Klassenerhalt nimmt Konzentration

Regionalliga Frauen: HG in Schmiden/Oeffingen erst mit kollektivem Blackout, dann mit enormer Leistungssteigerung.
Nicht unerwartet hatte Regionalligist HG Oftersheim/Schwetzingen beim HC Schmiden/Oeffingen, einer der Topmannschaften, nicht viel zu bestellen. Die Kurpfälzer Handballerinnen unterlagen nach desaströser erster Spielhälfte 30:39 (8:19). Eine Leistungssteigerung nach entsprechender Beratung in der Pause half mit 22 Gäste-Treffern nur, die Niederlage etwas einzudämmen.
5:0, 10:3 und 15:5 (24.) waren Durchgangsstationen, die HG-Trainer Carsten Sender so nicht erwartet hatte und auch nicht akzeptieren wollte. Schon nach knapp fünf Minuten hatte er die erste Timeout-Karte gezogen, die nächste sollte bald folgen. Die Auswirkungen davon waren im Ergebnis jedoch nicht auszumachen. „Die erste Halbzeit war unsererseits ein kollektiver Blackout. Wir waren nicht bereit, dem Dritten der Tabelle in geistiger und physischer Hinsicht entgegenzutreten. Unsere zwei Auszeiten brachten leider keine Wende.“
Sender berichtet noch ausnahmsweise von der An- und Aussprache hinter verschlossenen Türen: „Unsere Halbzeitpause war emotional zielführend. Wir fanden dann über ein strukturiertes Formationsspiel und gute Umschaltmomente zu unserem Spiel. Wir haben leider einige 100-prozentige Torchancen nicht genutzt. Sonst hätten es statt 22 bestimmt auch knapp 30 Tore für uns werden können.“
Doch so verbessert wie die Angriffsversuche jetzt abliefen, so wenig kam es zu einer wirklichen Trendwende. Ballgewinne im Defensivbereich blieben rar, der Rückstand um die zehn Treffer Differenz war wie einbetoniert. Der Coach war dennoch nicht unzufrieden, verteilte kollektives und individuelles Lob: „Das Team war nun präsent, mein Kompliment. Jasmin Jung blieb als Vollstreckerin ohne Fehlwurf. Sie zusammen mit Tabea Ernst und Lena Magnus bildeten ein Top-Rückraumtrio.“
Hier fehlte Florine Sender, eine der etatmäßigen Spielgestalterinnen. Sie war wegen einer Schulterverletzung nicht spielfähig, hatte es zu Beginn erfolglos probiert. Deshalb richtet Sender einen besonderen Dank an Lea Schmitt aus der zweiten Mannschaft. Diese war nach dem Sieg ihres Teams aus Hambrücken nach Fellbach geeilt und stellte sich dort noch zur Verfügung.
Der Übungsleiter hat auch noch eine Theorie parat, was den peinlichen Auftritt in den ersten 30 Minuten angeht: „Natürlich war uns vor dem Match bewusst, dass wir auch im nächsten Jahr wieder Regionalliga spielen dürfen. Und das schon vier Spieltage vor Ende! Trotz aller Umstände gelang es uns, den Abstieg zu vermeiden. Eventuell hat das dann da unsere Gedanken abschweifen lassen.“
HG: Giehl, Myrianidou; Sender, Racky (1), Li. Magnus (1), Ernst (4), Le. Magnus (3), Jung (13/2), Patzschke (2), Schmitt (1), Hielbig (1), Föllinger (1).


