Zum Inhalt springen
Laden... HG Oftersheim/Schwetzingen

„Leo“ wirft HG ins Glück

Oftersheim/Schwetzingen bleibt in der Meisterrunde oben mit dran

Die HG Oftersheim/Schwetzingen krallte sich die nächsten zwei Punkte in der Meisterrunde der Jugend-Bundesliga Handball (JBLH). Bei der JSG Balingen/Weilstetten war es die erwartete, offene Partie, die ständig Spitz auf Knopf stand und die sie mit 29:28 (14:12) knapp für sich entschied. Diesmal schlüpfte Leonard „Leo“ Zaum in die Rolle des Unterschiedsspielers, der aber beinahe als tragischer Held dagestanden wäre.

Der Gast gab zwar rein zahlentechnisch zunächst die Schlagzahl vor (0:2). Es zeigte sich aber früh, dass ein altes Manko wieder einmal mit Regie führte. Einwurfmöglichkeiten wurden reihenweise kreiert, aber nicht genutzt. Die Verwertungsquote ließ doch sehr zu wünschen übrig. Auch zwei Siebenmeter fanden nicht ihr gewünschtes Ziel. Hinten sorgte HG-Torwart Tim Rabe allerdings im Gegenzug dafür, dass auch die Hausherren mit diesem Problem zu hadern hatten. Er durfte sich ebenso zwei gehaltene Strafwürfe auf seiner Liste notieren lassen.

Einzig beim 7:5 (14.) hatten dann die Schwaben die Nase kurz vorne. Aber auch dieser kurzzeitige Rückschritt wurde spielerisch gelöst. Genauso eine folgende doppelte Unterzahl, die ohne Gegentreffer überstanden wurde, dafür erzielte Maximilian Kuhlee seinen ersten Treffer der laufenden Saison. Diesen hatte zuvor auch Norman Merkel gesetzt, kassierte allerdings bis zur Minute 22 auch schon zwei Zeitstrafen, was ihn in die Kategorie rotgefährdeter Spieler einstufte.

Das enge Spiel setzte sich auch nach dem Seitenwechsel fort (17:19, 20:22). Mehrfach hätten die Kurpfälzer eventuell mal auf drei oder vier Treffer Abstand davon ziehen können Doch dann geschah meistens irgendein Missgeschick, was auch die Trainer Christph Lahme und Justin Hahne sehr bedauerten, die „klare Dinge“ eingefordert hatten.Dafür geizte auch diese Begegnung nicht mit fortdauernden Spannungsmomenten. Permanente Gleichstände von 22:22 bis 26:26 dokumentieren dies, einzig unterbrochen von Auszeiten der gegnerischen Coaches, um der Partie (erfolglos) eine andere Richtung zu geben.

Unter Zeitspieldruck probierte es dann Zaum mit einem Freiwurf, der jedoch im Block hängen blieb (59.). Sinan Antritter reagierte am schnellsten, nahm das umherirrende Wurfgerät auf und netzte ein. Postwendend erfolgte über Rechtaußen die prompte Antwort der JSG. Er wurde bereits die letzte Spielminute geschrieben. Auch im nächsten HG-Versuch blieb Zaums Wurf zunächst hängen. Diesmal fischte er sich den Abpraller selber heraus. Doch erneut fand Balingen/Weilstetten mit sieben Feldspielern den Weg ins Oftersheim/Schwetzinger Tor (59:54). Blitzschnell landete der Ball bei Zaum am Anspielkreis, der in den leeren JSG-Kasten traf (59:58). „Dabei ist mir der auch noch etwas aus der Hand gerutscht“, bekannte der glückliche Schütze später.

Lahme sah den Erfolg anschließend durchaus nach dem Spielverlauf als verdient an, räumte jedoch auch ein, dass Fortuna ein wenig auf der Seite seiner Jungs gewesen sei. „Aber dieses Glück mussten sie sich erst einmal erarbeiten.“

HG: Rabe, Sommer; Antritter (4), Kuhlee (1), Auth (2), Schmid, Seitz (5), Zaum (8/2), Winkler (1), Kirchner (1), Maurer (1), Merkel (2), Zimprich (3), Löffler (1). mj

Bild: Lutz Rüffer

Was Dich noch interessieren könnte:

21. Mai 2026

Heißes Pflaster Coburg?

