Beim Handballderby in der Frauen-Oberliga der HSG St. Leon/Reilingen gegen die HG Oftersheim/Schwetzingen war mit einem klaren 18-Tore-Erfolg (32:14/13:6) für den Gastgeber in der Fritz-Mannherz-Halle am Sonntagnachmittag schon klar zu sehen, wo der Weg in der nächsten Saison für die beiden Teams hingehen könnte: Als Tabellen-Drittletzter für die HG bei vier Absteigern vermutlich zurück in die Badenliga, da der Viert- und Fünftletzte einen scheinbar uneinholbaren Vorsprung haben. 

Die HSG dagegen mit Aufstiegsambitionen in die 3. Liga, da der direkte Kontrahent Heiningen am Samstag gepatzt hat Ihr würde dann – vorausgesetzt alle anderen Spiele werden von beiden gewonnen – sogar ein Unentschieden gegen Heininge zuhause beim Rückspiel reichen. 

Trainer Sascha Kuhn zeigt sich sehr zufrieden, da er von Anfang an allen Spielerinnen ausreichend Spielanteile geben konnte und seine Mädels auch nie am Limit spielen mussten, zieht aber auch den Hut vor den benachbarten Gegnerinnen, die sich aus seiner Sicht nie aufgaben. Anders fiel das Statement der sportlichen Leiterin der HG-Frauen Claudia Hettenbach aus: „Die Luft für die Saison ist raus – es ist schwer, die Spielerinnen noch für den Rest der Runde zu motivieren.” Zumal die Situation ein wenig bescheiden ist. „Wir mussten das zeitgleiche Spiel der zweiten Mannschaft absagen, weil ich die Mädels hier im Derby brauchte“, erklärte HG-Coach Matthias Kolander. „Mehr habe ich im Moment nicht zur Verfügung.“

Nachdem der Gastgeber in der ersten Halbzeit oftmals noch einen Vertrag mit Latte und Pfosten zu haben schien, glänzte er vor allem im zweiten Durchgang mit schnellen Kontern, die Torfrau Clara Bohneberg mit traumhaften Pässen ermöglichte. Davon profitierten vor allem mit ihrem schnellen Umschaltspiel die pfeilschnellen Außen Jana Pahl (7) und Madeleine Laier (7) als erfolgreichste Torschützinnen, die nach gegnerischen Angriffen sofort anspielbereit Richtung HG-Tor unterwegs waren. Dem konnten die Gäste mit anstrengendem Positionsspiel und etlichen Fehlpässen nichts entgegensetzen.

Der HSG-Coach freute sich über eine sehr faire Partie, was bei Nachbarschaftsduellen nicht selbstverständlich ist, obwohl seine Spielerin Lena Nußbaumer durch ein unbeabsichtigtes Foul regelgerecht die Rote Karte sah, aber sonst alle verletzungsfrei das Spielfeld verließen.

Trotzdem herrschen im Derby oft eigene Gesetze und Kuhn ist erleichtert, dass er mit seinem Team diesen deutlichen Sieg herauszuspielen vermochte.    ml/mj

 

HSG: Bohneberg, Weiß (Tor), Richter, Gottselig (2), Nussbaumer (1), Laier (7), Pahl (7), Schilling, Schulz (5), Lederer, Miltner (2), Kohnagel, Rimpf (7/6).

HG: Grafetstetter, Phondeth (Tor), Münch (2), Dörfer, Braun, Brückner, Magnus (1), Siegel, Hilbert, Von Beeren (1), Lamm, Kolb (10/2).

 

Schiedsrichter: Dominik & Lars Salles (Beilstein)

Siebenmeter: 7/6:3/2.

Strafminuten: 10:2 und Disqualifikation für Nußbaumer (51./grobes Foulspiel)

Spielfolge: 3:0, 7:2, 11:3, 13:6 (HZ), 17:7, 19:8, 22:9, 28:10, 30:12, 32:14.