“Bitterer Abend” – HG verliert “Drei-Punkte-Spiel”

3. Liga: Abstieg in die Regionalliga ist vorgezeichnet.
“War’s das?” haben wir vor einiger Zeit in Bezug auf den Klassenerhalt der HG Oftersheim/Schwetzingen in der 3. Liga an dieser Stelle nach der Heimniederlage gegen Schlusslicht Fürstenfeldbruck gefragt. Jetzt kann im Prinzip Vollzug in dieser Angelegenheit vermeldet werden. Der Weg in die Regionalliga ist nach der 26:31 (11:15)-Niederlage gegen den TV Erlangen-Bruck vorgezeichnet.
Es war quasi ein “Drei-Punkte-Spiel”. Die Franken hatten schon die Hinrundenbegegnung gewonnen, waren zuvor sieben Zähler im Vorteil. Dieser Rückstand ist nun auf neun angewachsen (bei noch sieben ausstehenden Partien für die HG). Außerdem geht damit der direkte Vergleich an den TVB. Es müssten also sogar fünf Siege von der HG eingefahren werden, um den Konkurrenten zu überholen, der in dieser Zeit nichts mehr verbuchen dürfte.
Es könnten natürlich einige Aspekte angeführt werden, wie die lange Ausfallliste, die zu dieser Niederlage führten. Es war aber auch eine mangelnde Durchschlagskraft im Angriffsverhalten in der ersten Halbzeit. Bei 17 Fehlwürfen und insgesamt 22 nicht erfolgreich abgeschlossenen Angriffen wird es schwer, gegen irgendeinen Gegner “Land zu sehen”. Da konnte HG-Torwart Frederik Fauerbach als Spezialist für frei geworfene Bälle halten so viel er wollte. Dieses Manko war nicht auszugleichen, da die Bayern sich bessere Chancen erarbeiteten und diese auch besser zu nutzen verstanden.
Fast von Beginn an lag das heimische Team im Hintertreffen. Pfosten und Brucks Keeper Philippe-Louis Golla standen zu oft im Weg. Auf ein 4:7 (14.) und ein 7:11 (21.) folgte zwar eine leichte Annäherung auf 10:12 (28.). Dies brachte aber keine Nachhaltigkeit an den Tag, schon gar keine vollständige Trendwende.
Versuche mit einer von HG-Coach Christoph Lahme angeordneten 3:2:1-Abwehr (ab 26.) oder der Einsatz eines zweiten Kreisläufers als siebter Feldspieler verpufften im zweiten Durchgang ebenfalls fast wirkungslos. Obwohl die Fehlerquote im Angriff nach der Pause drastisch gesenkt, halbiert war, wuchs der Rückstand zwischenzeitlich erheblich an (20:29/54.). Eine offene Deckung gegen Schlusspfiff hin brachte einzig eine leichte Resultatsverbesserung. Aber da waren die Gäste schon am Feiern.
Alles umkrempeln
Lahme räumte ein, dass schon ein gewisser Druck im Kessel gewesen sei, der ihn und seine Spieler belastet habe. Es sei nun einfach ein “bitterer Abend” gewesen. “Das Spiel ist sicherlich im Kopf entschieden worden. Wir haben jeden Positionsvergleich verloren. Es war unser letzter Grashalm zum Herausziehen, aber wir haben zu oft die schlechten Abschlüsse gewählt, hatten hinten ein schlechtes Eins-gegen-Eins-Verhalten und hart erkämpfte Bälle schnell verworfen.” Schon lange haben er und sein Team (vergeblich) nach Erklärungen für die unterschiedlichen Spielweisen gegen verschiedene Mannschaften gesucht. Jetzt bleibe nur noch eins zu tun: “Alles einmal umkrempeln und neu anfangen.”
Als positiver Aspekt bleiben die jungen Spieler der Mannschaft in Erinnerung. Sie hängten sich bis zum Schluss im Rahmen ihrer Möglichkeiten voll rein und werden sich bestimmt noch weiterentwickeln. Auch Lahme lobte einen Akteur stellvertretend: “Henri Hell hat in seiner Spielsteuerung die Lockerheit ausgestrahlt, die wir insgesamt gebraucht hätten. Aber einer alleine ist zu wenig.
Lob gab es natürlich auch wieder von des Gegners Seite. TVB-Trainer Roland Nixdorf meinte: “Uns fehlen ein paar Leute. Aber bei euch darüber zu jammern, wäre bodenlos. Doch die HG hat immer genug Spieler, die uns vor Aufgaben stellten.”
HG: Rabe, Fauerbach; Barthelmeß (4/2), Antritter (3), Hepp, Kern, V. Huljak (3), Nauß (1), Aeckerle (1), Novo (5/4), Hammarberg (3), Haase, Muth (3), Hell (3), Ferger.