Weiterlesen

Heißes Pflaster Coburg?

JBLH-A: HG kämpft am Wochenende mit vier Gegnern um drei Plätze. Coach Justin Hahne im Interview.

Die wochen-, ja sogar monatelange Vorbereitungszeit auf das finale und für die A-Jugend der HG Oftersheim/Schwetzingen einzige Qualifikationsturnier zur 2. Bundesliga ihrer Altersklasse (JBLH) steht nun unmittelbar bevor. Am Wochenende geht es ins nördliche Frankenland. Dort richtet in Coburg der ansässige HSC den zweitägigen Wettkampf für den Südbereich aus.

Die Kurpfälzer treffen dabei auf die ebenfalls runderneuerten Mannschaften ihrer Staffel der letzten Saison, die hinter ihr lagen: die SG BBM Bietigheim, eben der HSC Coburg und die HSG Hanau. Alle waren für diese Ausscheidung gesetzt, mussten nicht an landesverbandsinternen Vorausscheidungen teilnehmen. Aus einem dieser Regionalbereiche hat sich der TV Großwallstadt noch durchgesetzt. Die Unterfranken werden am Samstag dann der Auftaktgegner von Oftersheim/Schwetzingen sein. Gespielt wird im Modus Jeder-gegen-Jeden über zweimal 20 Minuten bei je zwei Partien pro Tag.

Im Nordduell (in Minden) sind Düsseldorf/Ratingen, Ausrichter GW Dankersen und MTV Lübeck als letztjährige Zweitligisten am Start (während Hamburg-Nord verzichtet). Von der Landesebene haben JSG Köln, JSG LiT (Nettelstedt) und Owschlag/Kropp/Tetenhusen den Sprung ins Turnier geschafft. In der nördlichen Sechser-Gruppe werden vier Plätze ausgespielt, den fünf Mannschaften im Süden stehen indes drei zur Verfügung.

Durch die streng räumlich vorgenommene Zuordnung auf die beiden Austragungsorte – wobei die spielleitende Stelle von einer „Auslosung“ schrieb, die diese Gruppeneinteilung ergeben hätte – hat sich ein gewisses Ungleichgewicht eingestellt. Somit steht fest, dass es im Norden in jedem Fall mindestens einen neuen Zweitligisten geben wird. Im Umkehrschluss bedeutet dies jedoch auch, dass im Süden ein vormaliger Bundesligist rausfliegen wird. Eine weitere Chance wird es dieses Jahr für keinen mehr geben.

Trainer Justin Hahne beantwortete vor der Abfahrt nach Coburg noch ein paar Fragen.

Lief die Vorbereitung zufriedenstellend ab?

Justin Hahne: Im Großteil bin ich zufrieden. Meiner Meinung nach fehlen uns die Spiele auf Wettbewerbsniveau, aber die Trainingseinheiten waren soweit gut, ich bin mit den Trainingsspielen zufrieden und wir freuen uns, dass es jetzt endlich los geht. Als Mannschaft haben wir uns sehr gut gefunden und die Chemie passt. Leider können wir die letzte Woche nicht richtig nutzen, da einige Spieler auf Klassenfahrt sind.

Ist die Kaderzusammenstellung optimal oder gibt es Lücken/Schwachstellen?

Hahne: Die Kaderzusammenstellung finde ich hervorragend. Seitdem ich als Cheftrainer in der A-Jugend bin, hatte ich keinen Kader, welcher diese Tiefe hatte. Optimal gibt es im Jugendbereich wahrscheinlich nie. Wir haben auf einigen Positionen viel Qualität und gleichzeitig Spieler, die Verantwortung übernehmen wollen. Klar gibt es Bereiche, in denen uns vielleicht noch Erfahrung fehlt. Aber die Mannschaft bringt Tempo, Einsatz und Charakter mit. Das kann auf so einem Turnier extrem wichtig werden.

