Zuversichtlich kamen die Gäste in die Oftersheimer Karl-Frei-Halle. Sorgenvoll hingegen die Miene des heimischen Handball-Trainers Frederik Fehrenbach. Doch am Ende triumphierte die HG Oftersheim/Schwetzingen II im Badenliga-Duell mit der HSG St. Leon/Reilingen mit 28:24 (13:9). Ein weiterer wichtiger Erfolg im Kampf um den Klassenerhalt für die HG, während die HSG weiter mit am Tabellenende festklebt.


Kurz vor Anpfiff sagten die beiden A-Jugendlichen Jan Zecevic und David-Denny Hirsch ihren Coach verletzungsbedingt ab. Angeschlagen ging auch Jugend-Keeper Maximilian Herb in die Partie, einen Ersatzmann für ihn gab es allerdings nicht. „Die Vorzeichen waren nicht sonderlich gut“, stöhnte Fehrenbach. Umso freundlicher seine Miene nach dem Abpfiff: „Ich muss allerdings wirklich meinen Hut ziehen, wie die Mannschaft alles Besprochene auf der Platte umgesetzt hat.“ Bei der HSG, die nach zwei Minuten den Ausfall von Torhüter Simon Gabrys hinnehmen musste, wurde kritisiert, dass das Team über weite Strecken der Begegnung Spielwitz, Variabilität und Dynamik vermissen ließ und es den Gastgebern relativ leicht machte, zu einem Erfolg zu kommen.
Bei diesen hatte Fehrenbach Außenspieler Florian Siegel zum Mittelmann umfunktioniert. „Er brachte die nötige Ruhe und Abgeklärtheit in den Angriff“, lobte der Chef. „Und unsere variable Abwehr, mal 5:1, mal 3:2:1, mal 6:0, überzeugte über die kompletten 60 Minuten. Und natürlich auch Max im Tor, der wie schon die ganze Saison souverän auftrat.“
So fand das HSG-Team über die gesamte Spielzeit zu keinem druckvollen, effektiven Angriffsspiel. Es wurde zu undiszipliniert, teilweise auch unüberlegt und überhastet agiert, wurde moniert. Sehr geschickt machte die HG die Räume eng und störte frühzeitig die Rückraumachse von St. Leon/Reilingen, das seine Offensivbemühungen viel zu breit anlegte und somit nie den notwendigen Druck zum Tor richtig aufbaute. Die HG gefiel durch ihre sehr flüssig und dynamisch angelegte Offensive, wirkte spritziger und präsenter und war den Gästen über die gesamte Spieldauer in Spielanlage und Defensivverhalten überlegen.
Zwar entwickelte sich das Spielgeschehen zunächst nur recht zähflüssig, doch dann lief es bei den Hausherren. Siegel übte selbst Torgefahr aus oder brachte seine Nebenleute ins Spiel. Kurz kam die HSG noch etwas näher, dann setzte sich die HG unaufhaltsam ab, verteidigte zunächst ihren Vorsprung und war Mitte der zweiten Halbzeit klar im Vorteil. St. Leon/Reilingen versuchte es noch mit doppelter Manndeckung gegen Valentin Demel und Alexander Leibnitz (zusammen 17 Treffer) – Fehrenbach reagierte mit Auszeit und dem siebten Feldspieler im Angriff. „Zur Verwunderung vieler blieb es bei der doppelten Manndeckung und mit drei schnellen Toren innerhalb von 90 Sekunden machten wir den Deckel auf diese Partie“, schüttelte der HG-Trainer den Kopf und freute sich mit seinen Jungs. Der Rest war reine Ergebniskosmetik.    krau/mj


HG: Herb; Demel (10), Siegel (2), Lux (1), Leibnitz (7), Suschlik (1), Kalabic, Lücke, Klink, Wiegand (2/2), Gartner (4), Hahne.


HSG: Gabrys, Schmidt; Bujdos (1), Rausch, Krepper (8), Schmitt, Becker, Antl (1), Lechner, Kikillus (5/1), Decker (4/4), Menger (3), Scholl (2).


Schiedsrichter: Kahrmann/Kahrmann (Waldhof)
Siebenmeter: 3/2:8:/5.
Zeitstrafen: 8:6 Minuten.
Spielfolge: 2:2, 5:2, 6:5, 8:7, 10:7, 13:9 (HZ), 15:11, 21:15, 24:20, 27:20, 28:24.