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War’s das HG?

3. Liga: HG unterliegt Schlusslicht Fürstenfeldbruck.

Lange Gesichter und eine Stimmung, die unter dem Bodenniveau des Kellers im Kabinentrakt der Schwetzinger Nordstadthalle angesiedelt war, herrschten nach Abpfiff der verlorenen Drittliga-Partie bei der HG Oftersheim/Schwetzingen mit ihrer 35:40 (18:20)-Niederlage. Nur zwei Türen weiter wurde beim siegreichen TuS Fürstenfeldbruck ausgelassen und unüberhörbar gefeiert.

Auch „Brucks“ neuer Übungsleiter Max Högl frohlockte: „Ich bin superfroh, wir fahren glücklich nach Hause nach diesem Do-or-die-Spiel. Und 40 Tore auswärts musst du erstmal werfen.“ Die von seinen Männern oft praktizierte offensive Defensivvariante war dabei dem verletzungsbedingten Fehlen seiner Innenblocker geschuldet.

Keine Torhüterpartie

Der heimische Coach Christoph Lahme fand im abschließenden Trainergespräch hingegen kaum Worte und keine plausible Erklärung für diesen äußerst herben Rückschlag im Abstiegskampf, rang nach Fassung. Die Begegnung war von Beginn an kein Spiel für Torhüter, schon gar nicht für jene der HG, weshalb beide Teams mehrfach die Verantwortlichen in dieser Position wechselten. Diese wurden aber auch meist sträflich von ihren Deckungsreihen im Stich gelassen. Die erste Halbzeit, eigentlich fast das gesamte Match glich einem Scheibenschießen. Allein in den ersten 150 Sekunden fielen sechs Treffer. Den frühesten Unterschied machten zwei Fehler, die die HG einstreute (6:9/9.). Die erste Keeperparade überhaupt resultierte aus der zwölften Minute durch Luca Berghoffer von der badischen Mannschaft. Jede Seite durfte sich bis zur Pause drei davon mit Ballgewinn gutschreiben lassen – nicht gerade üppig.

Zwei frühe Verletzte

Auf einem anderen Blatt steht eine passable Abschlussquote. „Wir hatten für unsere Verhältnisse kaum technische Fehler, uns gute Wurfsituationen erarbeitet und meist genutzt“, hatte Lahme in einer frühen groben Statistikauswertung festgestellt. „Aber wir verlieren dieses wichtige Spiel.“ Erschwerend kam hinzu, dass früh Mittelmann Yannick Muth (3.) einen Schlag an den Kopf erhielt, kurz darauf der gutaufgelegte Edward Hammarberg mit aufgeplatzter Lippe nach drei Treffern vom Feld musste (7.). Beide waren längere Zeit nicht einsatzfähig, beide stellten sich später wieder dem Gegner. Muth musste allerdings nach Abpfiff direkt zur Untersuchung und Behandlung in ein Heidelberger Krankenhaus.

Ein paar wenige weitere Misslichkeiten machten dann aus einem 10:10 (15.) ein 12:17 (24.), welches aber später wieder halbwegs repariert war (25:26/41.). Es sah nach einem offenen Rennen aus, immer noch ohne dass Defensivleistungen ausschlaggebend wurden. „Ich kann mich im Namen der Mannschaft nur entschuldigen“, wandte sich der HG-Trainer direkt ans Publikum. „Ich kann nicht begreifen, was wir abwehrtechnisch und torwartmäßig abgeliefert haben. Auch das Eins-gegen-Eins-Verhalten war unterirdisch. Mehr kann ich eigentlich nicht sagen.“ Auf Nachfrage fügte er dann noch an: „Es ist einfach schwer erklärbar, aber wenn wir nach Eddies 29:29 ein, zwei Paraden haben, in Führung gehen, können wir uns vielleicht aus dieser Misere herausziehen.“

HG fünf Minuten torlos

Stattdessen legte der Gast einen langgezogenen 3:0-Lauf hin, währen die Kurpfälzer fünf Minuten ohne eigenen Treffer blieben. Das scheinbar deutliche Endresultat resultierte dann daraus, dass nach dem 34:36 von Muth mit offensiven Deckungsversuchen alles auf eine Karte gesetzt wurde. Eine Belohnung für diesen Mut blieb allerdings aus. Damit ging auch der direkte Vergleich flöten. Die Rote Laterne hängt vorerst allerdings noch in Oberbayern, da Fürstenfeld ein Spiel mehr ausgetragen hat. Das rettende Ufer ist für beide Kontrahenten jedoch mindestens sieben Punkte entfernt. Und bereits am Freitag geht es weiter mit dem Derby gegen die viertplatzierten Rhein-Neckar-Löwen II unter dem Oftersheimer Holger Löhr.

