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Rolle rückwärts bei Rimpar

3. Liga: Spielt HG bei Würzburgs Wölfen um die sprichwörtliche Ananas?

Hätte jemand vor ein paar Tagen bei den Drittliga-Handballern nachgefragt, mit welcher Motivation sie die Partie bei den Wölfen Würzburg von der DJK Rimpar angehen wollen, wäre bestimmt öfter sinngemäß der Satz gefallen, den Franken den Weg in die Aufstiegsrunde zu erschweren. Dies ist seit Mittwoch jedoch hinfällig.

Der Deutsche Handballbund (DHB) als Veranstalter der 3. Liga und der Aufstiegsrelegation hat bislang nicht veröffentlicht, welche Mannschaften sich für die Runde zur 2. Bundesliga beworben haben, obwohl der Meldetermin schon über zwei Wochen zurückliegt. Aus jeder der vier Staffeln dürfen die beiden Erstplatzierten teilnehmen, maximal der Dritte oder Vierte könnte nachrücken. Reserve-Mannschaften sind anders als bei den Frauen nicht zugelassen. Zehn Aspiranten sollten es sein, ist einzig durchgesickert.

Darunter befand sich auch der TSB Horkheim, aktuell auf Platz 3 hinter HC Erlangen II. Dieser hatte gemeldet, nun aber seinen Verzicht bekundet, die nötigen Unterlagen zum Lizenzantrag (befristet auf 31. März) nicht einzureichen. „Wir haben dem DHB unser grundsätzliches Interesse an einer Teilnahme signalisiert. Im Anschluss daran haben wir die möglichen nächsten Schritte intensiv beraten“, wird in der Vereinsmitteilung erläutert. „Nach sorgfältiger Abwägung aller Faktoren ist der Verein zu dem Entschluss gekommen, den Antrag nicht weiterzuverfolgen.“

Große Risiken

Kurz davor war auch aus Kornwestheim vom dortigen Spitzenreiter zu hören, dass ihm dieser Schritt zu riskant erscheint. „Wir haben uns die Situation ganz genau angeschaut, doch aufgrund mehrerer Faktoren ist es aktuell einfach nicht möglich, eine Zweitliga-Saison mit all ihren professionellen Anforderungen zu stemmen, dafür braucht es sehr viel Manpower, die wir so nicht bieten können. Wir hätten Probleme sowohl bei der Spielstätte als auch im Trainingsbetrieb“, heißt von dort.

Jetzt platzte die Bombe in Würzburg, wo der Aufstieg wie letzte Saison als alternativloses Ziel ausgegeben worden war. Die Spielbetriebgesellschaft von Rimpars Wölfen, deren Spieler am Dienstagabend informiert wurden, wolle sich sportlich, wirtschaftlich und organisatorisch konsolidieren. Langfristig soll weiterhin professioneller Handball im Raum Würzburg angeboten werden. Aber jetzt liege der Fokus auf einem weiteren Jahr 3. Liga, bevor mittelfristig die 2. Liga wieder ins Auge gefasst werden soll. Eine komplette Rolle rückwärts also. „Nach intensiven internen Gesprächen hat sich der Handballklub bewusst zu diesem Schritt entschieden, um den aktuell anstehenden strukturellen Umbruch verantwortungsvoll zu gestalten”, heißt es in der zugehörigen Presseaussendung der Franken.

Krasse Unterschiede

Überhaupt erscheint das anstehende Kräftemessen wie der Vergleich zwischen Goliath und David. Acht Trainingseinheiten werden pro Woche in den Hügeln über dem Main absolviert. Bei fast einer Million Euro lag der Etat noch vor zweieinhalb Jahren beim Abstieg. Gespielt wird in einer Multifunktionshalle mit einer Kapazität von über 3000 Zuschauern für Ballsportarten. Über die Saison hinweg wurden einige erfahrene Akteure hinzuverpflichtet, um größere Stabilität zu erreichen, Ausfälle zu kompensieren, zuletzt im Februar. Dimensionen, die bei der HG so nicht vor- und darstellbar sind.

Dies alles führte jedoch nicht ganz zum Ziel. Der Ex-Zweitligist sammelte schon 18 Minuspunkte. Damit ist er derzeit nur Fünfter und dürfte auch gar nicht an der Aufstiegsrunde teilnehmen. Und die Chancen dort zu bestehen, erscheinen ohnehin gering. Erst Recht im Erfolgsfall. Die Beispiele der letztjährigen Aufsteiger Oppenweiler/Backnang und Krefeld lassen grüßen. Sie zieren das Ende der Zweitliga-Tabelle, die Schwaben bislang sogar ohne Sieg.

