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„Ersten Charaktertest bestanden“

Jugend-Bundesliga Handball: Oftersheim/Schwetzingen zwingt Balingen/Weilstetten in die Knie

Um es vorweg zu nehmen: Die Jugend-Bundesliga-Handballer der HG Oftersheim/Schwetzingen bewiesen, wie sie es angekündigt und versprochen hatten, bei ihrem 32:30 (18:18)-Erfolg über die JSG Balingen/Weilstetten mentale Stärke. Oder wie es ihr Co-Trainer Justin Hahne ausdrückte: „Der erste Charaktertest (von insgesamt vier) ist bestanden.“ mj

Dass das Ergebnis trotzdem so knapp ausfiel und der Gewinn praktisch über fast die gesamten 60 Minuten hart umkämpft war, hatte seine Gründe in mehreren Kleinigkeiten. Da waren zum einen Bälle an beiden Halbkreisen, die nach Abprallern oder Fehlern prinzipiell den Schwaben zu Kontern oder im eigenen Angriff zu einem zweiten Versuch direkt in die Hände fielen. Oder dass Rechtsaußen Thorben Zimprich mit drei Hinausstellungen längere Zeit nicht zur Verfügung stand und auch Bastian Seitz mit zwei Zeitstrafen ab der 37. Minute auf der Liste der rot gefährdeten Arten stand. Im Endspurt musste er ohnehin mit einer Verletzung passen.

HG-Coach Christoph Lahme meinte auch, dass seine Leute es sich selbst unnötig schwergemacht hatten und fasste es wie folgt zusammen: „Nach noch zu vielen Undiszipliniertheiten in der Abwehr in der ersten Halbzeit, haben wir uns vor allem im zweiten Durchgang durch unsere Deckungsleistung den Sieg verdient. Mit etwas mehr Cleverness hätten da wir früher auf drei Tore Plus stellen können oder sogar müssen und uns für die gelungene Defensivarbeit belohnt.“ Dabei durften sich die Badener über gute Blöcke und ihren Rückhalt im Kasten, Tim Rabe, freuen.

Die von Beginn an laufintensive Deckung der Heimischen stellte den JSG-Angriff ständig vor neue Aufgaben, die dieser aber oft zu lösen wusste – oder eben eine zweite Chance erhielt. Aber auch die Kurpfälzer Offensive hielt sich schadlos, wie die beidseitig 18 Treffer bis zur Pause unterstreichen. Und dabei durften sich die Torhüter sowohl der Gäste wie der Hausherren  reihenweise auszeichnen, was für das hohe Spieltempo spricht. Hier heftete sich nach Stammkeeper Tim Rabe auch „Aushilfe“ Nils Bräunling (Steffen Sommer wurde nach zuvor erlittenem Kopftreffer vorsorglich geschont) bis zum Seitenwechsel mehrfach Pluspunkte ins Fleißheft.

Einmal hatte Oftersheim/Schwetzingen mit drei Toren Abstand geführt (10:7/13.). Danach waren in Serie viele Gleichstände zu verzeichnen, ohne dass die Kurpfälzer jemals in Rückstand gerieten. Aber es sollte bis zur vorletzten Minute dauern, bis der Betrag der Differenz wieder auf drei angewachsen war, was zugleich die Vorentscheidung bedeutete (32:29). Für Auftrieb ist gesorgt, jetzt folgen die nächsten schweren Brocken.

HG: Bräunling, Rabe; Antritter (1), Kuhlee (5), Auth (3), Schmid (1), Seitz (6), Zaum (7), Winkler (1), Kirchner, Maurer (2), Merkel (3/2), Zimprich (3), Löffler.

Bild: Lutz Rüffer

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21. Mai 2026

Heißes Pflaster Coburg?

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Heißes Pflaster Coburg?

JBLH-A: HG kämpft am Wochenende mit vier Gegnern um drei Plätze. Coach Justin Hahne im Interview.

Die wochen-, ja sogar monatelange Vorbereitungszeit auf das finale und für die A-Jugend der HG Oftersheim/Schwetzingen einzige Qualifikationsturnier zur 2. Bundesliga ihrer Altersklasse (JBLH) steht nun unmittelbar bevor. Am Wochenende geht es ins nördliche Frankenland. Dort richtet in Coburg der ansässige HSC den zweitägigen Wettkampf für den Südbereich aus.

Die Kurpfälzer treffen dabei auf die ebenfalls runderneuerten Mannschaften ihrer Staffel der letzten Saison, die hinter ihr lagen: die SG BBM Bietigheim, eben der HSC Coburg und die HSG Hanau. Alle waren für diese Ausscheidung gesetzt, mussten nicht an landesverbandsinternen Vorausscheidungen teilnehmen. Aus einem dieser Regionalbereiche hat sich der TV Großwallstadt noch durchgesetzt. Die Unterfranken werden am Samstag dann der Auftaktgegner von Oftersheim/Schwetzingen sein. Gespielt wird im Modus Jeder-gegen-Jeden über zweimal 20 Minuten bei je zwei Partien pro Tag.

Im Nordduell (in Minden) sind Düsseldorf/Ratingen, Ausrichter GW Dankersen und MTV Lübeck als letztjährige Zweitligisten am Start (während Hamburg-Nord verzichtet). Von der Landesebene haben JSG Köln, JSG LiT (Nettelstedt) und Owschlag/Kropp/Tetenhusen den Sprung ins Turnier geschafft. In der nördlichen Sechser-Gruppe werden vier Plätze ausgespielt, den fünf Mannschaften im Süden stehen indes drei zur Verfügung.

