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HG-Führungsduo beruhigt und räumt Fehler ein

3. Handball-Liga: Knapp und Schmitt beziehen zum Abstieg Oftersheim/Schwetzingens Stellung

Nach dem damals viel umjubeltem Aufstieg aus der Baden-Württemberg-Oberliga 2016 in die 3. Handball-Liga muss die HG Oftersheim/Schwetzingen jetzt wieder zurück in die Spielklasse auf Bundeslandebene (wir berichteten mehrfach). 

In der Klassenerhaltsrelegation um den letzten freien Nichtabstiegsplatz waren die Kurpfälzer schon am drittletzten Spieltag gescheitert. Doch nicht erst in dieser finalen Entscheidungrunde lief es für das HG-Team etwas unrund. Schon in der Hauptphase der Spielzeit, welche Oftersheim/Schwetzingen als Elfter abschloss, gab es häufig mehr Frust als Euphorie (wie auch schon teilweise in der Vorsaison). Trainer Christoph Lahme hatte zuletzt auch die fehlenden Punkte aus den Heimbegegnungen als großes Manko benannt. Auf der Suche nach den Hintergründen unterhielten wir uns mit gewissem zeitlichen Abstand nun auch mit HG-Vorstandssprecher Peter Knapp und dem sportlichen Leiter Martin Schmitt. Knapp hat dabei mehr das Gesamtbild von Oftersheim/Schwetzingen im Blick, Schmitt konzentriert sich eher auf die handballerischen Aspekte.

Gebt uns mal bitte einen Einblick in Eure Gefühlswelt.

Martin Schmitt: Wir sind natürlich sehr enttäuscht. Nach sieben Jahren 3. Liga ist der Abstieg bitter. Wir waren ja in den vergangenen Wochen in einer wahren Gefühlsachterbahn unterwegs, mussten immer wieder Rückschläge einstecken. Nach den Ergebnissen der Vorwoche keimte dann noch mal ein bisschen Hoffnung auf. Aber jetzt wissen wir endgültig Bescheid und können uns auf die neue Situation einstellen.

Peter Knapp: Der Abstieg ist ein sportlicher Rückschlag. Aber zum Sport gehören nun einmal Niederlagen und Abstiege. Wir sind aufgrund der verschärften Abstiegsregelung quasi ein spätes Opfer der Coronapandemie. Wir sind aber ansonsten kerngesund und lassen uns nicht von unserem Weg abbringen, vor allem jungen Talenten aus unserer eigenen erfolgreichen Jugend sowie aus der Region eine sportliche Heimat zu bieten. 

Es war aber nicht alles negativ in der letzten Saison?

Knapp: Ja, denn wir sollten die Entwicklung der gesamten HG im Blick haben. Und da gibt es neben dieser Enttäuschung auch viel Positives zu berichten – vom Aufstieg der Damen in die BWOL sowie deren zweiter Mannschaft in die Landesliga bis hin zur Tatsache, dass sich fast alle Jugendteams wieder für die höchsten Spielklassen qualifiziert haben.

Wurden von Führungsseite Fehler gemacht?

Schmitt: Ganz bestimmt. Es ging los mit der Verpflichtung von Thorsten Schmid, der sicherlich ein guter Trainer ist. Aber mit unserer jungen Truppe, die noch viel Entwicklungspotenzial hat, hat es einfach nicht gepasst. Wir hätten uns vor der Saison auch gerne personell verstärkt, haben es aber leider nicht geschafft, den einen oder anderen Wunschkandidaten von uns zu überzeugen.

Was waren letztlich die Gründe für den Abstieg?

Schmitt: Es kamen sicherlich wie immer mehrere Faktoren zusammen. Dazu gehört unsere Heimschwäche, die wir noch ergründen müssen. Wir hätten ja mit einem einzigen Heimsieg mehr die Relegation vermieden. Dazu kam mangelnde Erfahrung unserer jungen Truppe, die dazu geführt hat, dass wir einige Punkte erst in den letzten Minuten abgegeben haben. Einige unserer Leistungsträger waren zudem lange krank oder verletzt.

Welche Folgen wird der Abstieg für die HG haben?

Knapp: Außer dass wir in der nächsten Saison mit den Herren und den Damen in der Baden-Württemberg-Oberliga spielen, hoffentlich keine. Unsere Partner und Sponsoren unterstützen die HG seit vielen Jahren und werden das auch in Zukunft tun. Das Gerüst der Mannschaft steht, weil wir ligaunabhängige Verträge mit den Spielern abgeschlossen haben. Und wir sind überzeugt, dass auch die HG-Fans, die uns in dieser Saison dankenswerterweise wieder so zahlreich und lautstark unterstützt haben, weiterhin zu uns halten werden.

Gibt es erneut Konsequenzen im Trainerbereich?

