„Erfahrung schlägt jugendlichen Elan“

Verbandsliga Herren: Ausgedünntes HG-Perspektivteam unterliegt in Handschuhsheim mit 26:30.
Jedem Gegner will es die HG Oftersheim/Schwetzingen II in der Verbandsliga möglichst schwer machen. Doch in der Auftaktbegegnung beim TSV Handschuhsheim machte sie sich vor allem selbst das Leben schwer. Am Ende unterlag sie mit 26:30 (12:9) – ein Resultat, welches sich lange Zeit in dieser Form nicht abgezeichnet hatte.
Denn früh hatten sich die Gäste ein kleines Polster erarbeitet (1:4/11.), welches sie in der Folge zwar nicht weiter ausbauten, aber doch clever verwalteten – bis zum 13:17 (39.). In ihrem Kasten war Torwart Jerémie Meyer ein wichtiger Rückhalt und die zupackende Deckung vor ihm zwang die Hausherren zu etlichen technischen Fehlern, die jedoch nicht alle in Torerfolge verwandelt wurden.
Eine (von nur zwei) Hinausstellung(en) gegen die HG brachte urplötzlich den Umschwung. Handschuhsheim, nun praktisch fehlerfrei agierend, nutzte die numerische Überzahl und verkürzte (17:18), glich aus und übernahm erstmalig auch die Führung mit 19:18 und weitgehend das Kommando auf dem Spielfeld. Raphael Schmitt und Male Aeckerle konterten zwar noch einmal, aber dann setzte der TSV zum Höhenflug an, während bei der HG nicht mehr viel zusammenlief.
Die Luft war völlig raus, der Wurm dafür umso mehr drin. Es fehlte zu diesem Zeitpunkt vielleicht auch eine erfahrene Führungsperson mit Steuerqualitäten in dieser sehr jungen Truppe (sechs A-Jugendliche bei nur zehn Feldspielern), die sich nun möglicherweise auch ein wenig den Schneid abkaufen ließen. Aus einem 24:23 (53.) wurde rasend schnell ein 28:23 (56.) – mehr als eine Vorentscheidung. Trotz zeitweiliger Überzahl stellte sich keine Verbesserung mehr ein.
Die harzfreie Umgebung wollte später keiner als Ausrede gebrauchen, schließlich hatte über zwei Drittel der Partie der Umgang und die Verantwortung mit und für das Wurfgerät ganz gut funktioniert. HG-Trainer Justin Hahne stellte die Schlussphase dieser Begegnung unter die Schlagzeile „Erfahrung schlägt jugendlichen Elan. Leider haben wir uns da dann zu sehr von der robusten Spielweise des Gegners beeinflussen lassen. Aber mit dem Wissen, dass wir ein Durchschnittsalter von unter 19 Jahren hatten, bin ich mit den ersten 40 Minuten zufrieden“. Da lagen seine Männer noch mit vier Toren in Front. „Der Rest war das Learning, dass wir nicht mit acht Toren Unterschied hätten verlieren dürfen.“
HG: Meyer; Baldauf (3), Aeckerle (12/9), Kuhlee, Weidner, Schmitt (2), Quindt, Gärtner (2), Walter (3), Ihrig (2), Wolf (2).


