HG II ringt Birkenau nieder

Der TSV Birkenau gilt als einer der Favoriten in der Badenliga. Umso mehr freuten sich die Handballer der HG Oftersheim/Schwetzingen II, dass sie ihrem Gast mit 28:27 (12:13) beide Punkte abknöpften. Es war ein Triumpf des Willens, bei dem nach einem nahezu 60 Minuten lang ausgeglichenen Spiel der Hausherr hauchdünn die Oberhand behielt.

Dass die Jungs – viele gerade der A-Jugend entwachsen – um den spielenden Co-Trainer Christoph Lahme keinen Respekt vor großen Namen zeigten, stellten sie schon in den ersten Minuten unter Beweis. Torhüter Maximilian Herb (noch A-Jugendspieler) parierte den ersten Wurf des TSV. Der 19-jährige Alexander Leibnitz ließ von Halbrechts die ersten beiden Treffer folgen.

Dass die Partie fast permanent auf des Messers Schneide stand, hat seine Ursache einerseits in vielen technischen Fehlern seitens der Weschnitztäler Falken, anderseits in einer anfänglich äußerst ungenügenden Wurfausbeute der Gastgeber. „Mein Schuss hatte vielleicht 30 ‚kmh‘, der hatte einfach keine Geschwindigkeit drauf“, haderte auch Lahme mit sich selbst nach einem missglückten Versuch. Dennoch gelangen ihm fünf Treffer, bevor ein Sturz auf den Ellenbogen weitere Torschüsse nicht mehr zuließ (17:16/37.).

Überhaupt riskierten die HG-Jungs alles, um den Erfolg einzufahren. Neuzugang Christoph Lücke bekam früh die Nase gerichtet, später knallte sein Knie auf ein gegnerisches Körperteil – beide Male meldete der Linkshänder sich wieder zurück. Justin Hahne bekam bei einem Zweikampf mit Birkenaus Mathias Conrad, der früheren HG-Zweitliga-Spieler, einen kräftigen Kniestupser an den Steiß und auch Dennis Kalabic landete mehrfach unsanft auf dem Boden.

Doch für jeden Ausfall fand sich immer ein Ersatz. Statt Lahme verwandelte Kalabic ganz abgezockt einen Siebenmeter, Willi Fink steuerte für seinen Kapitän das Angriffsgeschehen und Thorsten Micke nutzte fast jede sich bietende Lücke, so eine zum 24:21 (45.). Doch Oftersheim/Schwetzingen geriet kurz wieder in Rückstand (25:26), Micke glich aus und Herb wehrte einen Siebenmeter ab, musste aber noch einen Treffer aus der zweiten Welle hinnehmen. Robert Lux per Siebenmeter und eben Micke sorgten für den Endstand.

„Ich bin sehr zufrieden mit der gezeigten Leistung. Vor allem da wir durch einige Verletzungen und angeschlagene Spieler sehr gebeutelt waren. Es war uns klar, dass wir nur durch 100-prozentigen Einsatz und eine kämpferische Leistung der Favoriten zum  Straucheln bringen können. Meine sehr junge Mannschaft hat auch in brenzligen und engen Situationen immer die Ruhe bewahrt und bis zur Chance weitergespielt“, lobte Coach Frederik Fehrenbach, hatte aber auch leichte Kritik in Petto: „Es gibt natürlich aber auch noch die eine oder andere Verbesserung in Abwehr und Angriff. Besonders das Spiel über die Außen und den Kreis hat noch nicht so gut funktioniert und die erste und zweite Welle gilt es auch noch auszubauen.“

Herausheben aus seinem Team wollte Fehrenbach niemanden, auch wenn Micke sich mit zehn Treffern bei wenigen Fehlwürfen von seiner besten Seite zeigte. Ebenso Julian Zipf, der schon am Vortag bei der „Ersten“ in der 3. Liga, den HG-Hyänen, öfter in die Rolle des Abwehrspezialisten gerückt war und im Angriff dafür pausierte, meinte: „Jeder hat seinen Job gemacht, Torewerfen ist nicht alles. Selbst die, die nur oder lange auf der Bank sitzen, sind für den Erfolg letztlich wichtig.“

Micke steht der HG allerdings nur begrenzt zur Verfügung, fehlte weitgehend in der Vorbereitung. Sein sportlicher Leiter Martin Schmitt erläuterte schon im Vorfeld: „Thorsten hat direkt an sein abgeschlossenes Studium einen Masterstudiengang angeschlossen, bei dem er nicht sicher sagen kann wann und in welchem Umfang er am Trainingsbetrieb teilnehmen kann. Er wird auf jeden Fall, wenn er kann, die Badenliga-Mannschaft verstärken, die sich über einen wurfgewaltigen Rückraumspieler sicher sehr freut.“

HG: Herb, Gärtner; Micke (10), Olbert, Lux (1/1), Leibnitz (6), Fink (1), Kalabic (2/1), Hakic (1), Zipf (2), Klink (2), Lücke, Lahme (5/2), Hahne.  mj