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„DHB braucht sich nicht zu wundern“

Jugend-Handball Bundesliga: Am Viadukt Stärken maximieren

Im Vorfeld der nächsten Partie der Jugend-Bundesliga Handball der HG Oftersheim/Schwetzingen bei der SG BBM Bietigheim (Samtag, 17.30 Uhr) in der altehrwürdigen Sporthalle am Viadukt stand Trainer Justin Hahne noch für ein Interview bereit. Bietigheim war den Rhein-Neckar-Löwen zuhause klar unterlegen, siegte dafür mit einem Treffer Differenz in Balinigen.

Hahne denkt aber nicht nur von Spiel zu Spiel seiner Mannschaft, blickt auch auf die allgemeine Entwicklung im Jugend-Handball und hat da durchaus ein paar kritische Worte parat. Letzte Saison hat er sich auch um die Fortentwicklung im unteren Bereich der HG gekümmert, was mit dem Doppeljob in erster Mannschaft und A-Jugend natürlich nun hinfällig ist.

Was ist die Stärke der Mannschaft? 

Justin Hahne: Unsere Stärke ist das Eins-gegen-Eins in der Offensive. In der Defensive brauchen wir noch etwas wie die ersten beiden Spiele zeigten. Aber da sind wir auf einem guten Weg. Zudem wird die Mannschaft in jedem Training besser in ihrem Entscheidungsverhalten.

Auf welche Spieler ist besonders zu achten?

Hahne: Sich besonders auf einen Spieler zu freuen, finde ich schwierig. Wir funktionieren als Team sehr gut und jeder weiß was sein Job ist. Unser Torhüter-Duo finde ich sicherlich spannend und für diese Liga überdurchschnittlich gut.

Jetzt soll es schon wieder eine umfangreiche Änderung im System der JBLH geben.

Hahne: Ausgehend davon, dass es sich um die neue Strukturierung zweimal erste Liga und zweimal zweite Liga in der A-Jugend handelt, kann ich dem als Trainer eines „kleinen“ Vereins nur wenig positives abfinden. Der DHB macht es uns kleinen Vereinen sportlich, finanziell und organisatorisch immer schwerer an Top-Wettbewerben teilzunehmen. Irgendwann müssen sich die kleinen Vereine überlegen, ob sich diese intensive Jugendarbeit noch lohnt. Das Abwerben von Talenten mit „wahnsinnigen“ Versprechungen ist jetzt schon jenseits von Gut und Böse und wird wohl mit dieser Neuaufteilung noch schlimmer. 

Sind Alternativen in Sicht?

Hahne: Ich verstehe die Topvereine, weil ihre Spieler mehr Spiele auf oberstem Niveau brauchen und keine Spiele mit 20 Toren Differenz. Vielleicht sollte man sich eine Parallel-Liga überlegen, bei der die Internate, Leistungszentren teilnehmen, welche sich das leisten können und wollen. Insgesamt haben wir aber kein Problem in der Jugendarbeit, sondern in der Anschlussförderung, welche die Erst- und Zweitligisten leisten müssen. Die U21-WM hat es perfekt gezeigt. Durch Corona gab es weniger Leistungsdruck bei den Trainern, die jungen Talente haben häufiger auf dem hohen Niveau mittrainiert, und durch bessere Trainingssteuerung war Deutschland körperlich überlegen. 

Auch in der B-Jugend wird eine Bundesliga eingeführt.

Hahne: Dort sehe ich das recht ähnlich. Mit dieser Gesamtkonstellation braucht sich der DHB nicht über den Mitgliederschwund wundern.

Welche Teams werden am Ende im Kampf um die deutsche Meisterschaft vorne sein?

Hahne: Es werden wieder die üblichen Verdächtigen dabei sein wie der SC Magdeburg, Rhein-Neckar-Löwen und die Füchse Berlin. Ich persönlich bin sehr gespannt auf HC Erlangen und glaube, dass er dieses Jahr ein entscheidendes Wörtchen mitreden wird.

Worauf wird es am Samstag ankommen?

