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Laden... HG Oftersheim/Schwetzingen

Grandioser Sieg vor grandioser Kulisse

Verbandsliga Herren: HG-Perspektivteam ringt Handball-Wölfe Plankstadt im Derby nieder.

Das Verbandsliga-Team der HG ist es als typische zweite Mannschaft gewohnt, vor meist nur spärlich besetzten Kulissen aufzutreten. Ganz im Gegensatz zu diesem Derby gegen die Handball-Wölfe Plankstadt. Die Ränge waren top gefüllt, die lange Schlange an der Eingangskontrolle der Karl-Frei-Halle riss auch bis fünf Minuten nach Anpfiff nicht ab und die Thekenbesatzung kam mit dem Nachfüllen der Kühlschränke kaum nach. Und am Ende feierte das Heimteam auch noch einen beeindruckenden 30:26 (14:13)-Erfolg, den viele im Vorfeld nicht für möglich gehalten hätten.

Ohrenbetäubender Lärm empfing die Athleten schon beim Einlaufen. Und dieser sollte bis nach dem Abpfiff nicht abklingen. Es war eine grandiose Stimmung in der Bude. Für die Gastgeber sah es dabei anfangs nicht gut gegen die robuste offensiv ausgerichtete Deckung der Plankstädter aus (1:4). HG-Coach Justin Hahne griff früh zum grünen Karton, nahm erste Personal- und Positionswechsel vor (7.). Doch einem gewissen Rückstand lief sein Team bis kurz vor der Pause hinterher. Dann kam die Zeit der Gastgeber. Linksaußen Philipp Walter traf dreifach, auch zweimal vom Siebenmeterstrich. Hinzu kamen ein Durchbruch von David Huljak und eine Parade von Gawen Weingärtner bei einem Konter. Den letzten Ball eroberte Malte Aeckerle und nagelte ihn per Tempogegenstoß zur ersten HG-Führung bei Frederik Fauerbach in den HW-Kasten.

Nach dem Seitenwechsel wurde der Vorsprung von Oftersheim/Schwetzingen, das mittlerweile auch offensiver deckte, ausgebaut. So mit einem Treffer vom Kreis von Valentin Huljak, der gefühlvoll von Walter bedient worden war. Daraus resultierte aber noch keine nachhaltige, durchgehende Kontrolle. Es gab sogar ein Plankstädter Comeback (23:24/50.). Zeitweise herrschte auf dem Spiel pures Chaos, was Fehler anging – auf beiden Seiten. Doch gegen Ende, in der Crunchtime, hatten die HG-Youngster ein paar Vorteile mehr. Und vielleicht auch ihre Nerven besser im Griff.

Scheinbar nicht so Tadeo Eichhorn in der Schlussminute. Er bekam direkt Rot für ein Foul und sah die Blaue Karte für diverse Entgleisungen umgehend danach. Wobei es seitens der Schiedsrichter im Bericht beim „Stoßen nach Anhalten der Zeit“ belassen wurde. Verbale Anfeindungen (vermutlich auch von der anderen Seite) wurden unter den Tisch fallen gelassen. Aber da war das Spiel ohnehin schon gelaufen und entschieden. Lukas Hepp und Malte Aeckerle hatten die entscheidenden Nadelstiche zum 29:26 (59.) gesetzt, Kapitän David Huljak machte den Deckel drauf.

HG-Stimmen

Trainer Justin Hahne: Es war natürlich ein schönes Handballfest, mit Emotionen auf den Rängen und auf dem Feld. Es gab wechselnde Spielstände und schöne Tore, nicht nur von uns, gerade wenn ich an den Rückraumkracher von Alexander Leibnitz in der ersten Halbzeit denke.

Ich kann meinen Jungs mit der Doppelbelastung nur Respekt zollen. Es war nicht unbedingt zu erwarten, dass wir im Kopf frisch genug waren und dass wir nach dem Unentschieden und Rückstand in der zweiten Spielhälfte nicht einknickten. Gerade in der Abwehr hat Valentin Huljak einen riesen Job gemacht und die ganzen, knapp jüngeren Spieler konnten sich an ihm aufrichten. Und wenn es drauf an kam, stand hinten auch noch Gawen Weingärtner im Tor.

Im Angriff hätten wir etwas mehr Tiefe und Geduld gebraucht, was natürlich schwer gegen eine körperliche 3:2:1-Deckung ist. Aber der Spielberichtsbogen zeigt, dass wir von überall torgefährlich waren.

Kapitän David Huljak: Ich glaube, unsere größte Stärke war, dass wir uns als Mannschaft zu keinem Zeitpunkt aufgegeben haben. Uns war bewusst, dass uns viele nicht viel zugetraut haben – gerade weil ein großer Teil unseres Kaders aus A-Jugend-Spielern bestand und wir alle zuvor schon ein Spiel in den Beinen hatten. Die Voraussetzungen waren also alles andere als ideal.

Aber genau daraus haben wir unsere Motivation gezogen. Wir hatten nichts zu verlieren und wollten zeigen, dass wir als Mannschaft mehr sind, als es von außen vielleicht den Anschein hatte. Auch wenn es zwischenzeitlich nicht gut aussah, haben wir zusammengehalten, füreinander gekämpft und uns gegenseitig immer wieder gepusht.

Ich glaube, genau dieser Zusammenhalt und die Bereitschaft, sich auch in schwierigen Phasen nicht hängen zu lassen, haben uns bis zum Schluss getragen. Gerade in so einem Nachbarschaftsderby gegen die Wölfe Plankstadt entwickelt man nochmal zusätzliche Kräfte. Am Ende war es eine echte Mannschaftsleistung, auf die wir stolz sein können.

Infobox

Ergebnis: HG O/S II – HWP 30:26 (14:13).

HG: Meyer, Weingärtner; D. Huljak (3/1), Baldauf (2), Aeckerle (5), Hepp (1), V. Huljak (3), Auth, Getrost (2), Dudziak, Gärtner, Walter (10/7), Himmelmann (2), Angel (1).

HW: Berlinghof, Fauerbach; A. Schöffel (1), Fröhlich (2), Zincke (4), Leibnitz (7/2), N. Schöffel (1/1), Verclas (4), Eichhorn (4), Summ, Muschelknautz (1), Bräunling, J. Fröhlich (2).

Schiedsrichter: Amara/Hasselbach (Heidelberg/Oberhausen).

Siebenmeter: 9/8:5/3.

Zeitstrafen: 4:16 Minuten.

Vorkommnis: Rot und Blau (Disqualifikation mit Bericht) Tadeo Eichhorn bei 29:26 (59:28).

Spielfolge: 1:4, 4:4, 4:7, 6:7, 8:12, 14:13 (HZ), 18:14, 20:20, 24:25, 28:25, 30:26.

Timeouts: HG (7.), HW (15.), HG (50.), HW (55., 58.).

Zuschauer: 450.

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