Schmitt: Christoph Lahme ist und bleibt unser Cheftrainer. Christoph ist ein großes Trainertalent, er ist HGler durch und durch und lebt für den Handball. Mit ihm gehen wir sehr zuversichtlich in die neue Saison.

Vor der Saison wurde verkündet, in fünf Jahren wieder die 2. Bundesliga anpeilen zu wollen. Bleibt es dabei?

Knapp: Natürlich wäre es aktuell vermessen, nach einem Abstieg in die vierthöchste Spielklasse von der 2. Liga zu reden. Jetzt gilt es erst einmal, in der neuen Klasse anzukommen und zu schauen, ob wir gleich wieder oben mitspielen können. Wir bleiben aber dabei, dass wir die 2. Liga mittelfristig wieder in den Blick nehmen wollen. Viele andere Vereine bescheinigen uns ein zweitligareifes Umfeld. Daran und an einer weiteren Professionalisierung wollen wir auch in der BWOL arbeiten.

Was sind nun die Ziele für die neue Saison?

Schmitt: In der BWOL wird es in der Saison 2023/24 wieder eine Vorrunde geben. Man muss mindestens Vierter werden, um sich für die dann folgende Aufstiegsrunde zu qualifizieren. Die Plätze fünf bis neun landen in der Abstiegsrunde. Es ist klar, dass wir auf jeden Fall unter die ersten vier Mannschaften kommen wollen.

Knapp: Zunächst aber heißt es jetzt, die Saison mit den beiden Auswärtspartien in Bayreuth und Kirchzell anständig zu Ende zu bringen. Am Pfingstmontag werden noch einmal einige Fans mit nach Kirchzell kommen und die Mannschaft bei ihrem vorerst letzten Drittliga-Spiel unterstützen. Danach heißt es für Trainer und Team, aber auch für das gesamte Umfeld, Abstand zu gewinnen und Kraft für die neue Saison zu tanken. mj

Bild: Lutz Rüffer

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21. Mai 2026

Heißes Pflaster Coburg?

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Heißes Pflaster Coburg?

JBLH-A: HG kämpft am Wochenende mit vier Gegnern um drei Plätze. Coach Justin Hahne im Interview.

Die wochen-, ja sogar monatelange Vorbereitungszeit auf das finale und für die A-Jugend der HG Oftersheim/Schwetzingen einzige Qualifikationsturnier zur 2. Bundesliga ihrer Altersklasse (JBLH) steht nun unmittelbar bevor. Am Wochenende geht es ins nördliche Frankenland. Dort richtet in Coburg der ansässige HSC den zweitägigen Wettkampf für den Südbereich aus.

Die Kurpfälzer treffen dabei auf die ebenfalls runderneuerten Mannschaften ihrer Staffel der letzten Saison, die hinter ihr lagen: die SG BBM Bietigheim, eben der HSC Coburg und die HSG Hanau. Alle waren für diese Ausscheidung gesetzt, mussten nicht an landesverbandsinternen Vorausscheidungen teilnehmen. Aus einem dieser Regionalbereiche hat sich der TV Großwallstadt noch durchgesetzt. Die Unterfranken werden am Samstag dann der Auftaktgegner von Oftersheim/Schwetzingen sein. Gespielt wird im Modus Jeder-gegen-Jeden über zweimal 20 Minuten bei je zwei Partien pro Tag.

Im Nordduell (in Minden) sind Düsseldorf/Ratingen, Ausrichter GW Dankersen und MTV Lübeck als letztjährige Zweitligisten am Start (während Hamburg-Nord verzichtet). Von der Landesebene haben JSG Köln, JSG LiT (Nettelstedt) und Owschlag/Kropp/Tetenhusen den Sprung ins Turnier geschafft. In der nördlichen Sechser-Gruppe werden vier Plätze ausgespielt, den fünf Mannschaften im Süden stehen indes drei zur Verfügung.

Durch die streng räumlich vorgenommene Zuordnung auf die beiden Austragungsorte – wobei die spielleitende Stelle von einer „Auslosung“ schrieb, die diese Gruppeneinteilung ergeben hätte – hat sich ein gewisses Ungleichgewicht eingestellt. Somit steht fest, dass es im Norden in jedem Fall mindestens einen neuen Zweitligisten geben wird. Im Umkehrschluss bedeutet dies jedoch auch, dass im Süden ein vormaliger Bundesligist rausfliegen wird. Eine weitere Chance wird es dieses Jahr für keinen mehr geben.

Trainer Justin Hahne beantwortete vor der Abfahrt nach Coburg noch ein paar Fragen.

Lief die Vorbereitung zufriedenstellend ab?

