auch der Schmid, der genau weiß, wie man die Fans begeistern und auf die keineswegs einfache Reise zum erneuten Klassenerhalt mitnehmen kann. „Wir haben gerade auf den Außenpositionen viele schnelle Spieler. Unser Ziel ist es deshalb, aus einer variablen und kompakten Abwehr mit viel Tempo anzugreifen und einen Großteil unserer Tore übers Tempospiel in der ersten und zweiten Welle, aber auch mal über die schnelle Mitte, zu erzielen.“

Diese Strategie ist freilich auch der Tatsache geschuldet, dass er nicht gerade im Überfluss über Spieler verfügt, die Tore auch aus zehn, zwölf Metern erzielen können. Schmid: „Wir werden uns die Chancen im Positionsspiel vornehmlich im Kollektiv und über Kooperation erarbeiten müssen, damit wir zu Treffern aus der Halbdistanz kommen können.“ Folgerichtig hat Schmid in der Vorbereitung großen Wert sowohl auf die Stabilisierung der Deckung wie auf einige neue Varianten im Angriff gelegt. Der A-Lizenz-Inhaber hat mit seinem Team zusätzlich zur gewohnten 6:0-Deckung eine offensivere 3:2:1-Abwehrvariante einstudiert. Und auch im Angriff hat der erfahrene und akribisch arbeitende Trainer manch eingefahrenen Ablauf hinterfragt und seinen Jungs neue und zusätzliche Handlungsalternativen aufgezeigt. Aber er betont: „Ich bin nicht hierhergekommen und habe alles über den Haufen geworfen. Vieles läuft richtig gut, sonst wären die Jungs ja Ende der letzten Saison nicht so erfolgreich gewesen.“

Wie die Saison angegangen, fortgeführt und abgeschlossen werden soll, darüber herrscht im gesamten Team doch eine gewisse Einigkeit. Trocken und nüchtern „Klassenerhalt“ oder ähnlich Konservatives, fordern vor allem jene, die die Anspannung, den Druck der vergangenen Klassenverbleibsrunde selbst am eigenen Laib verspürt haben oder auf gewisse andere Erfahrungswerte zurückgreifen können. Nur wenig unterscheiden sich davon die Ansichten der aufstrebenden jungen Akteure, die sich auch gerne weiterentwickeln wollen.

Genau hier liegt dann auch der Ansatz von Schmid, der gerne jeden individuell aber auch das Team als Gesamtheit voranbringen möchte. So soll etwas für die Zukunft entstehen und weiterentwickelt werden, was hier zwischen Karl-Frei- und Nordstadthalle schon lange am gedeihen ist.

So gehen Schmid und sein Team mit viel Elan und Selbstbewusstsein in die neue Saison – aber auch mit Respekt vor einer „sehr starken Staffel mit sehr vielen spielstarken Mannschaften“, wie Schmid feststellt. Und Lukas Sauer ergänzt: „Fünf, sechs Teams können oder wollen aufsteigen. Da wird es für die anderen eng, den rettenden zehnten Platz zu erreichen.“ Doch Bangemachen gilt nicht. Sauer und Schmid sind überzeugt, dass sie mit Unterstützung der Fans vom ersten Spiel an die notwendigen Zähler erkämpfen und erspielen können. Und dazu gehört für Sauer gleich der Saisonauftakt gegen Kornwestheim: „Das ist natürlich gleich ein richtiges Brett. Aber wenn Du in der Liga bleiben willst, musst Du auch solche Heimspiele gewinnen.“ mj

Bild: Lutz Rüffer

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21. Mai 2026

Heißes Pflaster Coburg?

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Heißes Pflaster Coburg?

JBLH-A: HG kämpft am Wochenende mit vier Gegnern um drei Plätze. Coach Justin Hahne im Interview.

Die wochen-, ja sogar monatelange Vorbereitungszeit auf das finale und für die A-Jugend der HG Oftersheim/Schwetzingen einzige Qualifikationsturnier zur 2. Bundesliga ihrer Altersklasse (JBLH) steht nun unmittelbar bevor. Am Wochenende geht es ins nördliche Frankenland. Dort richtet in Coburg der ansässige HSC den zweitägigen Wettkampf für den Südbereich aus.

Die Kurpfälzer treffen dabei auf die ebenfalls runderneuerten Mannschaften ihrer Staffel der letzten Saison, die hinter ihr lagen: die SG BBM Bietigheim, eben der HSC Coburg und die HSG Hanau. Alle waren für diese Ausscheidung gesetzt, mussten nicht an landesverbandsinternen Vorausscheidungen teilnehmen. Aus einem dieser Regionalbereiche hat sich der TV Großwallstadt noch durchgesetzt. Die Unterfranken werden am Samstag dann der Auftaktgegner von Oftersheim/Schwetzingen sein. Gespielt wird im Modus Jeder-gegen-Jeden über zweimal 20 Minuten bei je zwei Partien pro Tag.

Im Nordduell (in Minden) sind Düsseldorf/Ratingen, Ausrichter GW Dankersen und MTV Lübeck als letztjährige Zweitligisten am Start (während Hamburg-Nord verzichtet). Von der Landesebene haben JSG Köln, JSG LiT (Nettelstedt) und Owschlag/Kropp/Tetenhusen den Sprung ins Turnier geschafft. In der nördlichen Sechser-Gruppe werden vier Plätze ausgespielt, den fünf Mannschaften im Süden stehen indes drei zur Verfügung.

