HG setzt Ausrufezeichen

3. Liga: Im richtungsweisenden Spiel um den Klassenerhalt ringt die HG die SG Köndringen/Teningen mit 26:23 nieder.
Es war Abstiegskampf pur, der bei der HG Oftersheim/Schwetzingen im Drittliga-Duell mit der SG Köndringen/Teningen zur Ansicht kam. Allerdings ohne den oft dazugehörigen Krampf. Beide Seiten boten guten Handballsport mit relativ geringer Fehlerquote (insgesamt 25 nicht geglückte Angriffe). So waren ein paar Nuancen am Ende entscheidend, dass die Kurpfälzer mit einem 26:23 (13:12) als Sieger vom Platz gingen.
Dreimal erarbeiteten sich die heimischen Spieler einen Drei-Tore-Vorsprung (10:7/19., 13:10/28.). aber erst gegen Schluss (24:21/53.) wurde der sprichwörtliche Sack zugemacht und die Beute eingefahren. Und auch die unliebsame Rote Laterne ist die HG los. Diese wurde an den TuS Fürstenfeldbruck weitergereicht. Die Bayern verloren beim SVS Kornwestheim mit 22:35.
Die HG präsentierte sich von Beginn an aufmerksam, hatte hinten vieles im Griff. Gäste-Trainer Ivan Mlinarevic beklagte sich deshalb später: “Bei 23 Toren ist klar, wo das Problem lag. Wir bekamen im Angriff nicht die gewünschte Tiefe. Eigentlich wollten wir das Spiel breit bekommen, um Platz für den Rückraum zu schaffen.” Das habe so nicht geklappt. Allerdings hatte der Halbrechte Maurice Bührer mit seinen acht Feldtoren einen erheblichen Anteil daran, dass die Partie über die gesamte Spieldauer offen und spannend blieb. Spielmacher Pascal Bührer indes musste verletzt aussetzen.
Für HG-Coach Christoph Lahme ein kleines Problem. “Wir konnten ja nicht ahnen, dass Felix Danner sein Comeback in der Abwehr im Mittelblock gibt.” Der stellt in der Deckung eine wahre Kante dar. Und auch dass Pascal fehlte, war für ihn überraschend. “Da mussten wir unseren Matchplan vorm Spiel noch verändern.” Für den früheren zeitweiligen Eulenakteur, den er schon länger persönlich kennt, hätte er sich keine Auszeit (Brustmuskelriss im Training) gewünscht. “Aber auch uns haben zu Saisonbeginn Ausfälle getroffen.” Jetzt freute er sich, dass er wieder auf fast den gesamten Kader zurückgreifen konnte.
Ausschlaggebend für Lahme für den Erfolg war letztlich Torwart Frederik Fauerbach, den er für die Crunchtime eingewechselt hatte. “Es waren die Paraden von Ricky in den letzten zehn Minuten, die genau in der Phase unserem Team den Rückhalt gaben, als er etliche Freie weggestochen hatte, besonders wenn man vorne ein paar Mal den Ball vertändelte.” Damit wollte er weder seine Abwehr noch den zuvor recht souveränen Luca Berghoffer kritisiert wissen, die auch ihre Jobs gut verrichtet hatten. Aber Fauerbach setzte neue Impulse und Kräfte bei seinen Vorderleuten frei.
Die HG hatte durch Florian Burmeister auf 25:22 (55.) gestellt, Köndringen/Teningen verkürzte noch einmal. Dann knipsten beide Seiten erstmal nur Fahrkarten oder produzierten Fehlpässe. Als die SG in letzter Konsequenz zur offenen Manndeckung überging, spazierte Sinan Antritter solo durch deren Reihen und markierte den Abschluss, bevor der große Jubel losging. “Das war der richtige Push”, reihte sich auch Lahme ein. “Unsere Kabine gleicht einem kleinen Tollhaus. Die Jungs haben es verdient, mit einem Lächeln die Halle zu verlassen.”
Ob jetzt der ebenfalls sprichwörtliche Knoten geplatzt ist, wird sich nächste Woche zeigen. Dann geht es nach Neuhausen auf den Fildern.
HG: Berghoffer, Fauerbach; Barthelmeß (7/5), Antritter (3), Kern (3), Auth, Nauß, Burmeister (5), Durak, Novo (1), Hammarberg (3), Haase, Muth, von Albedyll, Hell, Ferger (4).
mj/Bilder: Siegfried Brombach




