Zum Inhalt springen
Laden... HG Oftersheim/Schwetzingen

Arbeits-, Pflicht- und Zittersieg

HG ringt Sandweier mit 23:22 förmlich nieder

Es war ein Arbeits-, Pflicht- und Zittersieg in einem Aufwasch, den HG Oftersheim/Schwetzingen beim 23:22 (12:11) über den TV Sandweier aus Baden-Baden hinlegte. Denn den nur um einen Punkt besser dastehenden Kontrahenten in der Tabelle zu überflügeln, war Gebot der Stunde. Dass die spielerische Leichtigkeit der ersten Minuten (3:0, 6:2) dann nicht über die gesamte Spielzeit aufrechtzuerhalten war, hatte mehrere Gründe, die Trainer Christoph Lahme nicht gleich darzulegen vermochte. „Am Montag werden wir in die Analyse gehen, jetzt freuen wir uns über den Sieg und die Unterstützung unserer Zuschauer. Vielen Dank.“

Zum Auftakt fackelte sein Team gleich ein Feuerwerk ab, dessen Glut aber bald erloschen war. Es war mit Sicherheit kein schönes Spiel, dass das zahlreiche Publikum zu sehen bekam. Dazu wurde zu viele gerungen, kräftig zugepackt, jeder Quadratzentimeter auf dem Parkett der Schwetzinger Nordstadthalle war umkämpft. „Ja, das war ein relatives hartes Spiel“, meinte auch Sandweiers stellvertretender Trainer Markus Merkel. 

So schafften es seine Leute in der Folge, die Partie offen zu gestalten, markierten nach dem Seitenwechsel sogar den einmaligen Ausgleich. Dann jedoch war der Hausherr wieder am Drücker. Mit ein Grund, warum Lahme den Erfolg als „verdient“ wertete. Doch die Vorteile wurden nicht alle in Treffer umgemünzt. Er fragte sich auch: „Warum machen wir es ab der 15. Minute so spannend? Wir zeigen immer zwei Situationen. Die eine, in der wir es gut machen und in den zweiten 15 Minuten leisten wir uns unnötige Dinge.“ Möglicherweise stecke da schon der Gedanke an den scheinbar absehbaren Sieg in den Hinterköpfen, spekulierte er. „Wir gingen da einfach nicht mehr in die Tiefe, spielten nicht den nächsten Pass zum besser stehenden Nebenmann. Und wir haben brutal viele freie Bälle verworfen.“

Aber dass es dann noch so knapp werden müsste, ja beinahe in einer Punkteteilung endete, hatte er so definitv nicht erwartet. „Da müssen wir noch ein bißchen dran arbeiten.“ Denn nach dem 23:19 und Fehlpass, Pfostenschuss sowie Stürmerfoul in den letzten anderthalb Zeigerumdrehung war Sandweier auf dem Sprung, etwas Zählbares einzustecken. Die Gäste hatten den finalen Angriff, versuchten per Kempa den Ausgleich zu erzwingen. Der Ball zappelte auch im Netz, aber das bayerische Schiedsrichtergespann zeigte sofort an, dass der Wurf „abgestanden“ ausgeführt worden war.

Was auf der heimischen Seite zu Jubelstürmen führte, sorgte zunächst beim TVS für Empörung und Wut. Merkel relativierte aber: „Die Niederlage haben wir uns auch selber zuzuschreiben. Mit 22 Toren können wir auswärts in der 3. Liga kein Spiel gewinnen. Wir haben es trotz Möglichkeiten in der ersten Halbzeit nie geschafft, auszugleichen.“ 

„Man of the Match“ war für ihn deshalb Oftersheim/Schwetzingens Torwart Benedikt Müller, der seinen Werfern teilweise den Zahn gezogen hatte. Doch auch ein anderer Akteur verdient das Prädikat, Spieler des Abends gewesen zu sein, auch wenn Lahme die gesamte Teamleistung hervorhob. Florian Burmeister flog schon früh zum zweiten Mal vom Platz (11.). WG-intern wurde seine Ablösung geregelt. Edward Hammarberg übernahm seinen Deckungspart, „Flo“ ackerte und traf vorne weiter, steckete dabei auch ordentlich ein.

