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HG fehlen Sekunden zum Punktgewinn

3. Liga: HG unterliegt Kornwestheim nach turbulenter Schlussphase mit 32:33.

Es hat nicht sollen sein. Mit einem Sieg über den SVS Kornwestheim wäre die HG Oftersheim/Schwetzingen aller Sorgen ledig gewesen. Das Thema Klassenerhalt könnte abgehakt werden. Doch statt dessen gab es nach 60 sehr enervierenden Handball-Minuten eine 32:33-Niederlage.

„Wir haben etwas gutzumachen, da ist mir der Gegner in erster Linie nicht so wichtig“, hatte HG-Trainer Christoph Lahme nach der Pleite in Erlangen vorgegeben. „Wir sind definitiv nicht auf verlorenem Posten, aber um etwas mitzunehmen, müssen wir uns gehörig strecken und dürfen nicht noch einmal so einen leblosen Auftritt zeigen.“ Und den boten seine Jungs auch nicht, und eigentlich hatten sie auch die spielerischen Lösungen, etwas zu reißen. Doch „eigentlich“ bringt keine Tore, geschweige denn Punkte, wenn es mit der Umsetzung hapert. Mit 5:10 (13.) dürfte der Auftakt der Begegnung als missglückt angesehen werden, die heimische Wurfqualität war nicht zum Besten bestellt. „Da hatten wir Fehler, die wir zuletzt schon abgestellt hatten“, haderte Lahme über 19 Fehlangriffe bis zur Pause. „Wir waren zu passiv im Angriff.“

Marc Kern setzt sich hier gegen die Kornwestheimer Deckung durch.

Inzwischen hatte der Oftersheim/Schwetzinger Head-Coach nicht nur eine Timeout-Karte verbraucht, sondern auch Florian Burmeister nach langer Verletzungspause wieder ins Rennen geschickt. Der Rückraum-Mann war mit beteiligt, dass eine erste Aufholjagd initiiert wurde. Diese endete jedoch beim 10:12 (24.) als Leonard Zaum über die Mitte kam und einhämmerte. Und für weitere 25 Minuten bis zum 23:25 kam die HG ihren Gästen nicht mehr so nahe. Kornwestheim hatte häufig eine Antwort auf die nun bessere Spielweise der Hausherren parat, meist über die Schnelle Mitte und es blieb bei rund vier Toren Rückstand (13:17, 17:23, 23:27). „Wir haben uns von den hohen Halben zu sehr stressen lassen“, sah Lahme als einen Grund an, „warum wir es nicht schafften, richtig ranzukommen. Und wir haben uns nicht gut zurückgezogen.“

Die gesamte Dramatik dieses Spiels und besonders ihre Endphase in einen Bericht zu zwängen, würden jeglichen vorgegebenen Rahmen sprengen – und es kulminierte besonders in dieser Endsequenz, die mit keinem Punktgewinn belohnt wurde. Zum Beispiel als Max Barthelmeß versuchte, seinem Gegenspieler den Ball herauszuprellen, der dann aber eine Piroutte drehend zu Fall kam – Rot  (54:00). Torwart Frederik Fauerbach hielt den dazu verhängten Siebenmeter, den Jan Reusch verwarf. Das größte Chaos folgte direkt danach, Spielstand 26:30. Lahme ließ seinen „Co“ Justin Hahne die letzte Auszeitkarte legen. Derweil soll Sinan Antritter einen Wechselfehler begangen haben (im Video wegen einer Wiederholung der Fauerbach-Parade nicht ersichtlich), was nach intensiver Reklamation der Kornwestheimer Seite vom Kampfgericht bestätigt wurde.  Also kein Timeout, weitere Hinausstellung und Ballwechsel an die Gäste.

Florian Burmeister wurde nach seinem Comeback von den HG-Fans zum Welde-Spieler des Spiels ernannt.