Außerdem gibt es noch finanziellen Stress am Main, da Coronahilfen teilweise nicht ausbezahlt wurden, andere zurückgefordert würden. Dies hätte die Wölfe-Gesellschaft mbH und ihre Existenz in Gefahr gebracht sowie zu akuten Liquiditätsproblemen geführt. Es soll sich um rund 150.000 Euro handeln.

Muster ohne Wert?

Verkommt so die anstehende Begegnung der HG Oftersheim/Schwetzingen zu einem Muster ohne Wert? Wohl eher nicht. Der Gastgeber ist seinen aktuellen und künftigen Sponsoren einiges schuldig. Dieses Segment soll ausgebaut werden. Und die Badener sind heiß darauf, nach der letzten Enttäuschung, sich den Frust von der Seele zu werfen und ein ganz kleines Licht leuchtet ja noch am Ende des dunklen Ganges.

Wölfe Würzburg – HG Oftersheim/Schwetzingen (Sonntag, 15 Uhr, Arena Würzburg)

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21. Mai 2026

Heißes Pflaster Coburg?

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Heißes Pflaster Coburg?

JBLH-A: HG kämpft am Wochenende mit vier Gegnern um drei Plätze. Coach Justin Hahne im Interview.

Die wochen-, ja sogar monatelange Vorbereitungszeit auf das finale und für die A-Jugend der HG Oftersheim/Schwetzingen einzige Qualifikationsturnier zur 2. Bundesliga ihrer Altersklasse (JBLH) steht nun unmittelbar bevor. Am Wochenende geht es ins nördliche Frankenland. Dort richtet in Coburg der ansässige HSC den zweitägigen Wettkampf für den Südbereich aus.

Die Kurpfälzer treffen dabei auf die ebenfalls runderneuerten Mannschaften ihrer Staffel der letzten Saison, die hinter ihr lagen: die SG BBM Bietigheim, eben der HSC Coburg und die HSG Hanau. Alle waren für diese Ausscheidung gesetzt, mussten nicht an landesverbandsinternen Vorausscheidungen teilnehmen. Aus einem dieser Regionalbereiche hat sich der TV Großwallstadt noch durchgesetzt. Die Unterfranken werden am Samstag dann der Auftaktgegner von Oftersheim/Schwetzingen sein. Gespielt wird im Modus Jeder-gegen-Jeden über zweimal 20 Minuten bei je zwei Partien pro Tag.

Im Nordduell (in Minden) sind Düsseldorf/Ratingen, Ausrichter GW Dankersen und MTV Lübeck als letztjährige Zweitligisten am Start (während Hamburg-Nord verzichtet). Von der Landesebene haben JSG Köln, JSG LiT (Nettelstedt) und Owschlag/Kropp/Tetenhusen den Sprung ins Turnier geschafft. In der nördlichen Sechser-Gruppe werden vier Plätze ausgespielt, den fünf Mannschaften im Süden stehen indes drei zur Verfügung.

Durch die streng räumlich vorgenommene Zuordnung auf die beiden Austragungsorte – wobei die spielleitende Stelle von einer „Auslosung“ schrieb, die diese Gruppeneinteilung ergeben hätte – hat sich ein gewisses Ungleichgewicht eingestellt. Somit steht fest, dass es im Norden in jedem Fall mindestens einen neuen Zweitligisten geben wird. Im Umkehrschluss bedeutet dies jedoch auch, dass im Süden ein vormaliger Bundesligist rausfliegen wird. Eine weitere Chance wird es dieses Jahr für keinen mehr geben.

Trainer Justin Hahne beantwortete vor der Abfahrt nach Coburg noch ein paar Fragen.

Lief die Vorbereitung zufriedenstellend ab?

Justin Hahne: Im Großteil bin ich zufrieden. Meiner Meinung nach fehlen uns die Spiele auf Wettbewerbsniveau, aber die Trainingseinheiten waren soweit gut, ich bin mit den Trainingsspielen zufrieden und wir freuen uns, dass es jetzt endlich los geht. Als Mannschaft haben wir uns sehr gut gefunden und die Chemie passt. Leider können wir die letzte Woche nicht richtig nutzen, da einige Spieler auf Klassenfahrt sind.