Durch die streng räumlich vorgenommene Zuordnung auf die beiden Austragungsorte – wobei die spielleitende Stelle von einer „Auslosung“ schrieb, die diese Gruppeneinteilung ergeben hätte – hat sich ein gewisses Ungleichgewicht eingestellt. Somit steht fest, dass es im Norden in jedem Fall mindestens einen neuen Zweitligisten geben wird. Im Umkehrschluss bedeutet dies jedoch auch, dass im Süden ein vormaliger Bundesligist rausfliegen wird. Eine weitere Chance wird es dieses Jahr für keinen mehr geben.

Trainer Justin Hahne beantwortete vor der Abfahrt nach Coburg noch ein paar Fragen.

Lief die Vorbereitung zufriedenstellend ab?

Justin Hahne: Im Großteil bin ich zufrieden. Meiner Meinung nach fehlen uns die Spiele auf Wettbewerbsniveau, aber die Trainingseinheiten waren soweit gut, ich bin mit den Trainingsspielen zufrieden und wir freuen uns, dass es jetzt endlich los geht. Als Mannschaft haben wir uns sehr gut gefunden und die Chemie passt. Leider können wir die letzte Woche nicht richtig nutzen, da einige Spieler auf Klassenfahrt sind.

Ist die Kaderzusammenstellung optimal oder gibt es Lücken/Schwachstellen?

Hahne: Die Kaderzusammenstellung finde ich hervorragend. Seitdem ich als Cheftrainer in der A-Jugend bin, hatte ich keinen Kader, welcher diese Tiefe hatte. Optimal gibt es im Jugendbereich wahrscheinlich nie. Wir haben auf einigen Positionen viel Qualität und gleichzeitig Spieler, die Verantwortung übernehmen wollen. Klar gibt es Bereiche, in denen uns vielleicht noch Erfahrung fehlt. Aber die Mannschaft bringt Tempo, Einsatz und Charakter mit. Das kann auf so einem Turnier extrem wichtig werden.

Sind Ausfälle zu beklagen?

Hahne: Es gibt einige angeschlagene Spieler. Hier wird sich erst vor Abfahrt zeigen, ob sie rechtzeitig fit werden.

Habt ihr euch speziell auf die Gegner und deren Spielweise eingestellt? Oder soll der „eigene Stiefel“ abgespult werden?

Hahne: Ich habe mir natürlich einige Informationen zusammengesucht, aber diese nicht an die Mannschaft getragen. Die sind eher für mich in den Auszeiten wichtig oder wenn es Spitz auf Knopf geht. Wir sollten unsere Leistung auf den Platz bringen und die Gegner sollen sich auf uns einstellen.

Gibt es Kritik am Modus?

Hahne: Es gibt hier einige Kuriositäten. Eine Mannschaft (Anmerkung: Köln) spielte die Vorquali im Süden, ist jetzt aber dem Norden zugeordnet. Und die Vergabe der Wild-Cards finde ich sehr fragwürdig. Ich dachte immer, dass wir uns im Sport sportlich qualifizieren sollten und die Plätze nicht verschenkt werden. Der DHB versucht, die Hürde für die kleinen Vereine, die wirkliche Jugendarbeit betreiben, immer höher zu setzen. Umso stolzer bin ich aber, wenn wir es erneut schaffen sollten.

Ist abzuschätzen, welche Gruppe stärker besetzt zu sein scheint?

Hahne: Von außen wirkt der Süden schon sehr stark besetzt. Viele Mannschaften kennen sich, viele Spiele waren vergangene Saison eng. Aber am Ende musst du auf diesem Niveau sowieso jedes Spiel voll da sein. Geschenkt bekommst du nichts.

Was ist sonst noch zu beachten?

Hahne: Es gibt viele Leute in unserem Kreis, die uns Trainer wahnsinnig unterstützen. Ohne diese Menschen wäre der volle Fokus für uns nicht möglich. Die Jungs wissen das extrem zu schätzen und ich hoffe, dass wir sie mit einer erfolgreichen Qualifikation belohnen können.

Spielplan

Samstag: 12 Uhr. Coburg – Hanau; 13.20 Uhr: Großwallstadt – Oftersheim/Schwetzingen; 14.40 Uhr: Bietigheim – Coburg; 16 Uhr: Hanau – Großwallstadt; 17.20 Uhr: Oftersheim/Schwetzingen – Bietigheim.

Sonntag: 10 Uhr: Großwallstadt – Coburg; 11.20 Uhr: Oftersheim/Schwetzingen – Hanau; 12.40 Uhr: Bietigheim – Großwallstadt; 14 Uhr: Coburg – Oftersheim/Schwetzingen; 15.20 Uhr: Hanau – Bietigheim.

Spielort: Arena Coburg

Livestream sollte es geben, müsste über handball.net auffindbar sein. Dort werden diese Spiele bislang aber nicht aufgeführt.

Bild oben: Mindestens so erfolgreich wie in Biberach wollen sie sein, die Jungs von der A1 der HG (von links): Björn Erny (CT), Tom Baldauf (RR), Gabriel Weidner (K), Malte Aeckerle (RL), Dante Wagner (R), Joshua Wolf (T), Jan-Mathis Derr (LA), Raphael Mehlis (LA), Jona Himmelmann (RA), Jakub Dudziak (RL), Finn Hoberg (K), Robin Wolf (K), Fabio Jäger (RA), Jasper Rohr (R), Lennart Auth (LA), Raphael Schmitt (R), Niklas Philipp (T), Justin Hahne (TR), Christian Wolf (TT). Es fehlt Valentin Kuhlee (R).

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