Hahne: Bietigheim spielt einen sehr unangenehmen Handball. weshalb ich auch verstehe warum Rhein-Neckar-Löwen Probleme bei ihrem Sieg hatten und die SG BBM zwei Punkte aus Balingen entführten. Wichtig für uns wird sein, an Stellschrauben zu drehen, damit wir uns nicht wieder selber „schlagen“. Dazu sollten wir Undiszipliniertheiten in der Abwehr minimieren und unsere Angriffsquote maximieren.

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21. Mai 2026

Heißes Pflaster Coburg?

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Heißes Pflaster Coburg?

JBLH-A: HG kämpft am Wochenende mit vier Gegnern um drei Plätze. Coach Justin Hahne im Interview.

Die wochen-, ja sogar monatelange Vorbereitungszeit auf das finale und für die A-Jugend der HG Oftersheim/Schwetzingen einzige Qualifikationsturnier zur 2. Bundesliga ihrer Altersklasse (JBLH) steht nun unmittelbar bevor. Am Wochenende geht es ins nördliche Frankenland. Dort richtet in Coburg der ansässige HSC den zweitägigen Wettkampf für den Südbereich aus.

Die Kurpfälzer treffen dabei auf die ebenfalls runderneuerten Mannschaften ihrer Staffel der letzten Saison, die hinter ihr lagen: die SG BBM Bietigheim, eben der HSC Coburg und die HSG Hanau. Alle waren für diese Ausscheidung gesetzt, mussten nicht an landesverbandsinternen Vorausscheidungen teilnehmen. Aus einem dieser Regionalbereiche hat sich der TV Großwallstadt noch durchgesetzt. Die Unterfranken werden am Samstag dann der Auftaktgegner von Oftersheim/Schwetzingen sein. Gespielt wird im Modus Jeder-gegen-Jeden über zweimal 20 Minuten bei je zwei Partien pro Tag.

Im Nordduell (in Minden) sind Düsseldorf/Ratingen, Ausrichter GW Dankersen und MTV Lübeck als letztjährige Zweitligisten am Start (während Hamburg-Nord verzichtet). Von der Landesebene haben JSG Köln, JSG LiT (Nettelstedt) und Owschlag/Kropp/Tetenhusen den Sprung ins Turnier geschafft. In der nördlichen Sechser-Gruppe werden vier Plätze ausgespielt, den fünf Mannschaften im Süden stehen indes drei zur Verfügung.

Durch die streng räumlich vorgenommene Zuordnung auf die beiden Austragungsorte – wobei die spielleitende Stelle von einer „Auslosung“ schrieb, die diese Gruppeneinteilung ergeben hätte – hat sich ein gewisses Ungleichgewicht eingestellt. Somit steht fest, dass es im Norden in jedem Fall mindestens einen neuen Zweitligisten geben wird. Im Umkehrschluss bedeutet dies jedoch auch, dass im Süden ein vormaliger Bundesligist rausfliegen wird. Eine weitere Chance wird es dieses Jahr für keinen mehr geben.

Trainer Justin Hahne beantwortete vor der Abfahrt nach Coburg noch ein paar Fragen.

Lief die Vorbereitung zufriedenstellend ab?

Justin Hahne: Im Großteil bin ich zufrieden. Meiner Meinung nach fehlen uns die Spiele auf Wettbewerbsniveau, aber die Trainingseinheiten waren soweit gut, ich bin mit den Trainingsspielen zufrieden und wir freuen uns, dass es jetzt endlich los geht. Als Mannschaft haben wir uns sehr gut gefunden und die Chemie passt. Leider können wir die letzte Woche nicht richtig nutzen, da einige Spieler auf Klassenfahrt sind.

Ist die Kaderzusammenstellung optimal oder gibt es Lücken/Schwachstellen?

