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“Was werfen wir zusammen?”

Regionalliga Herren: HG unterliegt TVS Baden-Baden nach ungenügender Leistung vorne wie hinten.

Die Frage nach dem “Auf-und-Ab”, dem “Hin-und-Her” beim Handball-Regionalligisten HG Oftersheim/Schwetzingen ist nach der 30:36 (13:17)-Niederlage gegen den TVS Baden-Baden eindeutig beantwortet, es hält an. Von drei beteiligten Parteien waren möglicherweise zwei nicht immer auf der Höhe des Zeitgeschehens. In der gegen Ende hitzig-eskalierenden, teilweise auszuarten drohenden Partie behielten die Referees dann aber die notwendige ruhige Ausstrahlung, um das Match ohne Tumulte austaumeln zu lassen. Die Punktlosigkeit hat der Hausherr ganz alleine mit seiner teils ungenügenden Leistung zu verantworten.

Es war schon kein Herbstrauschen mehr, das über die HG hinwegfegte, sondern phasenweise eher ein pfiffiger Wintersturm, der sie um die nächsten Zähler brachte. Es mangelte vom Start weg nicht an Einwurfgelegenheiten, doch drei Aluminiumtreffer mit Abprallern, die beim Gast landeten, wurden mit dem 1:7 (11.) quittiert. “Wir starteten ziemlich bescheiden”, blickte HG-Coach Christoph Lahme enttäuscht zurück, “mit Doppelpfosten und Latte. Wir funktionierten auch später in der Offensive gar nicht und setzten heute nicht das um, was wir uns für die Abwehr vorgenommen hatten”.

Nach elf unvollständig abgeschlossenen heimischen Angriffen und dem 3:11 (17.) musste er schon zur zweiten Auszeit rufen. Der vor rund einem Monat 17 Jahre alt gewordene Raphael Schmitt sollte es jetzt auf der Mitte richten, die Deckung wurde offensiver gestellt und prompt holte der Gastgeber auf (8:13). Sandweier probierte es nun mit dem siebten Feldspieler. Nach schnellen Toren in den leeren TVS-Kasten von Marc Kern und Keeper Robin Zupp, wurde das Experiment umgehend wieder beendet.

In Unterzahl, nach einer zumindest fragwürdigen direkten Hinausstellung gegen Yannick Muth (30.), gelang Edward Hammarberg sogar der Anschlusstreffer zum 16:17. Es war ein erster Fingerzeig, dass die Partie auch in die andere Richtung gehen könnte – es sollte der einzige bleiben. Zwischendurch stöhnte Lahme laut am Spielfeldrand: “Was werfen wir bloß zusammen?” Später meinte er: “Bei freien Durchbrüchen haben wir keine Tore gemacht.” Außerdem musste er zusehen, wie nun wieder Bälle verloren gingen. “Es war kurz in Ordnung, was wir spielten und dann kommt eine Flut von technischen Fehlern, wichen wir erneut vom konzeptionellen Plan ab.” Oder wie es Außenspieler Max Barthelmeß noch am Folgetag formulierte: “Es ist zum Ausrasten, wir machen uns immer selbst das Leben schwer.”

Der TVS traf nun vermehrt aus der zweiten Reihe, nachdem im ersten Durchgang die HG-Defensive oft ausgewackelt worden war. Zu einfach, um den Spieß noch einmal umzudrehen. Die eigene Fehlerquote nach der Pause (sieben) war bei zehn Toren bis zum 23:29 (52.) zwar relativ gering, doch die Mittelbadener lochten praktisch jedes Mal ein. Lahme: “Wir sind in der Abwehr zu passiv geworden, lassen Sandweier in Schlagwurfsituationen kommen, die Messe war vorbei.”

Als ein Fazit bleibt, fast alle HG-Spieler trugen sich in die Liste der Torschützen ein, aber auch genauso erhielten sie ihre Streichresultate bei Würfen oder Pässen, die nicht im oder am Ziel landeten. Dazu sammelten sie fleißig Zeitstrafen (14 Minuten), während der TVS seine erste Hinausstellung (ohne jegliche Gelbe Karte) erst nach über 51 Minuten hinnehmen musste als Folge einer kleinen verbalen Auseinandersetzung und Rangelei mit Kapitän Kern. Aber da war die Geschichte schon entschieden.

Kern war nach seiner Muskelverletzung erstmals wieder im Aufgebot, kam als dritter Kreisläufer dann gelegentlich in der Deckung zum Einsatz. Einer der wenigen Lichtblicke des Abends. Andere wie Mittespieler Henri Hell oder sein vorgesehener Ersatzmann Manuel Ihrig waren dafür nur mit Gehhilfen in der Halle beweglich. Die Personallage bleibt angespannt.

HG: Zupp (1), Berghoffer; Barthelmeß (6/1), D. Huljak (2), Angel (1), Kern (1), V. Huljak (5), Auth, Schmitt (2), Nauß, Klein (7), Hammarberg (4), Hepp, Muth (1).

Fotos: S. Brombach

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