Die Jungs der HG Oftersheim/Schwetzingen sollten keinesfalls vorschnell abgeschrieben werden. Dass sie noch kraftvoll zubeißen können, demonstrierten die Badenliga-Handballer erneut gegen einen Favoriten, den Oberliga-Absteiger SG Heddesheim. Dabei wurde einmal mehr die Spannung auf die Spitze getrieben. Die HG gewann ein leidenschaftlich geführtes Heimspiel am Ende jedoch knapp, aber sicherlich nicht unverdient mit 28:27 (16:17).


Der Gast, mit dem sich vor ein, drei und mehr Jahren immer mal wieder die „Erste“ der HG auseinandersetzen musste, ist damit bei weiten nicht so in die Saison gekommen, wie er es wohl erwartet hatte, steht jetzt punktgleich mit Oftersheim/Schwetzingen im Mittelfeld. Bei den Hausherren wird jeder Punkt indes mitgenommen, wie es nur geht. Nun war die Chance wieder da und sie wurde ergriffen.
Obwohl weiterhin von Ausfällen gekennzeichnet, hatten sich Trainer Frederik Fehrenbach wieder einige Leute zur Verfügung und in den Dienst der Sache gestellt. So zum Beispiel Manuel Postbiegel, der sich als Stabilisator in der Deckung erweisen sollte („Ich helfe gerne, wenn es die Zeit ermöglicht.“). Nicht vielleicht gleich zu Beginn, da haperte es noch ein wenig (3:6), bis die rechte Abstimmung gefunden war und auch im Vorwärtsgang war noch der Wurm drin. Auf der Gegenseite bereiteten mit dem vorgezogenen Lukas Braun, Spielmacher Dymal Kernaja und Linkshänder Sandro Pagliara frühere HG-Jugendspieler besonders Probleme, was inzwischen durchaus zu Normalität zählt.
Bei 6:7 war aber alles erneut offen, weit über eine halbe Stunde sollte nun die SGH vorlegen und die HG zog nach oder sogar mehrfach (12:12 bis 15:15) gleich. Dabei wurden ständig andere Deckungsvarianten beidseitig ins Spiel gebracht. Doch nach dem 21:24 (42.), als manche schon den Gastgeber abschreiben wollten, schlug dieser erst richtig zu. „Nachdem ich gefühlt alle Abwehrvarianten, die bekannt sind ausprobiert habe, sind wir 20 Minuten vor Ende wieder auf eine aggressive 6:0 wie am Anfang des Spiels zurückgekehrt“, erläuterte Fehrenbach seine finale Maßnahme. „Nur war sie jetzt auch aggressiv und beweglich im Gegensatz zur ersten Viertelstunde. Nur vier Gegentore im letzten Spieldrittel zu bekommen, war dann ausschlaggebend für den meines Erachtens verdienten Sieg.“
Während zuvor die HG vor allem von der Spielweise und den Treffern von Hamza Hakic lebte, standen nun seine Nebenleute im Mittelpunkte, legten mit tatkräftiger Unterstützung von Torwart Maximilian Herb auf 26:24 (48.) vor. Beim 28:25 (55.) schien schon fast alles klar. Doch in Unterzahl wurde die Sache noch einmal eng (Herb: „Warum müssen die Jungs das immer so spannend machen?“). Drei Minuten vor Abpfiff wurde bereits der Endstand erzielt, danach zitterten nur noch die Nerven, nicht jedoch die Tornetze.
Fehrenbach zusammenfassend: „Ich bin sehr stolz, wie unsere Mannschaft sich nach der hohen Niederlage der Vorwoche präsentiert hat. Hamza hat bereits in den Trainingseinheiten gezeigt, dass seine Formkurve steil nach oben zeigt. Vor dem Spiel kam er zu mir und meinte, heute wird es was. Man darf bei ihm nicht vergessen, dass er erst seit zwei Wochen komplett schmerzfrei ist und sich durch die ersten Spieltage eher mehr quälte.“
HG: Herb (1), Gärtner; Hirsch, Barthelmeß (2), Demel (5), Leibnitz (4), Kalabic, Hakic (12/4), Postbiegel (1), Klink, Lücke (2), Gerischer, Hahne (1).   mj