Mit einem 30:28 (14:9)-Überraschungserfolg über den als Spitzenreiter angereisten HC Neuenbürg verhalf die HG Oftersheim/Schwetzingen II ihrem nächsten Gegner SG Heddesheim zum Sprung an die Tabellenspitze der Handball-Badenliga. Dabei war dieser Sieg weder ein Muss noch erwartet worden, denn zahlreiche Ausfälle ließen die Aussichten eher trübe erscheinen.


Doch von Beginn an wurde dem Favoriten, der das Hinspiel mit 32:18 für sich entschieden hat, jeglicher mögliche Widerstand entgegengesetzt. Und es war über weite Strecken auf jeden Fall das Spiel des Christian Fendrich. Er markierte die ersten beiden HG-Treffer, bekam dann in des Gegners Deckung ein wenig den Kiefer gerichtet („Geht schon“), sorgte bald für das 4:3. Dann musste er auf der Bank eine frühe zweiminütige Zwangspause einlegen, die sein Team unbeschadet überstand, und machte mit seiner Torgala munter weiter – bei nur drei Fahrkarten und ohne jeglichen technischen Fehler.
Fendrich (24) verlässt die HG Oftersheim/Schwetzingen zum Saisonende. Der Linkshänder wechselt zu Heddesheim. Er soll dort mit Sandro Pagliara – war zu seiner Jugend-Bundesligazeit ebenfalls bei der HG – das künftige Duo auf Halbrechts bilden, in das die SGH-Verantwortlichen viel Hoffnung setzen.
Aber nicht nur der wurfgewaltige Hüne warf alle Attribute in die Waagschale. Angeleitet von Spielertrainer Christoph Lahme fightete das gesamte Team vom ersten Moment an. „Ihr habt den Erfolg viel mehr gewollt als wir und dies auch immer gezeigt“, meinte nicht nur HCN-Rechtsaußen Jochen Werling, der früher auch mal für die HG unter Wilfried Job gespielt hatte und nächste Saison Spielertrainer beim TV Knielingen wird.
Lahme ordnete kompetent, ruhig und clever – von der Bank und aus dem Spielfeld heraus – immer wieder neue Veränderungen an. Ständig wurde der Gast hinten wie vorne taktisch vor neue Herausforderungen gestellt. Kaum schien er möglicherweise eine Lösung gefunden zu haben, sah er sich einer neuen Konstellation gegenüber. Dies machte sich besonders Mitte der ersten Halbzeit bemerkbar, als sich der Hausherr einen ersten deutlichen Vorsprung (11:6) herausgeworfen hatte. Diszipliniert wurde dieser lange bewahrt, auch in mehreren Unterzahlzeiten. So stand die HG gleich nach der Pause nur mit vier Mann auf der Platte, kassierte aber nur einen Gegentreffer.
Erst nach dem 26:21 (54.) wurde es knapp, weil Oftersheim/Schwetzingen im Angriff ein paar Chancen zu viel ausließ und in der Deckung Neuenbürgs Halblinken kurzzeitig nicht unter Kontrolle bekam. „Da wurden eine Zeitlang unsere Absprachen nicht umgesetzt“, trauerte Lahme aber nicht lange dieser Phase hinterher (26:24/56.). Erst traf Adrian Wiegand aus spitzem Winkel von Rechtsaußen und legte noch einen Siebenmeter nach. Torhüter Maximilian Herb wehrte einen Strafwurf hingegen ab, der zuvor souverän hütende Benjamin Gärtner hatte sogar schon deren zwei entschärft. Dann machten Max Barthelmeß und eben Fendrich alles klar.
Aber auch nach diesem Rückschlag bleibt für Aufsteiger HCN der nächste Aufstieg, der Weg in die Oberliga, das erklärte Ziel, bekräftigte Werling. Die HG will dem nicht im Wege stehen. „Dann gewinnen wir eben auch in Heddesheim, wir wollen ja nicht in den Titelkampf eingreifen“, meinte Lahme abschließend.

HG: Herb, gärtner; Hirsch, Fendrich (10), Demel (5), Barthelmeß (2), Fink (3), Kalabic (2), Hakic, Klink (2), Wiegand (5/4), Lahme, Hahne (1).  mj