Es wäre zu diesem Zeitpunkt einem Wunder gleichgekommen, hätte die HG jetzt noch etwas Zählbares erreicht. Damit war die Partie theoretisch durch. Doch das Wort „theoretisch“ hat die gleiche Verlässlichkeit wie das zuvor erwähnte „eigentlich“. Und doch war die HG hautnah dran, scheiterte nur knapp und Kornwestheims Co-Trainer Frieder Hansen, in Vertretung seines beruflich verhinderten Chefs Alexander Schurr, bekannte: „Zum Glück haben wir das nach Hause geschaukelt. Es war eine unglaublich intensive Schlussphase. Da haben wir die Halle kennengelernt. Hätten wir früher nicht so vorgelegt, wer weiß wie es ausgegangen wäre.“

Trotz doppelter Unterzshl kam der Gastgeber mit offener Deckung, auch dank Burmeister (Lahme: „Glückwunsch, Bombenauftritt“) auf 31:32 und 32:33 heran. Noch 27 Sekunden verblieben. Und wieder wurde der Ball, diesmal durch Zaum, erobert, fünf Sekunden Restspielzeit. Doch der angespielte Burmeister konnte nicht werfen, fand bis zur Sirene auch keine Anspielstation  mehr. Das Wunder der Punktrettung blieb aus.

HG: Berhoffer, Fauerbach;  Barthelmeß (1/1), Nauß, Antritter (3), Wahl (1), Kern (4), Auth, Suschlik, Durak, Burmeister (8), Stier (5), Bösing (3), Haase (1), Kuhlee, Zaum (6).

Fotos: A. Moosbrugger

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21. Mai 2026

Heißes Pflaster Coburg?

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Heißes Pflaster Coburg?

JBLH-A: HG kämpft am Wochenende mit vier Gegnern um drei Plätze. Coach Justin Hahne im Interview.

Die wochen-, ja sogar monatelange Vorbereitungszeit auf das finale und für die A-Jugend der HG Oftersheim/Schwetzingen einzige Qualifikationsturnier zur 2. Bundesliga ihrer Altersklasse (JBLH) steht nun unmittelbar bevor. Am Wochenende geht es ins nördliche Frankenland. Dort richtet in Coburg der ansässige HSC den zweitägigen Wettkampf für den Südbereich aus.

Die Kurpfälzer treffen dabei auf die ebenfalls runderneuerten Mannschaften ihrer Staffel der letzten Saison, die hinter ihr lagen: die SG BBM Bietigheim, eben der HSC Coburg und die HSG Hanau. Alle waren für diese Ausscheidung gesetzt, mussten nicht an landesverbandsinternen Vorausscheidungen teilnehmen. Aus einem dieser Regionalbereiche hat sich der TV Großwallstadt noch durchgesetzt. Die Unterfranken werden am Samstag dann der Auftaktgegner von Oftersheim/Schwetzingen sein. Gespielt wird im Modus Jeder-gegen-Jeden über zweimal 20 Minuten bei je zwei Partien pro Tag.

Im Nordduell (in Minden) sind Düsseldorf/Ratingen, Ausrichter GW Dankersen und MTV Lübeck als letztjährige Zweitligisten am Start (während Hamburg-Nord verzichtet). Von der Landesebene haben JSG Köln, JSG LiT (Nettelstedt) und Owschlag/Kropp/Tetenhusen den Sprung ins Turnier geschafft. In der nördlichen Sechser-Gruppe werden vier Plätze ausgespielt, den fünf Mannschaften im Süden stehen indes drei zur Verfügung.

Durch die streng räumlich vorgenommene Zuordnung auf die beiden Austragungsorte – wobei die spielleitende Stelle von einer „Auslosung“ schrieb, die diese Gruppeneinteilung ergeben hätte – hat sich ein gewisses Ungleichgewicht eingestellt. Somit steht fest, dass es im Norden in jedem Fall mindestens einen neuen Zweitligisten geben wird. Im Umkehrschluss bedeutet dies jedoch auch, dass im Süden ein vormaliger Bundesligist rausfliegen wird. Eine weitere Chance wird es dieses Jahr für keinen mehr geben.

Trainer Justin Hahne beantwortete vor der Abfahrt nach Coburg noch ein paar Fragen.

Lief die Vorbereitung zufriedenstellend ab?

Justin Hahne: Im Großteil bin ich zufrieden. Meiner Meinung nach fehlen uns die Spiele auf Wettbewerbsniveau, aber die Trainingseinheiten waren soweit gut, ich bin mit den Trainingsspielen zufrieden und wir freuen uns, dass es jetzt endlich los geht. Als Mannschaft haben wir uns sehr gut gefunden und die Chemie passt. Leider können wir die letzte Woche nicht richtig nutzen, da einige Spieler auf Klassenfahrt sind.

