Konzentration nicht hochgehalten

Regionalliga Damen: HG unterliegt St. Leon/Reilingen knapp mit 35:37.
Das erste Regionalliga-Derby zwischen der HSG St. Leon/Reilingen und den Handballerinnen der HG Oftersheim/Schwetzingen ging mit 37:35 (18:18) an die Gastgeber.
Dabei war die Partie „nichts für schwache Nerven“, meinte HSG-Coach Frank Gerbershagen. Die Führungen wechselten häufig hin und her. Im ersten Durchgang lag der Vorteil meist bei der HSG, als sie dann die HG-Schlüsselspielerinnen Florine Sender und Helena Bertele in enge Bewachung nahm (8:5, 15:11). Diesen Vorsprung gab sie aber bald wieder auf. Gerbershagen hatte dafür leichte Konzentrationsmängel verantwortlich gemacht (15:14), was auch zum Gleichstand zur Pause führte.
HG-Trainer Carsten Sender bedauerte: „Mit der Manndeckung konnten wir allerdings umgehen und blieben weiter gefährlich. Allerdings haben wir viele freie Würfe, nach strukturellem Spiel über den Kreis neben das Tor gesetzt und schon wieder zwei Siebenmeter verworfen. Außerdem war unsere Abwehrleistung im Mittelblock nicht konsequent genug, so dass immer wieder Durchbrüche entstanden sind.“ Zusätzlich hatte er ausgemacht: „Beide Torhüterleistungen, auch beim Heimteam, waren entwicklungsfähig. Daher wechselten die Gespanne fortwährend.“
Im zweiten Durchgang war St. Leon/Reilingen erneut auf einem guten Weg mit drei Treffern im Plus. Dann wendete sich das Blatt erneut. Lena Magnus markierte das 31:33 für den Gast (54.). „Wir waren etwas schludrig geworden“, haderte der HSG-Coach. „In der Abwehr, die bis dato eh noch kein Faktor war, ließen wir zu viele einfache Tore zu und vorne verpassten wir es, die Bälle einzunetzen.“ Doch dann sah er einen furiosen Endspurt seiner Frauen. „Mein Team ist in den letzten zehn Minuten einfach bärenstark. Wir hatten am Ende einfach den besseren Lucky Punch und sind Derbysieger, das spricht für unsere Moral.“
Ein Doppelschlag von Celine Weschenfelder, dazwischen Leonie Scholl sowie abschließend Leni Bender drehten das Spiel erneut. Doch binnen 70 Sekunden glichen Tabea Ernst und Florine Sender per Strafwurf für die HG wieder aus. Scholl legte wieder vor, die Gäste verfehlen dafür nach einer Kreisläuferkooperation das Tor zum erneuten Gleichstand. Der zum Konter geworfene Ball wird zwar abgefangen, aber auch vertändelt. Dadurch behinderte Kalliopi Myrianidou Celine Weschenfelder beim Tempogegenstoß – Konsequenz: Rot und abschließender Siebenmeter, den Annika Rimpf verwandelte.
Für Sender „geht die Niederlage in Ordnung, da wir es nicht geschafft haben, in den entscheidenden Phasen die Konzentration hochzuhalten“. Sein bitteres Fazit: „Auf dem Boden der Tatsachen angekommen, werden wir so leider keine Punkte in dieser Liga holen.“
HSG L/R – HG O/S 37:35 (18:18)
HSG: Wagner, Gänzler, Lang; N. Weschenfelder (2), Maldener (3), Scholl (6), Hofmann (5), Bender (4), C. Weschenfelder (11), Zurek, Euler, Schiezl (2), Rimpf (4/4).
HG: Giehl, Myrianidou; Fath, Sender (9/2), Schütz, Schroiff (2), L. Magnus, Ernst (7), Bertele (7), Le. Magnus (2), Bachtler (2), Hielbig (5), Föllinger (1), Kößler, Teuscher.
Schiedsrichter: Hofmann/Rogner (Stuttgart/Oberderdingen).
Siebenmeter: 4/4:4/2
Zeitstrafen: 10:6 Minuten und Disqualifikation Myrianidou (60.).
Spielfolge: 8:5, 17:14, 18:18 (HZ), 27:24, 27:28, 31:33, 35:33, 35:35, 37:35.


