Fehrenbach ist restlos bedient
„Männer, voll auf die Tube drücken“, forderte Trainer Frederik Fehrenbach von seinen Badenliga-Handballern der HG Oftersheim/Schwetzingen II vor dem Auftritt bei der TSG Wiesloch. „Erste und Zweite Welle, notfalls auch die Schnelle Mitte“, wollte er sehen – und bekam diese Szenarien auch geboten. Allerdings nicht von seinen Jungs sondern von denen der Hausherren, die ihre Gäste beim 36:24 (16:10) phasenweise fast vorführten.


Allein Wieslochs Hendrik Wagner, der eigentlich als Rückraumschütze gefürchtet ist, lief mit vier erfolgreichen Kontern mehr Schnellangriffe als alle HG-Akteure zusammen. Die brachten es insgesamt auf drei. Doch bei den daraus resultierenden Treffern 18, 20 und 21 (50. – 54.) war der Markt schon komplett verlaufen.
Schon früh hielt der HG-Coach seinen Akteuren eine lautstarke Standpauke, forderte weniger Einzelaktionen, mehr flüssiges Kombinationsspiel und eine Abkehr vom Standhandball. Doch seine Vorgaben verhallten weitgehend ungehört. Nach dem 5:1 wuchs der Rückstand lange zwar nicht mehr nennenswert an, Wagner (sieben Tore insgesamt) war halbwegs unter Kontrolle gebracht. Doch es zeigte sich, dass in Wiesloch auch andere in der Lage sind, das nur mäßig verteidigte und gehütete HG-Tor zu treffen. Der Einsatz eines siebten Feldspielers, eine erst einfache, dann doppelte Manndeckung brachten keinen Hinweis auf eine Trendwende. Und nach dem 19:13 (36.) folgte dann der totale Einbruch (27:14/46.). In seiner zweiten Auszeit verlangte Fehrenbach dann wenigstens etwas Schadenbegrenzung, die wohl leidlich gelang, auch weil die TSG bereits in Feierlaune war.
Im Gegensatz zum HG-Coach, der restlos bedient war: „Trotz unser personell wieder besser besetzten Mannschaft im Vergleich zu den Vorspielen, waren wir zu keinem Zeitpunkt in der Lage, Wiesloch das Wasser reichen. Wir waren auf allen Positionen schlechter. Das vorher Besprochene wurde nicht umgesetzt. Im Endeffekt spiegelt das Ergebnis das Spiel nicht wider. Eine höhere Niederlage wäre auf jeden Fall verdient gewesen. Dies ist nur nicht passiert weil ab der 40. Minute bei der TSG fleißig durchgewechselt wurde.“
HG: Berlinghof, Gärtner; Fendrich (5), Demel (2), Lux, Leibnitz (4), Fink (2), Kalabic, Lücke, Klink (1), Wiegand (4/3), Lahme (2), Gartner (5), Hahne (1).  mj