HG weiter auf der großen Bühne

JBLH-A: Oftersheim/Schwetzingen zum 13. Mal in Spitzenklasse.
Erst abgekocht worden, dann Lebenszeichen gesendet, deutlich zurückgemeldet und schlussendlich voll durchgezogen: Die HG Oftersheim/Schwetzingen hat sich in der finalen und ihrer einzigen Qualifikation im nordfränkischen Coburg wieder einen Platz in der Jugend-Bundesliga Handball (JBLH) erkämpft.
Seien es die lange Anfahrt am Morgen vor dem ersten Spiel oder andere Faktoren gewesen; es ist nicht mehr nachvollziehbar. Doch der Auftakt in dieses Turnier der Südgruppe gegen den TV Großwallstadt geriet mehr oder weniger komplett daneben. Jan-Mathis Derr, der am Folgetag mit einer Schulterverletzung ausscheiden musste, und Malte Aeckerle sorgten für ein schnelles 2:1 (2). Doch dann herrschte im Offensivgeschehen der HG völlige Funkstille. Aus dem folgenden Dutzend Angriffen resultierte kein einziger Treffer. Die Kurpfälzer waren mit 2:7 (10.) im Hintertreffen und dabei noch gut bedient. Danach berappelte sich die Mannschaft zwar wieder, war annähernd gleichwertig. Aber da die Deckung sich zu lückenhaft stellte, ermöglichte sie dem Gegner Durchbrüche. Ballgewinne blieben somit aus. Die 17:24 (6:12)-Niederlage war die logische Konsequenz.
Als ebenfalls sehr stark wurde dann der nächste Spielpartner SG BBM Bietigheim eingeschätzt. Doch welch ein Unterschied zur vorangegangenen Partie, welch eine Körpersprache legten die HG-Akteure an den Tag. Hinten griffen sie beherzt zu, vorne wurde zielstrebig der Weg zum Torerfolg gesucht. Trotz dreier Unterzahlphasen bewahrten sie einen Drei-Tore-Vorsprung, bauten ihn zeitweilig sogar aus (9:5 bis 11:7). Vielleicht zwei, drei unnötige Fehler vor der Pause sorgten für mehr, aus Oftersheim/Schwetzinger Sicht unnötige Spannung, Der zweite Durchgang über 20 Minuten Spielzeit wurde dann teilweise und beidseitig etwas hektisch vorgetragen. Auch hier waren am Ende zwei offensive Fehlleistungen ursächlich für den 21:23 (12:10)-Ausrutscher. Aber es hatte sich gezeigt, die Moral war noch intakt.
Für den Sonntag war die Ausgangslage klar. Nur zwei Siege würden den Einzug, den mittlerweile 13. in 16 Austragungen dieser Spielklasse, in die JBLH bedeuten. Diese Vorgabe wurde gegen die HSG Hanau vom Start weg umgesetzt. Doch dann ließen wieder kleine Ungenauigkeiten die Hessen aufkommen und führen. Mit anschließend mehr Power im HG-Vorwärtsdrang und besserem Defensivverhalten wurde die Partie mit 22:20 (11:12) zwar nicht souverän, aber letztlich sicher eingetütet.
Nun brauchte es noch den Erfolg über den HSC Coburg und das Ziel wäre erreicht. Aber auch der Gastgeber hatte diese Möglichkeit noch im Visier. Dementsprechend heftig war der fränkische Widerstand. Ein frühes 6:2 (8.) der Badener bot noch keine Garantie, ebenso das 17:10 nach dem Seitenwechsel. Zumal die HG-Jungs irgendwann mehr glänzen wollten, spielerische Lösungen für die Galerie suchten, aber weniger intensiv arbeiteten. Coburg kam nach dem 22:15 (31.) der HG wieder auf, da im Abwehrbreich der Gäste kaum etwas gelang. Über 24:18 (36.) und 25:20 (39.) wurde es bei offener HSC-Deckung noch einmal eng (25:23) bevor bei 26:24 (15:9) der Abpfiff erklang und der große Jubel ausbrach.
HG: J. Wolf, Philipp; Mehlis (8), Baldauf (6), Aeckerle (18/7), Auth (1), Kuhlee (4), Weidner (12), Jäger (7), Rohr (1), Schmitt (13), Dudziak (6), Derr (2), de Marco, Himmelmann (3), Wagner (1), R. Wolf (3).
Weitere Ergebnisse: Coburg – Hanau 18:16 (8:8), Bietigheim – Coburg 20:12 (9:2), Hanau – Großwallstadt 15:24 (9:10), Großwallstadt – Coburg 18:8 (11:2), Bietigheim – Großwallstadt 14:19 (6:10), Hanau – Bietigheim 21:28 (10:17)
Fakten zur JBLH
Die HG ist jetzt zum 13. Mal in der JBLH vertreten. Dies oder öfter haben nur 24 weitere Vereine (von über 125) geschafft.
Dreimal musste Oftersheim/Schwetzingen seit der Einführung 2011 passen: 2012/13, 2016/17, 2017/18.
Jetzt sind die Kurpfälzer die letzten neun Jahre in Folge dabei, was nur 20 weiteren Vereinen gelang bei einer Reduzierung von anfangs 48 Teams auf 40 Mannschaften ab 2019.
Erstmals seit Gründung der JBLH nicht mehr dabei ist GWD Minden.
Erstmals überhaupt dabei: JSG Köln, HG Owschlag/Kropp/Tetenhusen, die sich in der Nordgruppe durchsetzten.
Seine zweite Teilnahme bekam HCE Dresden per Wildcard geschenkt.
Teilnehmer 1. JBLH: Burgdorf, Magdeburg, Reinickendorf, Kiel, Flensburg-Handewitt, Erlangen, Neuhausen/Ostfildern, Dormagen, Dutenhofen/Münchholzhausen, Rhein-Neckar-Löwen (alle direkt qualifiziert), Hamburg, Leipzig, Göppingen Balingen/Weilstetten, Essen, Hagen, Potsdam, Gummersbach, Bissendorf/Holte, Budenheim.
Teilnehmer 2. JBLH: Bremen, Emsdetten, Lemgo, Bergischer HC, Pforzheim/Eutingen, Melsungen/Körle/Guxhagen, Bittenfeld, Rodgau Nieder-Roden, Horneburg, Rostock, Hachinger Tal, Friesenheim/Hochdorf (alle direkt qualifiziert), Owschlag/Kropp/Tetenhusen, Köln, Nettelstedt, Lübeck, Großwallstadt, Bietigheim, Oftersheim/Schwetzingen.
Die Einteilung in je zwei Nord- und Südgruppen soll zeitnah erfolgen. mj


