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HG-Torhüter-Akademie

Drei Mal wöchentlich trainieren etwa zwölf Torhüter von der D-Jugend bis zum U23-Perspektivteam in Extra-Schichten, um sich gezielt weiterzuentwickeln und die individuelle Weiterentwicklung messbar zu machen. „Das Torwarttraining und unsere Methoden sind oft unterrepräsentiert. Im Fußball oder in den nordamerikanischen Profiligen ist man in Bezug auf kognitive Elemente mit Fokus auf Handlungsschnelligkeit und innovative Trainingsmethoden schon deutlich weiter und genau da müssen wir hin“, erklärt Michael Braun, der vor rund drei Jahren mit dem Projekt begonnen hat. Seit der Einführung hat er nur Positives zu berichten. Mit Marius Gabel – inzwischen steht er bei der SG Stutensee-Weingarten zwischen den Pfosten – Maximilian Herb und Frederik Fauerbach haben drei seiner Sprösslinge den Sprung in den Kader der 3. Liga bereits geschafft, das unterstreicht den positiven Effekt.

In den nicht ganz gewöhnlichen Trainings-Einheiten werden nicht einfach nur Bälle von den Außen- oder Halbpositionen auf das Gehäuse geworfen. Viel mehr geht es auch darum, die grauen Zellen zu animieren. Lampen, die an der Latte oder im Tor selbst befestigt sind, geben Aufgaben vor, Sensoren und Computer messen den Lernerfolg. Das klingt auf der einen Seite einfach, ist aber auch sehr schwer greifbar.

"Wir haben bei der HG ein Konzept entwickelt, das im weiten Umkreis seinesgleichen sucht."
Michael Braun
Michael Braun
Torwart-Trainer

Vorstellen darf man sich das so: Leuchtet beispielsweise eine Lampe in einer bestimmten Farbe auf, dann gibt es unzählige Möglichkeiten, wie die Aufgabenstellung lauten könnte. Zunächst einmal könnte die Farbe bedeuten, dass der Torhüter zum gleichfarbigen Hütchen laufen muss. Es könnte aber auch sein, dass er zu einem andersfarbigen Kegel rennen muss oder den Ball nur mit der linken Hand abwehren darf. Mithilfe der Sensoren werden Aktions- und Reaktionszeiten aufgezeichnet, die über mehrere Einheiten hinweg eine Leistungskurve des jeweiligen Spielers ergeben. Somit kann man die Entwicklung der Spieler überwachen und objektiv dokumentieren, um zukünftige Trainingsinhalte individuell besser zu steuern.

Begleitet werden die Keeper dabei von fünf Trainern – darunter auch die HG-Urgesteine Daniel und Johann Ludmann, der noch aktive Torhüter Marius Gabel sowie Braun selbst, der auch für die Schlussmänner der Drittliga-Mannschaft zuständig ist. Er sagt: „Die Ergebnisse sind deutlich sichtbar. Letztendlich ist es auf dem Feld ja so, dass der Spieler, der in einer Stresssituation am schnellsten die richtige Entscheidung trifft, erfolgreich ist.“

Die wichtigste Aufgabe des Trainerteams ist es, die Zahl der Gegentreffer im Spiel zu reduzieren. Daher wird in weiteren Einheiten intensiv an Torwart-Taktik, Stellungsspiel und Kooperation mit den Abwehrspielern gearbeitet. Zusätzlich zu den Einheiten in der Sporthalle trainieren die Nachwuchs-Torhüter regelmäßig auf dem Speedcourt in Hemsbach, um sich in puncto Schnelligkeit und Wahrnehmung den Feinschliff zu verpassen.

Sein Ziel ist es, die Torhüter auf ein neues Niveau zu hieven, innovativste Trainingswerkzeuge anzubieten und die Fähigkeiten der Torhüter, die im Mannschaftstraining nicht trainert werden können, gezielt zu stimulieren und messbar zu verbessern. „Wenn man den aktuellen Stand mit dem von vor drei Jahren vergleicht, als wir begonnen haben, dann ist bei jedem unserer Torhüter eine deutliche Leistungssteigerung erkennbar, die auch der  Torhüter selbst wahrnimmt.“, sagt Braun, der auch für den Verband tätig ist.

Sinnvoll sei es dabei, ab der D-Jugend einzusteigen. Davor sollen die Kinder noch koordinative Übungen mit dem Rest der Mannschaft absolvieren. Geht es um die Zukunftsplanung des Projektes, dann hat Braun einen Wunsch: „Das, was wir hier machen, darf sich gerne etwas herumsprechen. Vielleicht erhalten wir dann die Chance, noch mehr junge, talentierte Torhüter auszubilden, da wir bei der HG ein Konzept entwickelt haben, das im weiten Umkreis seinesgleichen sucht.“