Justin Hahne: Im Großteil bin ich zufrieden. Meiner Meinung nach fehlen uns die Spiele auf Wettbewerbsniveau, aber die Trainingseinheiten waren soweit gut, ich bin mit den Trainingsspielen zufrieden und wir freuen uns, dass es jetzt endlich los geht. Als Mannschaft haben wir uns sehr gut gefunden und die Chemie passt. Leider können wir die letzte Woche nicht richtig nutzen, da einige Spieler auf Klassenfahrt sind.

Ist die Kaderzusammenstellung optimal oder gibt es Lücken/Schwachstellen?

Hahne: Die Kaderzusammenstellung finde ich hervorragend. Seitdem ich als Cheftrainer in der A-Jugend bin, hatte ich keinen Kader, welcher diese Tiefe hatte. Optimal gibt es im Jugendbereich wahrscheinlich nie. Wir haben auf einigen Positionen viel Qualität und gleichzeitig Spieler, die Verantwortung übernehmen wollen. Klar gibt es Bereiche, in denen uns vielleicht noch Erfahrung fehlt. Aber die Mannschaft bringt Tempo, Einsatz und Charakter mit. Das kann auf so einem Turnier extrem wichtig werden.

Sind Ausfälle zu beklagen?

Hahne: Es gibt einige angeschlagene Spieler. Hier wird sich erst vor Abfahrt zeigen, ob sie rechtzeitig fit werden.

Habt ihr euch speziell auf die Gegner und deren Spielweise eingestellt? Oder soll der „eigene Stiefel“ abgespult werden?

Hahne: Ich habe mir natürlich einige Informationen zusammengesucht, aber diese nicht an die Mannschaft getragen. Die sind eher für mich in den Auszeiten wichtig oder wenn es Spitz auf Knopf geht. Wir sollten unsere Leistung auf den Platz bringen und die Gegner sollen sich auf uns einstellen.

Gibt es Kritik am Modus?

Hahne: Es gibt hier einige Kuriositäten. Eine Mannschaft (Anmerkung: Köln) spielte die Vorquali im Süden, ist jetzt aber dem Norden zugeordnet. Und die Vergabe der Wild-Cards finde ich sehr fragwürdig. Ich dachte immer, dass wir uns im Sport sportlich qualifizieren sollten und die Plätze nicht verschenkt werden. Der DHB versucht, die Hürde für die kleinen Vereine, die wirkliche Jugendarbeit betreiben, immer höher zu setzen. Umso stolzer bin ich aber, wenn wir es erneut schaffen sollten.

Ist abzuschätzen, welche Gruppe stärker besetzt zu sein scheint?

Hahne: Von außen wirkt der Süden schon sehr stark besetzt. Viele Mannschaften kennen sich, viele Spiele waren vergangene Saison eng. Aber am Ende musst du auf diesem Niveau sowieso jedes Spiel voll da sein. Geschenkt bekommst du nichts.

Was ist sonst noch zu beachten?

Hahne: Es gibt viele Leute in unserem Kreis, die uns Trainer wahnsinnig unterstützen. Ohne diese Menschen wäre der volle Fokus für uns nicht möglich. Die Jungs wissen das extrem zu schätzen und ich hoffe, dass wir sie mit einer erfolgreichen Qualifikation belohnen können.

Spielplan

Samstag: 12 Uhr. Coburg – Hanau; 13.20 Uhr: Großwallstadt – Oftersheim/Schwetzingen; 14.40 Uhr: Bietigheim – Coburg; 16 Uhr: Hanau – Großwallstadt; 17.20 Uhr: Oftersheim/Schwetzingen – Bietigheim.

Sonntag: 10 Uhr: Großwallstadt – Coburg; 11.20 Uhr: Oftersheim/Schwetzingen – Hanau; 12.40 Uhr: Bietigheim – Großwallstadt; 14 Uhr: Coburg – Oftersheim/Schwetzingen; 15.20 Uhr: Hanau – Bietigheim.

Spielort: Arena Coburg

Livestream sollte es geben, müsste über handball.net auffindbar sein. Dort werden diese Spiele bislang aber nicht aufgeführt.

Bild oben: Mindestens so erfolgreich wie in Biberach wollen sie sein, die Jungs von der A1 der HG (von links): Björn Erny (CT), Tom Baldauf (RR), Gabriel Weidner (K), Malte Aeckerle (RL), Dante Wagner (R), Joshua Wolf (T), Jan-Mathis Derr (LA), Raphael Mehlis (LA), Jona Himmelmann (RA), Jakub Dudziak (RL), Finn Hoberg (K), Robin Wolf (K), Fabio Jäger (RA), Jasper Rohr (R), Lennart Auth (LA), Raphael Schmitt (R), Niklas Philipp (T), Justin Hahne (TR), Christian Wolf (TT). Es fehlt Valentin Kuhlee (R).

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