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Laden... HG Oftersheim/Schwetzingen

Inklusion braucht Mut und Leidenschaft

Die HG-Unified-Hyänen feierten ihren 3. Mannschaftsgeburtstag.

Dass dieser Samstag kein „normaler Trainingstermin“ sein würde, darüber waren sich alle Akteure schon im Vorfeld im Klaren. Ein liebevoll geschmücktes Foyer mit rot/weißen Luftballons und Girlanden mit dem Schriftzug „HG-Unified-Hyänen, herzlich Willkommen“ begrüßte die Gäste. Die Verantwortlichen der HG-Unified-Hyänen hatten zum 3. Geburtstag der Mannschaft in die Kreissporthalle Schwetzingen eingeladen, um ihr Sportangebot für Menschen mit und ohne Handicap vorzustellen.

Für alle Athleten und Athletinnen sowie deren Eltern und Betreuer war es eine Selbstverständlichkeit, die Einladung anzunehmen und so diese außergewöhnliche Feier mitzugestalten. Aber auch geladene Gäste waren der Einladung zahlreich gefolgt. So ließen es sich auch „offizielle Vertreter“ aus den umliegenden Gemeinden nicht nehmen, Teil des Festes zu sein: Schwetzingens erste Bürgermeisterin Lisa Schlüter, Stadtrat Hans-Peter Müller in Vertretung von Oberbürgermeister Matthias Steffan, Staatssekretär und Landtagsabgeordneter Andre Baumann mit seinem Büroleiter Patrick Alberti, Landtagsabgeordneter Andreas Sturm, Vertreter der Gemeinderäte Schwetzingen und Oftersheim, der Vorsitzende des Inklusionsbeirats Schwetzingen Gerhard Rummel, Vertreter der Lebenshilfe und Johannes Diakonie des Hauses Brühl sowie Vorstände der HG und der Stammvereine TSV 1895 Oftersheim und TV 1864 Schwetzingen waren gekommen und wurden von HG-Vorstandsmitglied Michael Zipf und Projektleiterin Petra Frank persönlich begrüßt. Zu diesem Zeitpunkt lief das Training in der Halle bereits, aufgeteilt in zwei Gruppen.

Zipf und Frank standen allen Besuchern Rede und Antwort und erklärten das gerade auf dem Spielfeld stattfindende differenzierte Training, das individuell nach Stärke der einzelnen Akteure aufgebaut ist. „Fördern statt fordern“, so das Motto der Unified-Coaches. Viele Gäste waren von dem Treiben auf der Platte beeindruckt, vor allem aber mit welch hohem Einsatz und Energie die Teilnehmer und Teilnehmerinnen in ihren neuen schicken Trainingsshirts unterwegs waren. Alle Sportler ernteten anerkennenden Applaus aus den Zuschauergruppen.

Auf fünf großen Pinnwänden stellten sich die Mannschaftsmitglieder und Trainer im Foyer in Form von Steckbriefen (in leichter Sprache) vor. Dabei war nicht zu übersehen, mit welchem Eifer die Athleten und Athletinnen diese „Aufgabe“ erfüllt hatten. „Einige haben ihre Steckbriefe selbst ausgefüllt und verziert, andere mit Unterstützung – aber letztlich fehlt keiner!“ so die Projektleiterin stolz. Auf weiteren Tafeln wurde ein Einblick in die Arbeitsweise des Trainerteams von Schulungen über Netzwerkarbeit, Trainingsplanerstellung und den kürzlich veröffentlichen Comic „CHANCE“, vermittelt.

Zur Feier des Tages gab es dann auch noch Überraschungsgäste für die Unified. Die erste Herrenmannschaft der HG mit ihrem Trainer Christoph Lahme ließ es sich nicht nehmen, zur Geburtstagsfeier in der Kreissporthalle vorbeizuschauen, um zu gratulieren. Die Überraschung war gelungen!

