HG verliert Butter vom Brot

Regionalliga: HG muss sich in Heddesheim mit einem Punkt begnügen.
Bei diesem 29:29 (12:14)-Unentschieden zwischen den Regionalliga-Teams der SG Heddesheim und der HG Oftersheim/Schwetzingen gibt es kaum abweichende Meinungen über die Wertung. Hier hat der Drittliga-Absteiger HG einen Punkt in den Sand gesetzt und der letztjährige Aufsteiger SGH sich einen verdient erkämpft. So gratulierte auch HG-Trainer Christoph Lahme – mit Sicherheit etwas widerwillig, oder vielmehr weitgehend enttäuscht: „Meinen größten Respekt an Euch für diesen Fight am Ende.“ Zu zwei Gelegenheiten hatte seine Mannschaft das Geschehen völlig im Griff und musste sich dennoch mit dieser Zählerteilung begnügen. „Das tut verdammt weh“, gestand der Coach ein. „Wir haben die letzten zwölf Minuten nicht konsequent das umgesetzt, was wir uns vorgenommen hatten.“


Zum Start wurde der Gastgeber fast überrollt, weshalb dessen Coach Frank Schmitt beim 1:5 aus seiner Sicht zur Notbremse griff (8.). Lahme hatte einen Doppelwechsel riskiert, schickte Eddy Hammarberg und einen zusätzlichen Kreisläufer mit in die Deckung. Vorne wurden erste, zweite Welle teilweise mit sieben Angreifern ausgeführt. Im Anschluss an die Auszeit entwickelte sich ein etwas ausgeglichenerer Verlauf, bis die HG mit ihren zunehmend auftretenden Fehlern es der SGH dann ermöglichte, den einen oder anderen Anschluss (10:11, 12:13) zu setzen. Zu sehr rieben sich die Rückraumakteure in Zweikämpfen auf. Doch zwei Tore Vorsprung wurden noch mit in die Kabine genommen.
Ein ähnliches Muster entwickelte sich zur zweiten Halbzeit, nur mit größeren Amplituden. Die Gäste brillierten mit teilweise sehr ansehnlichem Kombinationshandball, weshalb zu diesem Zeitpunkt mancher Funktionär der Hausherren eine richtige Klatsche befürchtete. Auch ein Sieben-gegen-Sechs-Versuch Heddesheims verlief weitgehend im Leeren, respektive zog drei HG-Treffer ins leere Netz nach sich. Doch nach sieben Toren Vorsprung (19:26/48.) war Schluss mit der Herrlichkeit. Heddesheim kam zu mehr als einem Anschlusstreffer bei nun acht Fehlangriffen von Oftersheim/Schwetzingen. Nur Lukas Hepp mit einem Heber von Rechtsaußen (22:27/52.) und Kreisläufer Marc Kern (23:28/53.) trafen noch. Aber noch schien nichts verloren.


Unglücklich dann die Folgen der Auszeit bei noch drei Toren im Plus von Lahme (25:28/54.), denn anschließend lief fast nichts mehr zusammen, kam kaum ein Ball mehr an. Rouven Hoffmann, Luca Seitz und Niclas Winkler glichen bis zur vorletzten Minute für die SGH aus, während die HG ihr die Bälle schenkte. Bei 30 Restsekunden dann die finale Besprechung Oftersheim/Schwetzingens. Yannick Muth tankte sich durch und traf (59:46) zur erneuten Führung. Timeout für Heddesheim, welches es dann mit sieben Mann versuchte. Philipp Ulrich hatte rechtzeitig am Kreis ausreichend Platz und sicherte den Punkt für den vermeintlichen Außenseiter.
Lahmes Analyse war eindeutig: „Es wurde nur noch Klein-Klein gespielt, es gab keinen Spielfluss mehr, wir haben keine Lösungen mehr gefunden. Wir hatten nur noch zwei, drei Pässe, dann kam das Foul, haben wir uns festmachen lassen.“ Vielleicht wurden auch die Außenspieler – vornehmlich der linken Seite – zu wenig in die Abläufe eingespannt. Ebenso ließ das HG-Rückzugsverhalten nach, es offenbarten sich zu große Lücken im Verbund. Der HG-Trainer abschließend: „Wir sind selbst verantwortlich, wie die Spiele ausgehen, weil wir die technischen Fehler produzieren.“


Für Heddesheims Trainer-Duo sprach Marco Dubois, der die „geile“ Stimmung lobte, die beide Fanlager verursacht hätten: „Wir starteten in beide Halbzeiten schlecht, verwarfen zu viel. Bis es uns dann jeweils gelang, die Stoppfouls zu ziehen, denn wir wollten Muth seine Tiefe nehmen und seine Kreiskooperation stören. Das hat dann geklappt.“
HG: Berghoffer, Zupp; Barthelmeß (6/6), D. Huljak (2), Angel, Kern (3), V. Huljak (2), Auth, Nauß (1), Schmitt (1), Klein (4), Hammarberg, Hepp (3), Muth (7).
Mike Junker, Fotos: Siegfried Brombach


