Nichts für schwache Nerven – aber auch nichts für Handball-Ästheten – war der Badenliga-Vergleich zwischen dem gastgebenden HSV Hockenheim und der Zweitvertretung der HG Oftersheim/Schwetzingen. Denn die alten Rivalen lieferten sich einen intensiven Kampf und schrieben damit das Drehbuch aus dem ebenfalls engen Hinspiel weiter. Am Ende trennten sich beide Teams nach einer stimmungsvollen Schlussphase mit 28:28 (15:14).

Eine andere Parallele zum Duell aus der Vorrunde war, dass beide Seiten erneut auf wichtige Spieler verzichten mussten. Andere hatten dafür krankheitsbedingt die Trainingseinheiten unter der Woche verpasst, gingen geschwächt an den Start. Bei den Gästen war der Kader – unabhängig von Positionen teilweise mit Spielern aus dem Drittliga-Aufgebot aufgefüllt. Den besseren Auftakt erwischte dann aber eindeutig der HSV, denn nur kurz wurde sich gewissermaßen abgetastet und danach zog Hockenheim, angetrieben von Jan-Axel Jost nach nur drei kleinen Misslichkeiten bei Oftersheim/Schwetzingen, sofort auf 5:1 davon.

Doch nach Deckungsumstellung bei der HG und durch einfache Tore von Christian Fendrich und später Kevin Suschlik näherten sich die Gäste Schritt für Schritt wieder an, glichen aus. Möglich war das, da die Rennstädter – obwohl sie eigentlich ein hohes Maß an Konzentration an den Tag legten – ein paar Mal ihre sauber vorgetragenen Angriffe nicht vollendeten. Nachfolgend gab es nun bis zum Seitenwechsel, eigentlich fast bis zum Ende, ein echtes Kopf-an-Kopf-Rennen, meist mit Vorteilen für den  HSV.

Doch selbst nach zwei verwandelten Kontern von Felix Gubernatis (resultierend aus einfachen Fehlern der HG-Akteure) und einer Drei-Tore-Führung, war das Match noch nicht gelaufen. Es folgten nun wieder leichte Ballverluste auf der anderen Seite. Für HG-Co-Trainer Christoph Lahme „einfach nur schlecht, das war kein Badenliga-Niveau“.

Doch mit der Roten Karte für Tim Anschütz und wenig später sogar mit einer zeitweiligen doppelten Unterzahl machte sich der Hausherr selbst das Leben schwer. So gestalten sich die letzten Minuten als hochspannender Krimi, bei dem jeweils ein verwandelter Siebenmeter erst durch Marius Meyer und dann Adrian Wiegand („Ich verspüre da keinen besonderen Druck, bleibe eigentlich ganz cool.“) den Endstand und damit das Remis herstellte. Vor Abpfiff musste aber Benjamin Gärtner im HG-Kasten mit einer letzten seiner Glanztaten die Punkteteilung noch absichern.

Stimmen

Admir Kalabic, HSV-Coach, nicht restlos zufrieden: Wir haben heute großen Kampfgeist und eigentlich auch einen guten Auftritt an den Tag gelegt. Allerdings hatten wir gleich mehrfach die Chance, uns einen größeren Vorsprung zu erspielen und damit vielleicht entscheidend wegzuziehen. Das machen wir uns aber leichtfertig zunichte, sei es durch Fehlpässe, fehlende Konzentration beim Abschluss oder unnötige Zeitstrafen. Wir haben uns nicht belohnt für unseren Einsatz. Dennoch bin ich froh, dass wir zumindest einen Zähler geholt haben.

Frederik Fehrenbach, HG-Trainer, ebenfalls nicht ganz begeistert: Über den Punkt und mit der gezeigten Einstellung bin ich zufrieden. Am Anfang war zu spüren, dass wir in dieser Konstellation nie zusammen trainiert, geschweige denn gespielt haben. Aber mit dieser vogelwilden Rumspielerei nach der Pause, den zahlreichen Fehlern und unnötigen Abschlüssen kann ich nicht einverstanden sein.

HSV: Sowden, Lang, Rojban (n.e.); Hoffmann, Ziegler, Anschütz (3), Meyer (7/7), F. Gubernatis (4), Diehm (3), Jost (7), Schinke (4)

HG: Gärtner, Satorius; Fendrich (5), Demel (4), Siegel (1), Lux (1), Leibnitz, Suschlik (4), Kalabic, Barthelmeß (2), Klink, Wiegand (7/6), Gartner (3), Hahne (1).