HG: Müller, Fauerbach; Barthelmeß (4/3), Schulz, Wahl (4), Kern (1), Krämer (1), Zaum, Burmeister (8), Stier, Hammarberg, Haase, Seitz (1), Geisler (1), Leibnitz (1), Kusch (2). mj

Fotos: Lutz Rüffer

Was Dich noch interessieren könnte:

21. Mai 2026

Heißes Pflaster Coburg?

Weiterlesen

Heißes Pflaster Coburg?

JBLH-A: HG kämpft am Wochenende mit vier Gegnern um drei Plätze. Coach Justin Hahne im Interview.

Die wochen-, ja sogar monatelange Vorbereitungszeit auf das finale und für die A-Jugend der HG Oftersheim/Schwetzingen einzige Qualifikationsturnier zur 2. Bundesliga ihrer Altersklasse (JBLH) steht nun unmittelbar bevor. Am Wochenende geht es ins nördliche Frankenland. Dort richtet in Coburg der ansässige HSC den zweitägigen Wettkampf für den Südbereich aus.

Die Kurpfälzer treffen dabei auf die ebenfalls runderneuerten Mannschaften ihrer Staffel der letzten Saison, die hinter ihr lagen: die SG BBM Bietigheim, eben der HSC Coburg und die HSG Hanau. Alle waren für diese Ausscheidung gesetzt, mussten nicht an landesverbandsinternen Vorausscheidungen teilnehmen. Aus einem dieser Regionalbereiche hat sich der TV Großwallstadt noch durchgesetzt. Die Unterfranken werden am Samstag dann der Auftaktgegner von Oftersheim/Schwetzingen sein. Gespielt wird im Modus Jeder-gegen-Jeden über zweimal 20 Minuten bei je zwei Partien pro Tag.

Im Nordduell (in Minden) sind Düsseldorf/Ratingen, Ausrichter GW Dankersen und MTV Lübeck als letztjährige Zweitligisten am Start (während Hamburg-Nord verzichtet). Von der Landesebene haben JSG Köln, JSG LiT (Nettelstedt) und Owschlag/Kropp/Tetenhusen den Sprung ins Turnier geschafft. In der nördlichen Sechser-Gruppe werden vier Plätze ausgespielt, den fünf Mannschaften im Süden stehen indes drei zur Verfügung.

Durch die streng räumlich vorgenommene Zuordnung auf die beiden Austragungsorte – wobei die spielleitende Stelle von einer „Auslosung“ schrieb, die diese Gruppeneinteilung ergeben hätte – hat sich ein gewisses Ungleichgewicht eingestellt. Somit steht fest, dass es im Norden in jedem Fall mindestens einen neuen Zweitligisten geben wird. Im Umkehrschluss bedeutet dies jedoch auch, dass im Süden ein vormaliger Bundesligist rausfliegen wird. Eine weitere Chance wird es dieses Jahr für keinen mehr geben.

Trainer Justin Hahne beantwortete vor der Abfahrt nach Coburg noch ein paar Fragen.

Lief die Vorbereitung zufriedenstellend ab?

Justin Hahne: Im Großteil bin ich zufrieden. Meiner Meinung nach fehlen uns die Spiele auf Wettbewerbsniveau, aber die Trainingseinheiten waren soweit gut, ich bin mit den Trainingsspielen zufrieden und wir freuen uns, dass es jetzt endlich los geht. Als Mannschaft haben wir uns sehr gut gefunden und die Chemie passt. Leider können wir die letzte Woche nicht richtig nutzen, da einige Spieler auf Klassenfahrt sind.

Ist die Kaderzusammenstellung optimal oder gibt es Lücken/Schwachstellen?

Hahne: Die Kaderzusammenstellung finde ich hervorragend. Seitdem ich als Cheftrainer in der A-Jugend bin, hatte ich keinen Kader, welcher diese Tiefe hatte. Optimal gibt es im Jugendbereich wahrscheinlich nie. Wir haben auf einigen Positionen viel Qualität und gleichzeitig Spieler, die Verantwortung übernehmen wollen. Klar gibt es Bereiche, in denen uns vielleicht noch Erfahrung fehlt. Aber die Mannschaft bringt Tempo, Einsatz und Charakter mit. Das kann auf so einem Turnier extrem wichtig werden.