Ist die Kaderzusammenstellung optimal oder gibt es Lücken/Schwachstellen?

Hahne: Die Kaderzusammenstellung finde ich hervorragend. Seitdem ich als Cheftrainer in der A-Jugend bin, hatte ich keinen Kader, welcher diese Tiefe hatte. Optimal gibt es im Jugendbereich wahrscheinlich nie. Wir haben auf einigen Positionen viel Qualität und gleichzeitig Spieler, die Verantwortung übernehmen wollen. Klar gibt es Bereiche, in denen uns vielleicht noch Erfahrung fehlt. Aber die Mannschaft bringt Tempo, Einsatz und Charakter mit. Das kann auf so einem Turnier extrem wichtig werden.

Sind Ausfälle zu beklagen?

Hahne: Es gibt einige angeschlagene Spieler. Hier wird sich erst vor Abfahrt zeigen, ob sie rechtzeitig fit werden.

Habt ihr euch speziell auf die Gegner und deren Spielweise eingestellt? Oder soll der „eigene Stiefel“ abgespult werden?

Hahne: Ich habe mir natürlich einige Informationen zusammengesucht, aber diese nicht an die Mannschaft getragen. Die sind eher für mich in den Auszeiten wichtig oder wenn es Spitz auf Knopf geht. Wir sollten unsere Leistung auf den Platz bringen und die Gegner sollen sich auf uns einstellen.

Gibt es Kritik am Modus?

Hahne: Es gibt hier einige Kuriositäten. Eine Mannschaft (Anmerkung: Köln) spielte die Vorquali im Süden, ist jetzt aber dem Norden zugeordnet. Und die Vergabe der Wild-Cards finde ich sehr fragwürdig. Ich dachte immer, dass wir uns im Sport sportlich qualifizieren sollten und die Plätze nicht verschenkt werden. Der DHB versucht, die Hürde für die kleinen Vereine, die wirkliche Jugendarbeit betreiben, immer höher zu setzen. Umso stolzer bin ich aber, wenn wir es erneut schaffen sollten.

Ist abzuschätzen, welche Gruppe stärker besetzt zu sein scheint?

Hahne: Von außen wirkt der Süden schon sehr stark besetzt. Viele Mannschaften kennen sich, viele Spiele waren vergangene Saison eng. Aber am Ende musst du auf diesem Niveau sowieso jedes Spiel voll da sein. Geschenkt bekommst du nichts.

Was ist sonst noch zu beachten?

Hahne: Es gibt viele Leute in unserem Kreis, die uns Trainer wahnsinnig unterstützen. Ohne diese Menschen wäre der volle Fokus für uns nicht möglich. Die Jungs wissen das extrem zu schätzen und ich hoffe, dass wir sie mit einer erfolgreichen Qualifikation belohnen können.

Spielplan

Samstag: 12 Uhr. Coburg – Hanau; 13.20 Uhr: Großwallstadt – Oftersheim/Schwetzingen; 14.40 Uhr: Bietigheim – Coburg; 16 Uhr: Hanau – Großwallstadt; 17.20 Uhr: Oftersheim/Schwetzingen – Bietigheim.

Sonntag: 10 Uhr: Großwallstadt – Coburg; 11.20 Uhr: Oftersheim/Schwetzingen – Hanau; 12.40 Uhr: Bietigheim – Großwallstadt; 14 Uhr: Coburg – Oftersheim/Schwetzingen; 15.20 Uhr: Hanau – Bietigheim.

Spielort: Arena Coburg

Livestream sollte es geben, müsste über handball.net auffindbar sein. Dort werden diese Spiele bislang aber nicht aufgeführt.

Bild oben: Mindestens so erfolgreich wie in Biberach wollen sie sein, die Jungs von der A1 der HG (von links): Björn Erny (CT), Tom Baldauf (RR), Gabriel Weidner (K), Malte Aeckerle (RL), Dante Wagner (R), Joshua Wolf (T), Jan-Mathis Derr (LA), Raphael Mehlis (LA), Jona Himmelmann (RA), Jakub Dudziak (RL), Finn Hoberg (K), Robin Wolf (K), Fabio Jäger (RA), Jasper Rohr (R), Lennart Auth (LA), Raphael Schmitt (R), Niklas Philipp (T), Justin Hahne (TR), Christian Wolf (TT). Es fehlt Valentin Kuhlee (R).

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