Mit einem 36:26 (18:15)-Erfolg zog Handball-Drittligist HG Oftersheim/Schwetzingen vor 120 Zuschauern bei der TGS Pforzheim in die erste Hauptrunde des deutschen Pokal-Wettbewerbes ein (18./19. August). Ob sich dies dann  wirklich gelohnt hat, wird die im Juni bald anstehende Auslosung ergeben.

In seinem zusammengebastelten zehnköpfigen Team hatte HG-Trainer Matthias Polifka gleich drei Kreisläufer, dafür nominelle Schwachstellen auf anderen Positionen, die sich aber im Endeffekt nicht bemerkbar machen sollten. Nur zahlenmäßig etwas besser sah es auf der gegenüberliegenden Seite aus. Aber das coachende Duo Timo Hufnagel und Wolfgang Taafel musste den Einsatz von drei Tormännern koordinieren, von denen Jonathan Binder den Gästen in der zweiten Viertelstunde schwer zu schaffen machte. Und Jakob Fassunge fiel zur zweiten Spielhälfte mit einer Fußverletzung aus.

In den ersten gut 15 Minuten gaben die Kurpfälzer wie von ihrem Chef Polifka in seinem Marschbefehl gewünscht gleich mal richtig Gas. Es ging vom  Start weg wesentlich intensiver zur Sache als in der Vorwoche gegen Oppenweiler/Backnangs „Dritte“. Dabei stand in der Startformation auf Linksaußen als Newcomer David-Denny Hirsch, dem auch wichtige Abwehraufgaben zugetraut wurden. Die routinierteren Jahrgangskumpel Daniel Hideg auf Halblinks und Kreismann Lino Messerschmidt hatten in ihrem womöglich letzten gemeinsamen HG-Spiel ihre Kombinationsleidenschaft wiederentdeckt. Hinzu gesellte sich auf der rechten Rückraumseite Tom Jansen, der nicht nur als Vollstrecker, sondern wie Lukas Sauer auf der Mitte auch ordentlich als Anspieler in Erscheinung trat.

Kurzum, die Jungs fackelten nicht lange, führten 13:7 – und damit war Pforzheim noch gut bedient, denn etliche Chancen wurde leichtfertig liegen gelassen. Doch dann steigerte sich im TGS-Kasten hinter einer nun zunehmend offensiver ausgerichteten Deckung eben Binder, verhinderte ein größeres Debakel. Zahlreiche Fahrtkarten wurden geknipst und der schöne Vorsprung geriet vorübergehend in Vergessenheit.

Doch in seiner Halbzeitansprache rüttelte Polifka seine müden Krieger noch einmal auf.  Jetzt wurden die Zügel wieder straff angezogen. Mit einem 6:0-Lauf zum 15:24 (36.!) wurden letzte Unklarheiten über den Spielverlauf beseitigt. Höhepunkt war ein stark beklatschter Unterarm-Winkelknaller von Kreisläufer Niklas Krämer – vom linken virtuellen Eckballfähnchen aus. Jetzt war ebenso Keeper Marius Gabel ständig zur Stelle, auch wenn er sich ab und an von seinen Vorderleuten im Stich gelassen fühlte. „Mit zehn Toren Vorsprung lässt es sich viel leichter agieren und auch die Verletzungsgefahr sollte dann geringer sein“, freute sich Polifka, dass sein Plan nun mit leichter Verspätung aufgegangen war. Dass dann noch das eine oder andere gewagte Vorhaben schief ging, war Nebensache.

Nicht schief ging indes die Integration der Nachwuchsleute. Der A-Jugendliche Jan Zecevic machte am Kreis nahtlos das weiter, wo Messerschmidt und Krämer aufgehört hatten. „Ib“-Akteur Adrian Wiegand bewährte sich im Wechsel mit Kai Rudolf auf der rechten Außenseite. Und Hirsch wirkte ebenfalls nicht wie ein Fremdkörper. Die Zukunft des HG-Kaders dürfte also einigermaßen gesichert sein.

TGS: Merz, Binder, Ullrich; Prsa, Staigle, Kikillus (4/1), Sruk (1), Hufnagel, Al. Klimovets (11), Salzseeler (4), Kautz (3), Fassunge (3).

HG: Gabel; Messerschmidt (9), Jansen (8), Rudolf (3), Hirsch, Zecevic (2), L. Sauer (3), Krämer (3), Wiegand (1), Hideg (7).