Bravouröser Auftritt in Halbzeit eins

3. Liga: Geschwächte HG muss sich Favorit Würzburg dennoch beugen.
Die HG Oftersheim/Schwetzingen bot in der 3. Handball-Liga dem eindeutigen Favoriten Wölfe Würzburg lange Zeit eindrucksvoll Paroli, musste aber letztlich außer Anerkennung eine 30:40 (19:21)-Niederlage hinnehmen. Ab der 40. Minute erlahmten allmählich die Kräfte. „Da kamen plötzlich ganz viele Fehler in unser Spiel“, zeigte sich Trainer Christoph Lahme sichtlich enttäuscht. „Wir konnten dann – auch aufgrund der Qualität und der Kaderbreite der Wölfe – nicht mehr umsetzen, was wir uns vorgenommen hatten.“
Vor dem Spiel stellte sich die Frage, ob der Rückzug von aktuellen Aufstiegsambitionen, anders als zuvor ausgegeben, Auswirkungen auf die Moral der Gastgeber haben würde. Eine Konsequenz scheint zu sein, dass immer mehr Spieler dem Stammverein DJK Rimpar den Rücken kehren wollen. Aber zuvor gab es wohl auch schon Ungereimtheiten. Das österreichische Torwarttalent Marko Bogojevic (Jahrgang 2005) lässt sich bei seinem „Abgesang“ zitieren: „Für mich hat sich bereits früh in der Saison abgezeichnet, dass meine sportlichen Vorstellungen und der eingeschlagene Weg hier nicht vollständig übereinstimmen. Daher war die Entscheidung am Ende für mich nur konsequent, auch wenn ich mir die gemeinsame Zeit insgesamt anders vorgestellt hatte.“
Bundesligareife Atmosphäre
Auf den Rängen machte sich die Abkehr von Bundesliga-Träumen noch nicht bemerkbar, lag mit 1.423 Zuschauern sogar leicht über dem bisherigen Durchschnitt (1.316). Über die Einstellung der Profis auf der Platte lässt sich nur spekulieren.
Das mit vier Akteuren aus der „Ib“ sowie drei der A-Jugend aufgefüllte HG-Team unterdessen – auch Co-Trainer Timo von Albedyll durfte wieder ran – zeigte jedenfalls, dass es sich nicht verstecken musste. Es spielte von jeglichem äußeren Druck entlastet befreit und entfesselt auf, führte schnell 6:3 (6.) und 8:5 (9.). Doch allmählich fanden auch die Hausherren ihren Spielrhythmus, kamen näher (7:8/12.), glichen aus (9:9/10.), überholten (15:13/19.). Ein Doppelschlag des gut aufgelegten Yannick Muth brachte noch einmal den Gleichstand. Zur Pause klaffte jedoch bereits eine kleine Lücke.
„Junge“ fügen sich gut ein
Diese wurde nach Wiederanpfiff bald stetig größer. Aus dem 24:26-Rückstand (40.) wurde nach einigen misslungenen HG-Angriffen ein 26:33 (50.). Lahme versuchte mittels Auszeit die eigene Angriffsleistung noch einmal zu optimieren und die Gegentorflut einzudämmen. Dies fruchtete indes nicht wirklich, die Luft war raus (37:26/54.). „30:40 hört sich wie ein Brett an, aber das war es definitiv nicht“, unterstrich er. „Wir holen aktuell alles raus, was wir haben, das sieht man an der Aufstellung.“
Die erste Halbzeit bezeichnete er als „gut, aber mit fünf bis sechs Gegentoren zu viel“, da nur fünf Paraden zu verzeichnen gewesen seien. „Der Angriff war hingegen sehr gut.“ Lob spricht er unter anderem auch „den Jungen aus, die sich stark präsentiert haben. Wie gesagt: Das Ergebnis liest sich schlimmer, als es der Spielverlauf war“
HG: J. Wolf, Fauerbach; Barthelmeß (7/6), Antritter (3), Hepp, Kern (3), V. Huljak (1), Nauß, von Albedyll (2), Ihrig, Novo (1), D. Huljak (1), Haase (3), Muth (9), Hell.
SZ/Michael Wiegand & Mike Junker