In seiner kurzen Begrüßung erklärte Zipf, dass Trainer und Betreuer der inklusiven Mannschaft „einmal einen Blick hinter die Kulissen“ des Trainings ermöglichen und das große Engagement der Athleten und der Coaches zeigen wollten. Er berichtete, dass sich die HG seit 15 Jahren immer wieder, zunächst sporadisch und seit 2020 intensiv, mit dem Thema Inklusion beschäftigt habe. Veranstaltungen in den Jahren 2011, 2013 (Beat meets Ball XXL) und 2017 stellten die „ersten Gehversuche“ der HG zu diesem Thema dar. Als das Thema Inklusion bei der HG dann im Jahr 2020 erneut „spruchreif“ wurde, traf dieses Vorhaben gleichzeitig auf eine Initiative der Stadt Schwetzingen mit dem gleichen Fokus. Corona unterbrach bzw. erschwerte im weiteren Verlauf zunächst die Vorbereitungen. Im Oktober 2021 wurde das erste Format, der Open Sporty Sunday, gemeinsam mit dem TV 1864 Schwetzingen ins Leben gerufen. Die HG war Mitinitiator dieser erfolgreichen Veranstaltung gewesen. Unabhängig vom Open Sporty Sunday wollte die HG zusätzlich ein permanentes inklusives Handball-Angebot etablieren. Im Oktober 2022 startete das erste inklusive Handballtraining bei der HG, die Unified-Hyänen, mit Unterstützung der Lebenshilfe und der „Wiesel Wiesloch“, die schon länger eine inklusive Handballmannschaft „ins Rennen schicken“.

Michael Zipf im Gespräch mit Patrick Alberti (Mitte), Büroleiter des Landtagsabgeordneten Andre Baumann (rechts)

Von anfänglich acht Teilnehmern seien nun regelmäßig zwanzig bis fünfundzwanzig im vierzehntägigen Samstagstraining dabei. Das Vermitteln von Fertigkeiten wie Werfen, Prellen, Fangen, von Koordination, Beweglichkeit und Werten wie Teamgeist, Toleranz und Respekt im Umgang miteinander seien wichtige Bestandteile im Trainingsalltag. Die HG eröffne allen Menschen mit und ohne Handicap die Chance zur Teilhabe am Sport und nun auch verstärkt im Freizeitbereich. Dazu gehören Besuche bei den Heimspielen der HG in der 3. Liga oder die erstmalige Teilnahme am HardtRun des TSV Oftersheim. Zu allen HG-Aktivitäten wie Sommerfest oder dem bevorstehenden Weihnachtssingen am 14. Dezember sind immer alle Akteure eingeladen.

Schwetzingens Erste Bürgermeisterin Lisa Schlüter und OB-Stellvertreter, Stadtrat Hans-Peter Müller, lobten die HG für ihr wichtiges Engagement.

Auch Projektleiterin Petra Frank ließ es sich nicht nehmen, einige Worte an die Gäste zu richten. Sie sei beeindruckt von dem heutigen großen Interesse an diesem Projekt, bedankte sich bei der HG-Familie für die herzliche Aufnahme der inklusiven Mannschaft und hob hervor, dass der Überraschungsbesuch der ersten Herrenmannschaft ein ganz besonderes Zeichen der Freundschaft und Wertschätzung ihrer Mannschaft gegenüber sei. An die Adresse ihrer Athleten gerichtet, bedankte sie sich für deren Mut, immer regelmäßig zum Training zu erscheinen und auch künftig an den geplanten Veranstaltungen außerhalb der Trainingstermine teilnehmen zu wollen, damit Inklusion im öffentlichen Leben, also außerhalb der Trainingshalle, noch erlebbarer werde. Als „Sahnehäubchen“ bezeichnete sie den unermüdlichen Einsatz aller Coaches, ohne deren Engagement es diese Mannschaft und damit dieses inklusive Sportangebot für Schwetzingen/Oftersheim und Umgebung nicht gäbe.

Lisa Schlüter und Hans-Peter Müller schlossen sich den Worten ihrer Vorredner an und lobten die HG für ihren Einsatz und das große Engagement für eine inklusive Gesellschaft.

Abschließend bedankte sich Zipf bei allen Akteuren, die dieses Angebot möglich machen, für ihr Engagement und ihre Leidenschaft. Er appellierte auch an potenzielle Nachahmer mutig und frei von Bedenken mit ihrem Angebot einen weiteren Stein auf einen noch langen Weg hin zu einer inklusiven Gesellschaft zu legen.