Sind Ausfälle zu beklagen?

Hahne: Es gibt einige angeschlagene Spieler. Hier wird sich erst vor Abfahrt zeigen, ob sie rechtzeitig fit werden.

Habt ihr euch speziell auf die Gegner und deren Spielweise eingestellt? Oder soll der „eigene Stiefel“ abgespult werden?

Hahne: Ich habe mir natürlich einige Informationen zusammengesucht, aber diese nicht an die Mannschaft getragen. Die sind eher für mich in den Auszeiten wichtig oder wenn es Spitz auf Knopf geht. Wir sollten unsere Leistung auf den Platz bringen und die Gegner sollen sich auf uns einstellen.

Gibt es Kritik am Modus?

Hahne: Es gibt hier einige Kuriositäten. Eine Mannschaft (Anmerkung: Köln) spielte die Vorquali im Süden, ist jetzt aber dem Norden zugeordnet. Und die Vergabe der Wild-Cards finde ich sehr fragwürdig. Ich dachte immer, dass wir uns im Sport sportlich qualifizieren sollten und die Plätze nicht verschenkt werden. Der DHB versucht, die Hürde für die kleinen Vereine, die wirkliche Jugendarbeit betreiben, immer höher zu setzen. Umso stolzer bin ich aber, wenn wir es erneut schaffen sollten.

Ist abzuschätzen, welche Gruppe stärker besetzt zu sein scheint?

Hahne: Von außen wirkt der Süden schon sehr stark besetzt. Viele Mannschaften kennen sich, viele Spiele waren vergangene Saison eng. Aber am Ende musst du auf diesem Niveau sowieso jedes Spiel voll da sein. Geschenkt bekommst du nichts.

Was ist sonst noch zu beachten?

Hahne: Es gibt viele Leute in unserem Kreis, die uns Trainer wahnsinnig unterstützen. Ohne diese Menschen wäre der volle Fokus für uns nicht möglich. Die Jungs wissen das extrem zu schätzen und ich hoffe, dass wir sie mit einer erfolgreichen Qualifikation belohnen können.

Spielplan

Samstag: 12 Uhr. Coburg – Hanau; 13.20 Uhr: Großwallstadt – Oftersheim/Schwetzingen; 14.40 Uhr: Bietigheim – Coburg; 16 Uhr: Hanau – Großwallstadt; 17.20 Uhr: Oftersheim/Schwetzingen – Bietigheim.

Sonntag: 10 Uhr: Großwallstadt – Coburg; 11.20 Uhr: Oftersheim/Schwetzingen – Hanau; 12.40 Uhr: Bietigheim – Großwallstadt; 14 Uhr: Coburg – Oftersheim/Schwetzingen; 15.20 Uhr: Hanau – Bietigheim.

Spielort: Arena Coburg

Livestream sollte es geben, müsste über handball.net auffindbar sein. Dort werden diese Spiele bislang aber nicht aufgeführt.

Bild oben: Mindestens so erfolgreich wie in Biberach wollen sie sein, die Jungs von der A1 der HG (von links): Björn Erny (CT), Tom Baldauf (RR), Gabriel Weidner (K), Malte Aeckerle (RL), Dante Wagner (R), Joshua Wolf (T), Jan-Mathis Derr (LA), Raphael Mehlis (LA), Jona Himmelmann (RA), Jakub Dudziak (RL), Finn Hoberg (K), Robin Wolf (K), Fabio Jäger (RA), Jasper Rohr (R), Lennart Auth (LA), Raphael Schmitt (R), Niklas Philipp (T), Justin Hahne (TR), Christian Wolf (TT). Es fehlt Valentin Kuhlee (R).

Unsere Premium-Partner

Die HG-News. Aus erster Hand.

Du willst regelmäßig über HG-News informiert werden? Registriere Dich jetzt für den kostenlosen HG-Newsletter. Du kannst Dich jederzeit kostenlos wieder abmelden.