Wie so oft bei einem Unentschieden stellt sich hinterher die Frage nach dem Punktgewinn oder dessen Verlust. So auch nach die Handball-Badenligaspiel zwischen der HG Oftersheim/Schwetzingen II und der TSG Wiesloch, welches 26:26 (13:10) endete. Es war einfach eine Funktion des Zeitpunktes, wann abgepfiffen wird, wer dann die Nase vorne haben sollte – oder es eben zu einem Remis kommt. So sah es dann auch HG-Coach Frederik Fehrenbach: „Am Ende war ich mir nicht sicher, ob es ein verlorener oder ein gewonnener Zähler ist, aber es war wohl der gerechte Ausgang in einem Spiel, bei dem jede Mannschaft Höhen und Tiefen gezeigt hat.“

Mit ihrer aggressiv zupackenden Deckungsweise hatte die TSG nach dem 6:6 (15.) zunächst den Vorteil auf ihrer Seite (6:9). Fehrenbach bat zur Auszeit und organisierte seinen Abwehrverband um. Es galt den wurfstarken Rückraum des Gegners, aus dem später Hendrik Wagner mit acht Treffern herausragte, besser in den Griff zu bekommen. Außerdem musste ein Weg gefunden werden, den frühen Ausfall von Kapitän Christoph Lahme (9./Knieverletzung) zu kompensieren.

Kurioserweise leitete die HG die erste Wende in drastischer Unterzahl ein. Erst flogen Max Barthelmeß und Florian Siegel nach dem 8:10 von Willi Fink binnen einer Minute vom Platz, dazu kassierte Fehrenbach wegen Reklamierens eine Zeitstrafe. Alexander Leibnitz und Hamza Hakic (verwandelte einen Siebenmeter, der Denis Kalabic zugesprochen worden war) ließen sich davon wenig beeindrucken, sorgten für das 10:10, dann erledigte Hakic mit drei weiteren Treffern in Folge auch den Pausenstand. Er schied später allerdings auch verletzt aus.

Dieser Vorsprung war danach aber fast genauso schnell wieder Geschichte. Wiesloch hatte nun das Kommando übernommen (16:19). Aber auch dieser Rückstand war beim 20:20 durch Valentin Demel kompensiert. Demel war einer der Rückkehrer nach Verletzungspause ins Team der HG. Überhaupt hatte Fehrenbach freitags sein Glück kaum fassen können, dass ihm ungewohnter Weise praktisch eine komplette Mannschaft im Training wie zum Spiel zur Verfügung stand.

Die Partie blieb nun Spitz auf Knopf: Erst legte Wiesloch wieder vor, dann der Gastgeber. Demel traf 15 Sekunden vor Ablauf der vollen Spielstunde zum 26:25, dann nagelte der frühere HGler Wagner einen Freiwurf ins kurze Eck (59:52). Linus Klink wollte vom Anwurfpunkt noch ins leere TSG-Tor treffen, doch dessen Hüter kam mit einem Hechtsprung von der Bank angeflogen.

„Nach den Verletzungen von Lahme und später Hakic hat jeder für jeden gekämpft“, lobte Fehrenbach. Auch Demel hätte ein gelungenes Comeback gefeiert. „Eigentlich wollte ich ihn noch nicht so viel einsetzen, in der Abwehr schon gar nicht. Ebenso ist Fink hervorzuheben, der momentan mit einer Knieverletzung bis zu seiner Operation weiterspielt.“

HG: Herb, Sartorius; Barthelmeß (5/2), Demel (5), Siegel, Lücke (2), Leibnitz (5), Fink, Kalabic (1), Hakic (6/5), Klink, Olbert, Lahme (1), Hahne (1).            mj