Eines wurde mit dieser Veranstaltung klar: Bei der HG wird nicht nur über Inklusion gesprochen, hier wird sie gelebt. Jeder Besucher konnte mit der Erkenntnis nach Hause gehen, dass man erst einmal nur zwei besondere „Zutaten“ braucht, um erfolgreich auf den Weg „Inklusion“ zu gelangen, nämlich Mut und Leidenschaft.

Beim anschließenden gemeinsamen Miteinander mit kleinen Snacks, Muffins und Getränken mischten sich die Athleten erfolgreich „unters Volk“. Sie stellten sich auch bei der Ersten Bürgermeisterin und anderen Gästen vor und nutzen die Gelegenheit zu einem „kleinen Plausch“ mit den Spielern der ersten Herrenmannschaft, ganz ohne Berührungsängste. Zum Schluss entstand auf Wunsch der Überraschungsgäste ein spontanes inklusives Foto.

Wer Lust bekommen hat, an diesem Format teilzuhaben, kontaktiert die HG gerne unter E-Mail: inklusion@hghandball.de

Text: Petra Frank, Fotos: Conni Bundschuh, Harald Frank

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21. Mai 2026

Heißes Pflaster Coburg?

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Heißes Pflaster Coburg?

JBLH-A: HG kämpft am Wochenende mit vier Gegnern um drei Plätze. Coach Justin Hahne im Interview.

Die wochen-, ja sogar monatelange Vorbereitungszeit auf das finale und für die A-Jugend der HG Oftersheim/Schwetzingen einzige Qualifikationsturnier zur 2. Bundesliga ihrer Altersklasse (JBLH) steht nun unmittelbar bevor. Am Wochenende geht es ins nördliche Frankenland. Dort richtet in Coburg der ansässige HSC den zweitägigen Wettkampf für den Südbereich aus.

Die Kurpfälzer treffen dabei auf die ebenfalls runderneuerten Mannschaften ihrer Staffel der letzten Saison, die hinter ihr lagen: die SG BBM Bietigheim, eben der HSC Coburg und die HSG Hanau. Alle waren für diese Ausscheidung gesetzt, mussten nicht an landesverbandsinternen Vorausscheidungen teilnehmen. Aus einem dieser Regionalbereiche hat sich der TV Großwallstadt noch durchgesetzt. Die Unterfranken werden am Samstag dann der Auftaktgegner von Oftersheim/Schwetzingen sein. Gespielt wird im Modus Jeder-gegen-Jeden über zweimal 20 Minuten bei je zwei Partien pro Tag.

Im Nordduell (in Minden) sind Düsseldorf/Ratingen, Ausrichter GW Dankersen und MTV Lübeck als letztjährige Zweitligisten am Start (während Hamburg-Nord verzichtet). Von der Landesebene haben JSG Köln, JSG LiT (Nettelstedt) und Owschlag/Kropp/Tetenhusen den Sprung ins Turnier geschafft. In der nördlichen Sechser-Gruppe werden vier Plätze ausgespielt, den fünf Mannschaften im Süden stehen indes drei zur Verfügung.

Durch die streng räumlich vorgenommene Zuordnung auf die beiden Austragungsorte – wobei die spielleitende Stelle von einer „Auslosung“ schrieb, die diese Gruppeneinteilung ergeben hätte – hat sich ein gewisses Ungleichgewicht eingestellt. Somit steht fest, dass es im Norden in jedem Fall mindestens einen neuen Zweitligisten geben wird. Im Umkehrschluss bedeutet dies jedoch auch, dass im Süden ein vormaliger Bundesligist rausfliegen wird. Eine weitere Chance wird es dieses Jahr für keinen mehr geben.

Trainer Justin Hahne beantwortete vor der Abfahrt nach Coburg noch ein paar Fragen.

Lief die Vorbereitung zufriedenstellend ab?

Justin Hahne: Im Großteil bin ich zufrieden. Meiner Meinung nach fehlen uns die Spiele auf Wettbewerbsniveau, aber die Trainingseinheiten waren soweit gut, ich bin mit den Trainingsspielen zufrieden und wir freuen uns, dass es jetzt endlich los geht. Als Mannschaft haben wir uns sehr gut gefunden und die Chemie passt. Leider können wir die letzte Woche nicht richtig nutzen, da einige Spieler auf Klassenfahrt sind.

Ist die Kaderzusammenstellung optimal oder gibt es Lücken/Schwachstellen?

