Das Derby lange offen gestalten

Regionalliga Frauen: Am Samstag steigt das erste Lokalduell zwischen HSG St. Leon/Reilingen und der HG.
Erstmals in der Geschichte des höherklassigen Frauen-Handballs der HG Oftersheim/Schwetzingen kommt es zu einem Aufeinandertreffen mit und bei der HSG St. Leon/Reilingen, die bekanntermaßen letzte Runde die 3. Liga verlassen musste. Für die einen ist es „der absolute Derbykracher“ (HSG-Coach Frank Gerbershagen), für die anderen geht es darum, endlich Punkte zu sammeln. Denn so betont HG-Trainer Carsten Sender: „Wir haben den Anspruch, dass wir nicht analog zum TSV Rintheim in der Saison 2025/26 verschwinden wollen. Wir wollen mindestens einen Saisonsieg holen.“ Und warum nicht bei der lokalen Konkurrenz?
Aber die wird ihren Gästen nicht freiwillig die Zähler überlassen wollen. Gerbershagens Ansage ist eindeutig: Wir, die HSG, sind heiß wie Frittenfett und fiebern dieser Partie entgegen. Es wird knistern, es wird ein Kampf und es wird ein brisantes Derby erwartet.“ Doch abseits von allen Emotionen verliert er auch nicht die Realität und das Alltagsgeschehen aus dem Blick: „Mit einem weiteren Sieg könnten wir das Polster in Richtung hinteres Tabellendrittel ausbauen.“ Ein durchaus bescheidener Anspruch für einen Drittliga-Absteiger, der im Saisonvorfeld mancherorts eher ganz vorne vermutet wurde.
Sender, der übrigens am Samstag seit mehr als dreieinhalb Jahren erstmals auf seinen privat verhinderten Assistenten Roger Magnus, der auch eine gewisse HSG-Vergangenheit hat, verzichten muss („Fühlt sich jetzt schon komisch an.“), hat sich intensiv mit der anstehenden Begegnung und der Situation auseinandergesetzt. „Dieses Derby hat aus meiner Sicht sehr eindeutig verteilte Rollen, die sich schon durch das aktuelle Tabellenbild ergeben. Unser Gegner hat sich in der neuen Liga in kurzer Zeit etabliert und ist im Dunstkreis der vermeintlichen Spitzengruppe angekommen.“
Die Veränderungen beim Gastgeber, neuer Coach, Abgänge bewährter Kräfte, sind ihm natürlich nicht entgangen. „St. Leon/Reilingen verfügt über ein Grundgerüst an erfahrenen Drittliga-Spielerinnen, die in der Mischung mit talentierten Neuzugängen einen effektiven Tempohandball spielen. Selbst der kurzfristige Abgang von Lisa Haupt zu den Kurpfalz-Bären anfangs der Saison wurde kompensiert.“
Was in seinem Kader zu kompensieren sein wird, ist teils noch offen. „Aktuell haben wir eine kleine Anzahl an Krankheitsfällen. Daher kann ich im Vorfeld noch nicht sagen, ob eine Bestbesetzung möglich ist. Wir behielten die Trainingsinhalte der letzten Wochen bei und verfolgen auch gegen die HSG das Ziel, um die 30 Tore zu werfen. Das ist uns in den letzten beiden Spielen gelungen.“ Nur die Belohnung in Form von Punkten blieb aus. Deshalb fordert er noch von seinen Frauen: „Wir werden ein schnelles Rückzugsverhalten benötigen und im Abwehrverbund wird es ein konsequentes Eins-gegen-Eins-Verhalten brauchen, um ein zumindest in Spielsequenzen offenes Derby zu gestalten.“
HSG St. Leon/Reilingen – HG Oftersheim/Schwetzingen (Samstag, 18.30 Uhr, Sportzentrum Harres, St.Leon-Rot)