Ist die Kaderzusammenstellung optimal oder gibt es Lücken/Schwachstellen?

Hahne: Die Kaderzusammenstellung finde ich hervorragend. Seitdem ich als Cheftrainer in der A-Jugend bin, hatte ich keinen Kader, welcher diese Tiefe hatte. Optimal gibt es im Jugendbereich wahrscheinlich nie. Wir haben auf einigen Positionen viel Qualität und gleichzeitig Spieler, die Verantwortung übernehmen wollen. Klar gibt es Bereiche, in denen uns vielleicht noch Erfahrung fehlt. Aber die Mannschaft bringt Tempo, Einsatz und Charakter mit. Das kann auf so einem Turnier extrem wichtig werden.

Sind Ausfälle zu beklagen?

Hahne: Es gibt einige angeschlagene Spieler. Hier wird sich erst vor Abfahrt zeigen, ob sie rechtzeitig fit werden.

Habt ihr euch speziell auf die Gegner und deren Spielweise eingestellt? Oder soll der „eigene Stiefel“ abgespult werden?

Hahne: Ich habe mir natürlich einige Informationen zusammengesucht, aber diese nicht an die Mannschaft getragen. Die sind eher für mich in den Auszeiten wichtig oder wenn es Spitz auf Knopf geht. Wir sollten unsere Leistung auf den Platz bringen und die Gegner sollen sich auf uns einstellen.

Gibt es Kritik am Modus?

Hahne: Es gibt hier einige Kuriositäten. Eine Mannschaft (Anmerkung: Köln) spielte die Vorquali im Süden, ist jetzt aber dem Norden zugeordnet. Und die Vergabe der Wild-Cards finde ich sehr fragwürdig. Ich dachte immer, dass wir uns im Sport sportlich qualifizieren sollten und die Plätze nicht verschenkt werden. Der DHB versucht, die Hürde für die kleinen Vereine, die wirkliche Jugendarbeit betreiben, immer höher zu setzen. Umso stolzer bin ich aber, wenn wir es erneut schaffen sollten.

Ist abzuschätzen, welche Gruppe stärker besetzt zu sein scheint?

Hahne: Von außen wirkt der Süden schon sehr stark besetzt. Viele Mannschaften kennen sich, viele Spiele waren vergangene Saison eng. Aber am Ende musst du auf diesem Niveau sowieso jedes Spiel voll da sein. Geschenkt bekommst du nichts.

Was ist sonst noch zu beachten?

Hahne: Es gibt viele Leute in unserem Kreis, die uns Trainer wahnsinnig unterstützen. Ohne diese Menschen wäre der volle Fokus für uns nicht möglich. Die Jungs wissen das extrem zu schätzen und ich hoffe, dass wir sie mit einer erfolgreichen Qualifikation belohnen können.

Spielplan

Samstag: 12 Uhr. Coburg – Hanau; 13.20 Uhr: Großwallstadt – Oftersheim/Schwetzingen; 14.40 Uhr: Bietigheim – Coburg; 16 Uhr: Hanau – Großwallstadt; 17.20 Uhr: Oftersheim/Schwetzingen – Bietigheim.

Sonntag: 10 Uhr: Großwallstadt – Coburg; 11.20 Uhr: Oftersheim/Schwetzingen – Hanau; 12.40 Uhr: Bietigheim – Großwallstadt; 14 Uhr: Coburg – Oftersheim/Schwetzingen; 15.20 Uhr: Hanau – Bietigheim.

Spielort: Arena Coburg

Livestream sollte es geben, müsste über handball.net auffindbar sein. Dort werden diese Spiele bislang aber nicht aufgeführt.

Bild oben: Mindestens so erfolgreich wie in Biberach wollen sie sein, die Jungs von der A1 der HG (von links): Björn Erny (CT), Tom Baldauf (RR), Gabriel Weidner (K), Malte Aeckerle (RL), Dante Wagner (R), Joshua Wolf (T), Jan-Mathis Derr (LA), Raphael Mehlis (LA), Jona Himmelmann (RA), Jakub Dudziak (RL), Finn Hoberg (K), Robin Wolf (K), Fabio Jäger (RA), Jasper Rohr (R), Lennart Auth (LA), Raphael Schmitt (R), Niklas Philipp (T), Justin Hahne (TR), Christian Wolf (TT). Es fehlt Valentin Kuhlee (R).

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