Wachablösung – zumindest vorrübergehend
Nach über der Hälfte der Saison an der Tabellenspitze musste der SV Kornwestheim – zumindest vorübergehend – seinen Platz für Balingen-Weilstetten II räumen. Allerdings hat HBW (mit einem Minuszähler mehr belastet) schon eine Partie (Remis gegen die Rhein-Neckar-Löwen II) zusätzlich vorab ausgetragen und pausiert dafür am nächsten Wochenende. Dann könnte sich der SVK den Platz an der Sonne zurückholen.

Unbestritten bleibt der schwäbische Bundesliga-Unterbau (13:3 Punkte) aber die erfolgreichste Rückrunden-Mannschaft – knapp vor Fürstenfeldbruck und Pfullingen (je 10:4) und der Zweitvertretung der RNL (10:6). Am Tabellenende waren Hochdorf und Köndringen/Teningen die Verlierer des Spieltages, da die direkte Konkurrenz punktete.
Fast alle Begegnungen verliefen gegen Ende enorm spannend, waren kurz vor Schluss doch bei den meisten, Spielstände von zwei Toren Differenz oder weniger zu verzeichnen.

TSB Horkheim – HBW Balingen-Weilstetten II                     26:31 (12:14)
So in Horkheim, auch wenn der Endstand anderes suggeriert. Nach dem 25:27 (55.) hatte der TSB gar zweifach die Möglichkeit zum Anschluss, aber HBW-Keeper Mario Ruminsky war da entschieden dagegen. Er hatte ohnehin schon nach dem 12:9 die Wende über 12:16 hin zum 13:18 mit eingeleitet. Horkheims Coach Jochen Zürn hatte 15 „verblasene Würfe“ auf seinem Zettel stehen. Seine Schlussfolgerung: „Verdient verloren.“


TuS Dansenberg – SV Kornwestheim         28:27 (15:14)
In dieser schwer umkämpften Partie gab es zu keinem Zeitpunkt eine klare Führung (abgesehen vom 18:14, dem ein 18:20 folgte), die häufig wechselte. Am Schluss wiederholte der TuS den Hochdorfer Erfolg über den nun Ex-Spitzenreiter von der Vorwoche. Ein Siebenmeter von Loic Laurent elf Sekunden vor Abpfiff bedeutete den Endstand. Ein letzter Freiwurf des SVK (der übrigens keinen Lizenzantrag für die 2. Bundesliga stellte) brachte keine Änderung mehr im Duell der Aufsteiger. SVK-Trainer Alexander Schurr monierte nur ein wenig mangelnde Cleverness, in puncto Einsatz hatte er seinen Jungs nichts vorzuwerfen.


SG Nußloch – TSV Neuhausen/Filder         37:26 (18:15)
Da hatte sich der Gast bei einer vermeintlich angeschlagenen SGN aber mehr ausgerechnet. In dieser Partie gab es außer zu Beginn fast keine engen Spielstände. Kevin Bitz im Feld und Marco Bitz im Kasten Nußlochs machten mit einen Großteil des Unterschieds aus. Dies bedeutete für TSV-Coach Ralf Bader: „21 Fehlwürfe bei uns, nur  neun bei Nußloch.“


Rhein-Neckar-Löwen II – HC Oppenweiler/Backnang         31:31 (16:12)
Dieser Ausgang sagt alles über die Dramaturgie der Schlussphase aus. Dabei hatte der Hausherr mit 22:15 und 25:18 zwischenzeitliche alle Trümpfe in der Hand. Dann lag er aber nach 26:26 mit 29:30 (56.) und 30:31 hinten. Der HC hatte zuvor seine Abwehr offensiver ausgerichtet. Ein letzter Siebenmeter von Tim Ganz besiegelte die Punkteteilung.


HG Oftersheim/Schwetzingen – TV Hochdorf         26:24 (13:10)
Nach der freitäglichen Niederlage in Schwetzingen meinte Hochdorfs Coach Steffen Christmann: „Nicht so wild, ich gehe davon aus, dass Dansenberg morgen gegen Kornwestheim verliert, und dann treffen wir direkt aufeinander, das sind die Punkte, die wir holen müssen.“ Ein weiterer Beleg dafür, dass in dieser Staffel absolut nichts sicher ist. Sein Team hatte beim 24:24 (56.) noch kurz am Erfolg geschnuppert, mehr nicht.


TGS Pforzheim – TuS Fürstenfeldbruck                   29:24 (14:12)
Mitte des zweiten Durchgangs schien Fürstenfeldbruck seinen weiterhin dezimierten Gastgeber geknackt zu haben (19:20). Zuvor hatte die TGS geführt und holte sich die Führung auch wieder eindrucksvoll zurück (28:21) – auch durch Hilfe seines Trainers Andrej Klimovets, der sich einmal mehr in der Deckung eingewechselt hatte. Aber auch der lettische Spielmacher Maris Versakovs zog den Bayern den Zahn. Sie waren recht beeindruckt von seiner Leistung. Die Brucker ließen durchblicken, eine „Absichtserklärung“ für den Aufstiegsfall in die 2. Bundesliga abgegeben zu haben.


TV Neuhausen/Erms – TSG Haßloch         32:27 (17:12)
Ein anderer Balte, der Este Karl Toom, war einer der TVN-Rückraumbomber, der den Erfolg am Ende mit eintütete.  12:7, 17:11 und 20:15 hatte der abstiegsbedrohte Ex-Bundesligist vorne gelegen, beim 21:20 schienen ihm aber einmal mehr die Felle davon zu schwimmen. Doch in Unterzahl holte er sich das Momentum zurück.


SG Köndringen/Teningen – VfL Pfullingen             26:27 (17:19)
Auch hier wechselte die Führung häufiger, am Ende war der VfL vorne. Die SG hatte doppelt die Chance zum Ausgleich, aber Keeper Magnus Becker hielt den Pfullinger Auswärtserfolg fest. Für Köndringen/Teningen war der Sieg verschenkt, was möglicherweise schon den Abstieg besiegelt.  mj