Durch die streng räumlich vorgenommene Zuordnung auf die beiden Austragungsorte – wobei die spielleitende Stelle von einer „Auslosung“ schrieb, die diese Gruppeneinteilung ergeben hätte – hat sich ein gewisses Ungleichgewicht eingestellt. Somit steht fest, dass es im Norden in jedem Fall mindestens einen neuen Zweitligisten geben wird. Im Umkehrschluss bedeutet dies jedoch auch, dass im Süden ein vormaliger Bundesligist rausfliegen wird. Eine weitere Chance wird es dieses Jahr für keinen mehr geben.

Trainer Justin Hahne beantwortete vor der Abfahrt nach Coburg noch ein paar Fragen.

Lief die Vorbereitung zufriedenstellend ab?

Justin Hahne: Im Großteil bin ich zufrieden. Meiner Meinung nach fehlen uns die Spiele auf Wettbewerbsniveau, aber die Trainingseinheiten waren soweit gut, ich bin mit den Trainingsspielen zufrieden und wir freuen uns, dass es jetzt endlich los geht. Als Mannschaft haben wir uns sehr gut gefunden und die Chemie passt. Leider können wir die letzte Woche nicht richtig nutzen, da einige Spieler auf Klassenfahrt sind.

Ist die Kaderzusammenstellung optimal oder gibt es Lücken/Schwachstellen?

Hahne: Die Kaderzusammenstellung finde ich hervorragend. Seitdem ich als Cheftrainer in der A-Jugend bin, hatte ich keinen Kader, welcher diese Tiefe hatte. Optimal gibt es im Jugendbereich wahrscheinlich nie. Wir haben auf einigen Positionen viel Qualität und gleichzeitig Spieler, die Verantwortung übernehmen wollen. Klar gibt es Bereiche, in denen uns vielleicht noch Erfahrung fehlt. Aber die Mannschaft bringt Tempo, Einsatz und Charakter mit. Das kann auf so einem Turnier extrem wichtig werden.

Sind Ausfälle zu beklagen?

Hahne: Es gibt einige angeschlagene Spieler. Hier wird sich erst vor Abfahrt zeigen, ob sie rechtzeitig fit werden.

Habt ihr euch speziell auf die Gegner und deren Spielweise eingestellt? Oder soll der „eigene Stiefel“ abgespult werden?

Hahne: Ich habe mir natürlich einige Informationen zusammengesucht, aber diese nicht an die Mannschaft getragen. Die sind eher für mich in den Auszeiten wichtig oder wenn es Spitz auf Knopf geht. Wir sollten unsere Leistung auf den Platz bringen und die Gegner sollen sich auf uns einstellen.

Gibt es Kritik am Modus?

Hahne: Es gibt hier einige Kuriositäten. Eine Mannschaft (Anmerkung: Köln) spielte die Vorquali im Süden, ist jetzt aber dem Norden zugeordnet. Und die Vergabe der Wild-Cards finde ich sehr fragwürdig. Ich dachte immer, dass wir uns im Sport sportlich qualifizieren sollten und die Plätze nicht verschenkt werden. Der DHB versucht, die Hürde für die kleinen Vereine, die wirkliche Jugendarbeit betreiben, immer höher zu setzen. Umso stolzer bin ich aber, wenn wir es erneut schaffen sollten.

Ist abzuschätzen, welche Gruppe stärker besetzt zu sein scheint?

Hahne: Von außen wirkt der Süden schon sehr stark besetzt. Viele Mannschaften kennen sich, viele Spiele waren vergangene Saison eng. Aber am Ende musst du auf diesem Niveau sowieso jedes Spiel voll da sein. Geschenkt bekommst du nichts.

Was ist sonst noch zu beachten?

Hahne: Es gibt viele Leute in unserem Kreis, die uns Trainer wahnsinnig unterstützen. Ohne diese Menschen wäre der volle Fokus für uns nicht möglich. Die Jungs wissen das extrem zu schätzen und ich hoffe, dass wir sie mit einer erfolgreichen Qualifikation belohnen können.

Spielplan

Samstag: 12 Uhr. Coburg – Hanau; 13.20 Uhr: Großwallstadt – Oftersheim/Schwetzingen; 14.40 Uhr: Bietigheim – Coburg; 16 Uhr: Hanau – Großwallstadt; 17.20 Uhr: Oftersheim/Schwetzingen – Bietigheim.

Sonntag: 10 Uhr: Großwallstadt – Coburg; 11.20 Uhr: Oftersheim/Schwetzingen – Hanau; 12.40 Uhr: Bietigheim – Großwallstadt; 14 Uhr: Coburg – Oftersheim/Schwetzingen; 15.20 Uhr: Hanau – Bietigheim.

Spielort: Arena Coburg

Livestream sollte es geben, müsste über handball.net auffindbar sein. Dort werden diese Spiele bislang aber nicht aufgeführt.

Bild oben: Mindestens so erfolgreich wie in Biberach wollen sie sein, die Jungs von der A1 der HG (von links): Björn Erny (CT), Tom Baldauf (RR), Gabriel Weidner (K), Malte Aeckerle (RL), Dante Wagner (R), Joshua Wolf (T), Jan-Mathis Derr (LA), Raphael Mehlis (LA), Jona Himmelmann (RA), Jakub Dudziak (RL), Finn Hoberg (K), Robin Wolf (K), Fabio Jäger (RA), Jasper Rohr (R), Lennart Auth (LA), Raphael Schmitt (R), Niklas Philipp (T), Justin Hahne (TR), Christian Wolf (TT). Es fehlt Valentin Kuhlee (R).

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