Hahne: Die Kaderzusammenstellung finde ich hervorragend. Seitdem ich als Cheftrainer in der A-Jugend bin, hatte ich keinen Kader, welcher diese Tiefe hatte. Optimal gibt es im Jugendbereich wahrscheinlich nie. Wir haben auf einigen Positionen viel Qualität und gleichzeitig Spieler, die Verantwortung übernehmen wollen. Klar gibt es Bereiche, in denen uns vielleicht noch Erfahrung fehlt. Aber die Mannschaft bringt Tempo, Einsatz und Charakter mit. Das kann auf so einem Turnier extrem wichtig werden.

Sind Ausfälle zu beklagen?

Hahne: Es gibt einige angeschlagene Spieler. Hier wird sich erst vor Abfahrt zeigen, ob sie rechtzeitig fit werden.

Habt ihr euch speziell auf die Gegner und deren Spielweise eingestellt? Oder soll der „eigene Stiefel“ abgespult werden?

Hahne: Ich habe mir natürlich einige Informationen zusammengesucht, aber diese nicht an die Mannschaft getragen. Die sind eher für mich in den Auszeiten wichtig oder wenn es Spitz auf Knopf geht. Wir sollten unsere Leistung auf den Platz bringen und die Gegner sollen sich auf uns einstellen.

Gibt es Kritik am Modus?

Hahne: Es gibt hier einige Kuriositäten. Eine Mannschaft (Anmerkung: Köln) spielte die Vorquali im Süden, ist jetzt aber dem Norden zugeordnet. Und die Vergabe der Wild-Cards finde ich sehr fragwürdig. Ich dachte immer, dass wir uns im Sport sportlich qualifizieren sollten und die Plätze nicht verschenkt werden. Der DHB versucht, die Hürde für die kleinen Vereine, die wirkliche Jugendarbeit betreiben, immer höher zu setzen. Umso stolzer bin ich aber, wenn wir es erneut schaffen sollten.

Ist abzuschätzen, welche Gruppe stärker besetzt zu sein scheint?

Hahne: Von außen wirkt der Süden schon sehr stark besetzt. Viele Mannschaften kennen sich, viele Spiele waren vergangene Saison eng. Aber am Ende musst du auf diesem Niveau sowieso jedes Spiel voll da sein. Geschenkt bekommst du nichts.

Was ist sonst noch zu beachten?

Hahne: Es gibt viele Leute in unserem Kreis, die uns Trainer wahnsinnig unterstützen. Ohne diese Menschen wäre der volle Fokus für uns nicht möglich. Die Jungs wissen das extrem zu schätzen und ich hoffe, dass wir sie mit einer erfolgreichen Qualifikation belohnen können.

Spielplan

Samstag: 12 Uhr. Coburg – Hanau; 13.20 Uhr: Großwallstadt – Oftersheim/Schwetzingen; 14.40 Uhr: Bietigheim – Coburg; 16 Uhr: Hanau – Großwallstadt; 17.20 Uhr: Oftersheim/Schwetzingen – Bietigheim.

Sonntag: 10 Uhr: Großwallstadt – Coburg; 11.20 Uhr: Oftersheim/Schwetzingen – Hanau; 12.40 Uhr: Bietigheim – Großwallstadt; 14 Uhr: Coburg – Oftersheim/Schwetzingen; 15.20 Uhr: Hanau – Bietigheim.

Spielort: Arena Coburg

Livestream sollte es geben, müsste über handball.net auffindbar sein. Dort werden diese Spiele bislang aber nicht aufgeführt.

Bild oben: Mindestens so erfolgreich wie in Biberach wollen sie sein, die Jungs von der A1 der HG (von links): Björn Erny (CT), Tom Baldauf (RR), Gabriel Weidner (K), Malte Aeckerle (RL), Dante Wagner (R), Joshua Wolf (T), Jan-Mathis Derr (LA), Raphael Mehlis (LA), Jona Himmelmann (RA), Jakub Dudziak (RL), Finn Hoberg (K), Robin Wolf (K), Fabio Jäger (RA), Jasper Rohr (R), Lennart Auth (LA), Raphael Schmitt (R), Niklas Philipp (T), Justin Hahne (TR), Christian Wolf (TT). Es fehlt Valentin Kuhlee (R).

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