Sind Ausfälle zu beklagen?

Hahne: Es gibt einige angeschlagene Spieler. Hier wird sich erst vor Abfahrt zeigen, ob sie rechtzeitig fit werden.

Habt ihr euch speziell auf die Gegner und deren Spielweise eingestellt? Oder soll der „eigene Stiefel“ abgespult werden?

Hahne: Ich habe mir natürlich einige Informationen zusammengesucht, aber diese nicht an die Mannschaft getragen. Die sind eher für mich in den Auszeiten wichtig oder wenn es Spitz auf Knopf geht. Wir sollten unsere Leistung auf den Platz bringen und die Gegner sollen sich auf uns einstellen.

Gibt es Kritik am Modus?

Hahne: Es gibt hier einige Kuriositäten. Eine Mannschaft (Anmerkung: Köln) spielte die Vorquali im Süden, ist jetzt aber dem Norden zugeordnet. Und die Vergabe der Wild-Cards finde ich sehr fragwürdig. Ich dachte immer, dass wir uns im Sport sportlich qualifizieren sollten und die Plätze nicht verschenkt werden. Der DHB versucht, die Hürde für die kleinen Vereine, die wirkliche Jugendarbeit betreiben, immer höher zu setzen. Umso stolzer bin ich aber, wenn wir es erneut schaffen sollten.

Ist abzuschätzen, welche Gruppe stärker besetzt zu sein scheint?

Hahne: Von außen wirkt der Süden schon sehr stark besetzt. Viele Mannschaften kennen sich, viele Spiele waren vergangene Saison eng. Aber am Ende musst du auf diesem Niveau sowieso jedes Spiel voll da sein. Geschenkt bekommst du nichts.

Was ist sonst noch zu beachten?

Hahne: Es gibt viele Leute in unserem Kreis, die uns Trainer wahnsinnig unterstützen. Ohne diese Menschen wäre der volle Fokus für uns nicht möglich. Die Jungs wissen das extrem zu schätzen und ich hoffe, dass wir sie mit einer erfolgreichen Qualifikation belohnen können.

Spielplan

Samstag: 12 Uhr. Coburg – Hanau; 13.20 Uhr: Großwallstadt – Oftersheim/Schwetzingen; 14.40 Uhr: Bietigheim – Coburg; 16 Uhr: Hanau – Großwallstadt; 17.20 Uhr: Oftersheim/Schwetzingen – Bietigheim.

Sonntag: 10 Uhr: Großwallstadt – Coburg; 11.20 Uhr: Oftersheim/Schwetzingen – Hanau; 12.40 Uhr: Bietigheim – Großwallstadt; 14 Uhr: Coburg – Oftersheim/Schwetzingen; 15.20 Uhr: Hanau – Bietigheim.

Spielort: Arena Coburg

Livestream sollte es geben, müsste über handball.net auffindbar sein. Dort werden diese Spiele bislang aber nicht aufgeführt.

Bild oben: Mindestens so erfolgreich wie in Biberach wollen sie sein, die Jungs von der A1 der HG (von links): Björn Erny (CT), Tom Baldauf (RR), Gabriel Weidner (K), Malte Aeckerle (RL), Dante Wagner (R), Joshua Wolf (T), Jan-Mathis Derr (LA), Raphael Mehlis (LA), Jona Himmelmann (RA), Jakub Dudziak (RL), Finn Hoberg (K), Robin Wolf (K), Fabio Jäger (RA), Jasper Rohr (R), Lennart Auth (LA), Raphael Schmitt (R), Niklas Philipp (T), Justin Hahne (TR), Christian Wolf (TT). Es fehlt Valentin Kuhlee (R).

Unsere Premium-Partner

Die HG-News. Aus erster Hand.

Du willst regelmäßig über HG-News informiert werden? Registriere Dich jetzt für den kostenlosen HG-Newsletter. Du kannst Dich jederzeit kostenlos wieder abmelden.