HG: Berghoffer, Fauerbach; Barthelmeß (5/3), Antritter, Kern (3), V. Huljak (1), Nauß (1), Burmeister (8), Durak, Novo (5/2), Hammarberg (6), Haase, Muth (4), von Albedyll, Ferger (2).

mj/Fotos: Siegfried Brombach, Andreas Moosbrugger

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21. Mai 2026

Heißes Pflaster Coburg?

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Heißes Pflaster Coburg?

JBLH-A: HG kämpft am Wochenende mit vier Gegnern um drei Plätze. Coach Justin Hahne im Interview.

Die wochen-, ja sogar monatelange Vorbereitungszeit auf das finale und für die A-Jugend der HG Oftersheim/Schwetzingen einzige Qualifikationsturnier zur 2. Bundesliga ihrer Altersklasse (JBLH) steht nun unmittelbar bevor. Am Wochenende geht es ins nördliche Frankenland. Dort richtet in Coburg der ansässige HSC den zweitägigen Wettkampf für den Südbereich aus.

Die Kurpfälzer treffen dabei auf die ebenfalls runderneuerten Mannschaften ihrer Staffel der letzten Saison, die hinter ihr lagen: die SG BBM Bietigheim, eben der HSC Coburg und die HSG Hanau. Alle waren für diese Ausscheidung gesetzt, mussten nicht an landesverbandsinternen Vorausscheidungen teilnehmen. Aus einem dieser Regionalbereiche hat sich der TV Großwallstadt noch durchgesetzt. Die Unterfranken werden am Samstag dann der Auftaktgegner von Oftersheim/Schwetzingen sein. Gespielt wird im Modus Jeder-gegen-Jeden über zweimal 20 Minuten bei je zwei Partien pro Tag.

Im Nordduell (in Minden) sind Düsseldorf/Ratingen, Ausrichter GW Dankersen und MTV Lübeck als letztjährige Zweitligisten am Start (während Hamburg-Nord verzichtet). Von der Landesebene haben JSG Köln, JSG LiT (Nettelstedt) und Owschlag/Kropp/Tetenhusen den Sprung ins Turnier geschafft. In der nördlichen Sechser-Gruppe werden vier Plätze ausgespielt, den fünf Mannschaften im Süden stehen indes drei zur Verfügung.

Durch die streng räumlich vorgenommene Zuordnung auf die beiden Austragungsorte – wobei die spielleitende Stelle von einer „Auslosung“ schrieb, die diese Gruppeneinteilung ergeben hätte – hat sich ein gewisses Ungleichgewicht eingestellt. Somit steht fest, dass es im Norden in jedem Fall mindestens einen neuen Zweitligisten geben wird. Im Umkehrschluss bedeutet dies jedoch auch, dass im Süden ein vormaliger Bundesligist rausfliegen wird. Eine weitere Chance wird es dieses Jahr für keinen mehr geben.

Trainer Justin Hahne beantwortete vor der Abfahrt nach Coburg noch ein paar Fragen.

Lief die Vorbereitung zufriedenstellend ab?

Justin Hahne: Im Großteil bin ich zufrieden. Meiner Meinung nach fehlen uns die Spiele auf Wettbewerbsniveau, aber die Trainingseinheiten waren soweit gut, ich bin mit den Trainingsspielen zufrieden und wir freuen uns, dass es jetzt endlich los geht. Als Mannschaft haben wir uns sehr gut gefunden und die Chemie passt. Leider können wir die letzte Woche nicht richtig nutzen, da einige Spieler auf Klassenfahrt sind.

Ist die Kaderzusammenstellung optimal oder gibt es Lücken/Schwachstellen?

