Bewegte Tage bei “Fit-Fun-Ferien” der HG

Sommerferienprogramm der HG ging erfolgreich zu Ende – enge Kooperation mit der Stadt Schwetzingen.
Auf dem Kleinspielfeld des TV-Sportplatzes geht es zu wie in einem Taubenschlag: Rund 20 Kinder rennen umher, werfen sich mit Bällen ab und haben sichtlich Spaß dabei. Als Nils Trautner pfeift, kommen alle her und hören zu. Wenig später dürfen sie weiterspielen. Bewegung heißt das Schlüsselwort des Projekts „Fit-fun-Ferien“, das die HG Oftersheim/Schwetzingen im Sommer angeboten hat. „Bewegung ist unsere Kernkompetenz“, betont Vorstandsmitglied Michael Zipf. Die letzte Ferienwoche fand dabei in Kooperation mit der Stadt Schwetzingen statt – speziell für die Kinder der Hortbetreuung an den Grundschulen. Ziel war es, berufstätigen Eltern über das reguläre Ferienprogramm hinaus eine verlässliche und längere Betreuung ihrer Kinder zu ermöglichen.
„Dafür sind wir der HG sehr dankbar“, betont Kerstin Barth vom städtischen Amt für Familien, Kinder & Schulen, Senioren. Sie ist an diesem Vormittag zusammen mit ihrer neuen Kollegin Lilija Schaiermann zum TV-Sportgelände an der Sternallee, um sich ein Bild davon zu machen, wie es denn mit den Kindern läuft. Insgesamt hatte die HG für die kompletten Sommerferien eine Betreuung angeboten, letztlich wurden vier Wochen umgesetzt. In der gerade zu Ende gegangenen Woche wurden extra die Zeiten auf 7.30 bis 14 Uhr angepasst.
Die Leitung übernahm Jonas Jörder, der bei der HG ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) absolviert. Unterstützt wurde er von Sinan Antritter, Spieler der Regionalliga-Mannschaft, sowie mehreren HG-Übungsleitern. Dazu kam immer wieder Organisatorin Daniela Gellert – vor allem bei Regen – im wahrsten Sinne des Wortes ins Spiel: Sie hatte zahlreiche Kinder- und Gesellschaftsspiele im Gepäck. Zum Auftakt hatte sich der Sommer aber von seiner heißen und sonnigen Seite gezeigt. Die Ferienkids konnten sich dabei richtig austoben. An den besonders heißen Tagen wurde eben im Schatten gespielt und viel Pause gemacht. „Das TV-Gelände ist dafür ideal“, betont Michael Zipf.
Zusätzliche Woche für berufstätige Eltern
Dass das Konzept aufgegangen ist, zeigen die Rückmeldungen der Eltern. „Das Programm hat unserer Tochter sehr gut gefallen, sie wollte gleich noch eine weitere Woche dranhängen“, hätten Eltern berichtet. Eine andere Mutter schrieb: „Unser Sohn hatte großen Spaß und überlegt, ob er mal beim Handballtraining vorbeischauen will.“
Doch die Nachwuchsgewinnung sei gar nicht das Hauptziel dieses Angebots der HG. „Wir wollen die Kommune unterstützen und auch mal etwas zurückgeben“, sagt Vorstandsmitglied Michael Zipf. Für die HG seien solche Reaktionen der Eltern aber mehr als ein schönes Kompliment. Sie zeigen, dass Ferienbetreuung und Vereinsarbeit erfolgreich miteinander verbunden werden können – und dass aus einem Ferientag im besten Fall sogar der erste Schritt in einen Sportverein wird.
Bewegung, Bildung und Teilhabe
Das Ferienprogramm ist Teil der Initiative „HG-Chancenplus“, mit der die Handball-Gemeinschaft seit 2024 verschiedene Maßnahmen bündelt, um Kindern und Jugendlichen bessere Entwicklungsmöglichkeiten zu eröffnen. Unter dem Leitgedanken „Startchancen, Aufstiegschancen und Chancengleichheit“ gehe es dabei längst nicht nur um sportliche Leistungen, erklärt Zipf. Gerade mit „Fit-Fun-Ferien“ möchte die HG Kindern einen Zugang zu Bewegung und Gemeinschaft ermöglichen.

Das Programm ergänze die Kooperationen der Handball-Gemeinschaft mit mehreren Schulen und verbinde sportliche Aktivitäten mit sozialen Erfahrungen. So ist der Verein bereits an der Theodor-Heuss-Schule in Oftersheim, der Schimper-Gemeinschaftsschule in Schwetzingen sowie an der Gerhard-Hauptmann-Schule in Rheinau aktiv und unterstützt bei der Ganztagsbetreuung. „Und wenn die Zeyher-Schule in Schwetzingen dazu kommt, stehen wir auch bereit“, sagt Zipf. Das freut Kerstin Barth: „Wir würden die Kooperation gern ausbauen.“
Möglich ist das nur, weil die HG neben dem FSJ inzwischen mit Nils Trautner einen dualen Studenten beschäftigt. „Und am 1. Oktober kommen zwei weitere hinzu“, verrät Michael Zipf – vorrangig für die Betreuung an den Ganztagsschulen, die dafür ein Budget hätten. So werde ein erheblicher Teil der Kosten finanziert.
Die HG verstehe sich dabei als mehr als eine Handballspielgemeinschaft, betont das Vorstandsmitglied. Der Zusammenschluss der Handballabteilungen des TSV Oftersheim und des TV 1864 Schwetzingen hat in seiner fast 30-jährigen Geschichte sportlich beachtliche Erfolge gefeiert. Aktuell würden 20 Mannschaften für die HG spielen. „Doch neben dem Leistungssport will die HG auch gesellschaftliche Verantwortung übernehmen“, sagt Zipf. Im Zukunftskonzept „HGenda 2030“ sind deshalb Ziele in den Bereichen Ökonomie, Ökologie und Soziales festgeschrieben. Bewegung soll dabei nicht nur sportliche Leistung ermöglichen, sondern auch Gesundheit, Bildung und persönliche Entwicklung fördern.
Dass die Kinder gern noch länger die Betreuung auf dem TV-Sportgelände genossen hätten, war jedenfalls eine der schönsten Rückmeldungen für die HG, die Vorstandsmitglieder und die Betreuer.
Quelle: Andreas Lin, Schwetzinger Zeitung



