“Dreckiger, aber verdienter Sieg”

Regionalliga Herren: HG bügelt in Waiblingen einen Fehlstart aus und gewinnt mit 30:28.
Mit einem satten Fehlstart ging die HG Oftersheim/Schwetzingen in das Regionalliga-Duell beim VfL Waiblingen. Dieser wurde von den Kurpfälzer Handballern bei schmaler Besatzung jedoch noch korrigiert. Und am Ende wurden die ersten beiden Auswärtspunkte mit einem 30:28 (13:14)-Erfolg mehr erkämpft und erarbeitet als souverän und locker herausgespielt.
Ein 4:1 der Hausherren trieb HG-Coach Christoph Lahme nicht nur Sorgenfalten auf die Stirn, sondern ihn auch an den Kampfrichtertisch, um seine erste Auszeit zu beantragen (10.). Doch die nächsten beiden Treffer wurden ebenfalls noch von den Schwaben gesetzt (6:1). Die vom auswärtigen Cheftrainer im Vorfeld gewünschte „niedrige Fehleranzahl“ hatte sich bis dato nicht eingestellt. Nadelstiche, von denen sich die Gäste nur langsam erholten. Doch nach ein paar Umstellungen und Nachjustierungen war Oftersheim/Schwetzingen dann so langsam wieder auf der Höhe des Geschehens (11:10, 13:10, 14:13).
Lahme schildert seine Sicht der Dinge: „Wir hatten eine wirklich schlechte Anfangsphase, wo wir nach dem ersten Angriff und unserem 1:0 durch Yannick Muth gar nicht mehr nach unserem Konzept agierten und uns viele falsche sowie schlechte Abschlüsse nehmen. Die Abwehr und Robin Zupp im Tor haben uns da vor mehr bewahrt, sonst wären wir zur 15. Minute wohl noch weiter hinten gewesen. Dann kommen wir besser ins Spiel, schaffen es klarer, unsere Situationen heraus zu arbeiten und sind zur Halbzeit bis auf ein Tor dran.“
Wenig hilfreich war indes der Auftakt in den zweiten Durchgang, den die HG erst in einfacher, dann sogar in doppelter Unterzahl zu überstehen hatte (17:14). Das Pendelspiel zwischen Anschlusstreffern (17:16, 18:17) und kleineren Rückschlägen sollte sich noch eine kurze Weile fortsetzen. Die Kurpfälzer schafften es zuerst einfach nicht, der Partie frühzeitig und deutlich ihren Stempel aufzudrücken, ausreichend Ballgewinne zu generieren. „Wir starten dann noch mal schlecht mit einer weiteren Hinausstellung, überstehen allerdings das Vier-gegen-Sechs noch einigermaßen okay“, blickt Lahme noch einmal auf diese Zeit zurück.
Dreckig aber verdient
Aber, wie auch er später seinen Leuten attestieren sollte, steckte seine Truppe nicht auf. Mühsam holte sie sich den Ausgleich (19:19), dann auch die Führung zurück. Diese wurde dann in der besten Phase des HG-Auftritts auch ausgebaut (24:28/55.). „Und spätestens bei Vollzähligkeit gehen wir vor und spielen endlich mal gescheiten Handball im Angriff – zumindest für diesen Tag. Da haben wir mehr Lösungen präsentiert und auch konsequenter abgeschlossen. Unsere Abwehr war eigentlich immer ganz gut am Rödeln und am Ackern inklusive unseres Keepers. Und bei vier Toren vor dachte ich spätestens, dies wird jetzt der Auswärtssieg“, fielen Lahme doch ein paar Steinchen vom Herzen.
Maßgeblich daran beteiligt war besonders Max Barthelmeß mit acht Treffern allein in diesem vorentscheidenden Spielabschnitt. Auch wenn die Hausherren noch einmal aufholten (26:28), wurde die Begegnung dann besonnen zu einem guten Ende gebracht. Der HG-Übungsleiter: „Das haben wir uns nicht mehr nehmen lassen. Am Ende des Tages würde ich schon sagen, wir gewannen vielleicht dreckig, aber verdient.“
HG: Zupp, Weingärtner; Barthelmeß (12/5), D. Huljak, Meiser (3), V. Huljak (2), Auth, Himmelmann, Nauß (1), Klein (2), Hammarberg (6), Muth (3), Hell (1).