Hahne: Die Kaderzusammenstellung finde ich hervorragend. Seitdem ich als Cheftrainer in der A-Jugend bin, hatte ich keinen Kader, welcher diese Tiefe hatte. Optimal gibt es im Jugendbereich wahrscheinlich nie. Wir haben auf einigen Positionen viel Qualität und gleichzeitig Spieler, die Verantwortung übernehmen wollen. Klar gibt es Bereiche, in denen uns vielleicht noch Erfahrung fehlt. Aber die Mannschaft bringt Tempo, Einsatz und Charakter mit. Das kann auf so einem Turnier extrem wichtig werden.

Sind Ausfälle zu beklagen?

Hahne: Es gibt einige angeschlagene Spieler. Hier wird sich erst vor Abfahrt zeigen, ob sie rechtzeitig fit werden.

Habt ihr euch speziell auf die Gegner und deren Spielweise eingestellt? Oder soll der „eigene Stiefel“ abgespult werden?

Hahne: Ich habe mir natürlich einige Informationen zusammengesucht, aber diese nicht an die Mannschaft getragen. Die sind eher für mich in den Auszeiten wichtig oder wenn es Spitz auf Knopf geht. Wir sollten unsere Leistung auf den Platz bringen und die Gegner sollen sich auf uns einstellen.

Gibt es Kritik am Modus?

Hahne: Es gibt hier einige Kuriositäten. Eine Mannschaft (Anmerkung: Köln) spielte die Vorquali im Süden, ist jetzt aber dem Norden zugeordnet. Und die Vergabe der Wild-Cards finde ich sehr fragwürdig. Ich dachte immer, dass wir uns im Sport sportlich qualifizieren sollten und die Plätze nicht verschenkt werden. Der DHB versucht, die Hürde für die kleinen Vereine, die wirkliche Jugendarbeit betreiben, immer höher zu setzen. Umso stolzer bin ich aber, wenn wir es erneut schaffen sollten.

Ist abzuschätzen, welche Gruppe stärker besetzt zu sein scheint?

Hahne: Von außen wirkt der Süden schon sehr stark besetzt. Viele Mannschaften kennen sich, viele Spiele waren vergangene Saison eng. Aber am Ende musst du auf diesem Niveau sowieso jedes Spiel voll da sein. Geschenkt bekommst du nichts.

Was ist sonst noch zu beachten?

Hahne: Es gibt viele Leute in unserem Kreis, die uns Trainer wahnsinnig unterstützen. Ohne diese Menschen wäre der volle Fokus für uns nicht möglich. Die Jungs wissen das extrem zu schätzen und ich hoffe, dass wir sie mit einer erfolgreichen Qualifikation belohnen können.

Spielplan

Samstag: 12 Uhr. Coburg – Hanau; 13.20 Uhr: Großwallstadt – Oftersheim/Schwetzingen; 14.40 Uhr: Bietigheim – Coburg; 16 Uhr: Hanau – Großwallstadt; 17.20 Uhr: Oftersheim/Schwetzingen – Bietigheim.

Sonntag: 10 Uhr: Großwallstadt – Coburg; 11.20 Uhr: Oftersheim/Schwetzingen – Hanau; 12.40 Uhr: Bietigheim – Großwallstadt; 14 Uhr: Coburg – Oftersheim/Schwetzingen; 15.20 Uhr: Hanau – Bietigheim.

Spielort: Arena Coburg

Livestream sollte es geben, müsste über handball.net auffindbar sein. Dort werden diese Spiele bislang aber nicht aufgeführt.

Bild oben: Mindestens so erfolgreich wie in Biberach wollen sie sein, die Jungs von der A1 der HG (von links): Björn Erny (CT), Tom Baldauf (RR), Gabriel Weidner (K), Malte Aeckerle (RL), Dante Wagner (R), Joshua Wolf (T), Jan-Mathis Derr (LA), Raphael Mehlis (LA), Jona Himmelmann (RA), Jakub Dudziak (RL), Finn Hoberg (K), Robin Wolf (K), Fabio Jäger (RA), Jasper Rohr (R), Lennart Auth (LA), Raphael Schmitt (R), Niklas Philipp (T), Justin Hahne (TR), Christian Wolf (TT). Es fehlt Valentin Kuhlee (R).

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