Geht es doch noch um etwas?

3. Liga: HG gastiert im Kellerduell in Köndringen-Teningen und hat eine andere Gruppe im Blick.
Geht es in der zur Neige gehenden Drittliga-Saison für die Handballer der HG doch noch um etwas mehr als nur die Ehre und ein gutes Gefühl für den Sommer? Das anstehende Spiel der Kurpfälzer bei der SG Köndringen/Teningen, ebenfalls schon als Absteiger feststehend und direkt mit zwei Punkten Vorsprung vor ihr platziert, könnte dabei entscheidend sein, um vielleicht doch noch – ähnlich wie das Frauenteam der HSG St.Leon/Reilingen – eine zweite Chance via Relegation zu bekommen.
Wieso diese Chance? Im Norden der Republik bahnt sich für einen anderen Drittligisten Ungemach an. Dem OHV Aurich respektive seinem wirtschaftlichen Träger drohte nach mehreren Medienberichten wegen einer extremen finanziellen Schieflage die Insolvenz – es wäre die zweite nach 2009. Kolportiert wird ein fehlender mittlerer sechsstelliger Betrag. Spieler- und Trainerhonorare sollen bereits nicht mehr bezahlt worden sein. Nun hat der Träger der Profi-Mannschaft tatsächlich am Mittwoch beim Amtsgericht Aurich einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gestellt.
Ob der OHV an diesem Samstag in Vinnhorst und eine Woche später zu Hause gegen Fredenbeck antritt, ist noch unklar. „Es können zum gegenwärtigen Zeitpunkt keine belastbaren Aussagen getroffen werden“, teilt die Ostfriesland Handball Sportmarketing GmbH (OHS) mit. Im Falle einer Insolvenz ist ein Drittligist jedoch nicht automatisch zum Abstieg verdammt. Meist hat eine Insolvenz lediglich einen Punktabzug – oft zwischen vier und zehn Punkten – als Folge: Aurich mit aktuell 29:27 Zählern würde im Falle eines hohen Zehn-Punkte-Abzuges zwar deutlich in der Tabelle der 3. Liga Nord-West absacken, nicht aber auf einen Abstiegsplatz. Den ersten Abstiegsrand nimmt derzeit Minden II mit 16:40 Punkten ein.
Aber: Sollten die Ostfriesen den Spielbetrieb noch innerhalb der letzten beiden Spieltage einstellen oder seine Meldung zur Drittliga-Saison 2026/2027 zurückziehen, wäre er erster Absteiger. Sollte ein Verzicht nach Rundenende verkündet werden, aber noch vor Ablauf des Spieljahres am 30. Juni, würde wohl ein Nachrücker gebraucht. Offizielle Mitteilungen von Verbandsseite zu einer Relegationsrunde der vier 14.-Platzierten aller Staffeln gibt es aber bisher nicht.
Um diese wirklich äußerst hypothetische Chance jedoch zu wahren, den dafür notwendigen drittletzten Rang überhaupt vorerst einzunehmen, müsste die HG das Match im Breisgau nur gewinnen. Das Hinspiel wurde schon mit 26:23 absolviert. Aber dies ist vor allem in so einer stimmungsvollen Halle wie in Teningen leichter gesagt als getan. HG-Cheftrainer Christoph Lahme muss sich wieder in Abstimmung und Koordination mit seinem Kollegen Justin Hahne, wie er es ankündigte, aufgrund der vielen Ausfälle wieder ein Team zusammenstellen, welches dann Unerfahrenheit durch Schlagkraft, Spritzigkeit und Spielwitz ausgleicht. Dies beinhaltete auch, dass alle verfügbaren Akteure gemeinsam trainierten. Der ursprüngliche Trainingsplan dreier Teams war diese Woche damit obsolet, wurde jedoch akribisch den Bedürfnissen angepasst. Und dann sollte zum gestrigen Freitagabend hin die Entscheidung fallen, wer die Reise in den Süden Badens mitantritt.
SG Köndringen/Teningen – HG Oftersheim/Schwetzingen (Samstag, 20 Uhr, Jahn-Halle Teningen)


