„Geile Team-Performance“

Regionalliga Herren: HG mit verbessertem Auftritt auf den Fildern.
Die HG Oftersheim/Schwetzingen wird in der Regionalliga naturgemäß als Drittliga-Absteiger fast überall als Favorit angesehen, dem die Kurpfälzer Handball-Funktionäre durchaus in Teilen widersprechen. Und so wurde sie auch in Scharnhausen bei der HSG Ostfildern als „Brocken“ erwartet – „Das ist zwar nach dem Abstieg nicht mehr die Mannschaft der vergangenen Saison, aber immer noch ein super Team“, meinte HSG-Teammanager Matthias Dunz, „aber wir sind nicht chancenlos. Mit Teil eins hat Dunz unwidersprochen recht, wie sich alleine schon in den bisherigen Ergebnissen und Spielverläufen der HG dokumentiert. Von Teil zwei, seinen hoffnungsvollen Gedanken, dürfte er sich in dieser Partie aber sicherlich früh verabschiedet haben. Denn recht schnell geriet seine Mannschaft ein wenig unter die Räder, zunächst noch nicht ganz aussichtslos, aber nach dem Kabinengang dann doch ziemlich grundlegend. Am Ende hatten die Gäste einen fulminanten 39:28 (20:15)-Erfolg davongetragen.
Dabei waren diese eigentlich zu spät, viel zu spät dran. Denn auf den Autobahnen zwischen der badischen Kurpfalz und Schwaben war mal wieder die Hölle los – beziehungsweise, sie war eher eingefroren. Phasenweise bewegte sich nichts mehr vorwärts. So traf der Mannschaftsbus erst rund 50 Minuten vor geplantem Anpfiff am Spielort ein. Selbst die Kulanz, den Spielstart um zehn Minuten zu verschieben, entspricht nicht dem Vorbereitungsprogramm der HG, welches eher auf anderthalb Stunden oder individuell mehr ausgelegt ist.
Aber das brachte die Oftersheim/Schwetzinger auch nicht sonderlich runter, trieb im Angriff Yannick Muth gar zu Höchstleistungen an. Einem anderen Akteur und seinen Trainer trieb der Auftakt jedoch eher in die Verzweiflung. Dass Lukas Auth bereits nach zwölf Minuten zum ersten Mal auf die Strafbank gesetzt wurde, mag HG-Coach Christoph Lahme vielleicht noch so hingenommen haben. Als sein Kreisläufer aber nur um Unlängen später sich ein „Zwei-plus-Zwei“ einhandelte, schien ihn dann doch etwas zu enervieren. Wo genau hier die unterschiedlichen Standpunkte und Grenzlinien verliefen, dürfte wohl ein Geheimnis zwischen ihm und den Unparteiischen bleiben. Die Diskussion brachte dem Oftersheim/Schwetzinger Übungsleiter indes eine farbige Verwarnung ein. Aber in der Folge hatte er auch nicht mehr so viel Grund, sich an der Seitenauslinie zu echauffieren.
Im Gegenteil: „Wir haben wirklich eine geile Team-Perfomance auf die Platte gelegt und absolut verdient die zwei Punkte mit nach Hause genommen. Alle haben gut mitgezogen. Es war eine sehr gute Abwehrleistung, die wir dort über 60 Minuten auf die Platte zimmerten, plus den entsprechenden Rückhalt von unseren Keepern Luca Berghoffer und Robin Zupp. Sie sind mit über 40 respektive 30 Prozent aus dem Spiel gegangen.“ Und auch das Manko der verlorenen Begegnungen wie zuletzt daheim gegen Neuenbürg war an diesem Tag kein Thema. „Wurfquotentechnisch im Angriff waren wir sehr gut und haben aus letzter Woche viel gelernt, was das Torhüter An- und -Ausschauen angeht.“
HG: Berghoffer, Zupp; Barthelmeß (4/2), D. Huljak (1), Angel (3), V. Huljak (8), Auth, Schmitt (2), Nauß (1), Klein (4), Hammarberg (3), Hepp (1), Muth (12).


