“Haben das Spiel im Angriff verloren”

Regionalliga Herren: HG verpasst gegen Neuenbürg zwei Punkte.
HG-Trainer Christoph Lahme war bedient. Wortkarg meinte er zur Niederlage seiner Regionalliga-Handballer nur: „Dieses Spiel haben wir im Angriff verloren.“ Aber nicht nur das 28:33 (14:13) gegen den HC Neuenbürg, was durchaus nicht zwingend erschien, war für ihn ein Stimmungskiller. Im Laufe der Woche seit der letzten Begegnung in Waiblingen musste er weitere Akteure auf die länger werdende Ausfallliste setzen. Einige stellten sich sogar angeschlagen in den Dienst der Sache.
Dabei waren die Aussichten nach dem Spielverlauf teilweise gar nicht so schlecht. Zu Beginn rollte das Heimteam wie ein Tsunami über den Gegner hinweg. Doch schon hier zeigte sich, dass es wieder einmal um die Treffsicherheit nicht zum besten bestellt war. „Für die gute Abwehrarbeit und Torwartleistung haben wir uns zu wenig belohnt“, haderte der Kurpfälzer Coach. Robin Zupp bot unzählige Paraden, stach sogar drei von drei Strafwürfen in Folge. Dabei kam aber noch ein anderes ärgerliches Thema zum Vorschein – nicht gefangene Abpraller. Die landeten gerne beim Gegner, der die zweite Chance zu nutzen verstand.
Trotzdem reichte es, um das Spiel ausgeglichen zu gestalten und sogar mit minimalster Führung in die Pause zu gehen. Diese Unterbrechung war auch dringend notwendig, denn im dünn besetzten Rückraum mussten einige fast durchackern. Und die zusammengeschmolzene Linkshänderfraktion, Niklas Klein auf Halb und Lukas Hepp auf Außen, hatten keine Möglichkeiten zu Bankzeiten, dafür noch gute Wurfquoten.
Ärgerlich wurde es nach dem Seitenwechsel, als sich Lukas Auth zwei durchaus vermeidbare Zeitstrafen fast hintereinander einfing (38., 42.) und aus einem 16:17 ein schier uneinholbares 18:24 wurde (46.). Lahme opferte notgedrungen seine letzte Auszeitkarte, ordnete ein Angriffsspiel im Sieben-gegen-Sechs an. Erstaunlicherweise verkürzte seine Mannschaft ziemlich rapide, gestützt nun auf Luca Berghoffer im Kasten, ohne dass der zusätzliche Offensivakteur zum Zuge kam, respektive bevor er seine Position eingenommen hatte. Als dann das erste Mal diese erzwungene Überzahl ausgespielt wurde, brachte Hepp den Anschlusstreffer souverän ins Ziel (24:25/52.).
Doch dann war Schluss mit der Überlegenheit vorne. Kein Abschluss glückte mehr für einige Zeit. Zu sehr mit Gewalt und Brechstange wurde es durch die Mitte probiert, hatten manche Spieler plötzlich eigene Ideen, wichen vom vorgegebenen und einstudierten Plan ab. Damit kam auch das Wurfgerät ab vom Kurs und Neuenbürg in den Genuß unter anderem von drei Treffern in den leeren HG-Kasten. Nach dem 24:29 (56.) war die Partie dann nicht mehr zu retten.
HG: Zupp, Berghoffer; Barthelmeß (8/4), D. Huljak (1), V. Huljak (3), Auth, Schmitt, Nauß, Klein (3), Hammarberg (3), Hepp (6), Muth (4), Ihrig.