Hahne: Die Kaderzusammenstellung finde ich hervorragend. Seitdem ich als Cheftrainer in der A-Jugend bin, hatte ich keinen Kader, welcher diese Tiefe hatte. Optimal gibt es im Jugendbereich wahrscheinlich nie. Wir haben auf einigen Positionen viel Qualität und gleichzeitig Spieler, die Verantwortung übernehmen wollen. Klar gibt es Bereiche, in denen uns vielleicht noch Erfahrung fehlt. Aber die Mannschaft bringt Tempo, Einsatz und Charakter mit. Das kann auf so einem Turnier extrem wichtig werden.

Sind Ausfälle zu beklagen?

Hahne: Es gibt einige angeschlagene Spieler. Hier wird sich erst vor Abfahrt zeigen, ob sie rechtzeitig fit werden.

Habt ihr euch speziell auf die Gegner und deren Spielweise eingestellt? Oder soll der „eigene Stiefel“ abgespult werden?

Hahne: Ich habe mir natürlich einige Informationen zusammengesucht, aber diese nicht an die Mannschaft getragen. Die sind eher für mich in den Auszeiten wichtig oder wenn es Spitz auf Knopf geht. Wir sollten unsere Leistung auf den Platz bringen und die Gegner sollen sich auf uns einstellen.

Gibt es Kritik am Modus?

Hahne: Es gibt hier einige Kuriositäten. Eine Mannschaft (Anmerkung: Köln) spielte die Vorquali im Süden, ist jetzt aber dem Norden zugeordnet. Und die Vergabe der Wild-Cards finde ich sehr fragwürdig. Ich dachte immer, dass wir uns im Sport sportlich qualifizieren sollten und die Plätze nicht verschenkt werden. Der DHB versucht, die Hürde für die kleinen Vereine, die wirkliche Jugendarbeit betreiben, immer höher zu setzen. Umso stolzer bin ich aber, wenn wir es erneut schaffen sollten.

Ist abzuschätzen, welche Gruppe stärker besetzt zu sein scheint?

Hahne: Von außen wirkt der Süden schon sehr stark besetzt. Viele Mannschaften kennen sich, viele Spiele waren vergangene Saison eng. Aber am Ende musst du auf diesem Niveau sowieso jedes Spiel voll da sein. Geschenkt bekommst du nichts.

Was ist sonst noch zu beachten?

Hahne: Es gibt viele Leute in unserem Kreis, die uns Trainer wahnsinnig unterstützen. Ohne diese Menschen wäre der volle Fokus für uns nicht möglich. Die Jungs wissen das extrem zu schätzen und ich hoffe, dass wir sie mit einer erfolgreichen Qualifikation belohnen können.

Spielplan

Samstag: 12 Uhr. Coburg – Hanau; 13.20 Uhr: Großwallstadt – Oftersheim/Schwetzingen; 14.40 Uhr: Bietigheim – Coburg; 16 Uhr: Hanau – Großwallstadt; 17.20 Uhr: Oftersheim/Schwetzingen – Bietigheim.

Sonntag: 10 Uhr: Großwallstadt – Coburg; 11.20 Uhr: Oftersheim/Schwetzingen – Hanau; 12.40 Uhr: Bietigheim – Großwallstadt; 14 Uhr: Coburg – Oftersheim/Schwetzingen; 15.20 Uhr: Hanau – Bietigheim.

Spielort: Arena Coburg

Livestream sollte es geben, müsste über handball.net auffindbar sein. Dort werden diese Spiele bislang aber nicht aufgeführt.

Bild oben: Mindestens so erfolgreich wie in Biberach wollen sie sein, die Jungs von der A1 der HG (von links): Björn Erny (CT), Tom Baldauf (RR), Gabriel Weidner (K), Malte Aeckerle (RL), Dante Wagner (R), Joshua Wolf (T), Jan-Mathis Derr (LA), Raphael Mehlis (LA), Jona Himmelmann (RA), Jakub Dudziak (RL), Finn Hoberg (K), Robin Wolf (K), Fabio Jäger (RA), Jasper Rohr (R), Lennart Auth (LA), Raphael Schmitt (R), Niklas Philipp (T), Justin Hahne (TR), Christian Wolf (TT). Es fehlt Valentin Kuhlee (R).

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