An dem eigentlich für die 3. Liga spielfreien Wochenende holen die Handballer der HG Oftersheim/Schwetzingen ihre verschobene Begegnung vom vorletzten Spieltag in der Faschingszeit nun nach. Gegen den TSB Horkheim steht womöglich wie im Hinspiel (26:25-Sieg für die HG) wieder ein enger Austausch zu erwarten. Es ist ein weiteres Verfolgerduell hinter dem nun wieder alleine an der Spitze residierenden SV Kornwestheim.

Im positiven Erlebnisfall würde der Hausherr mit seinem Gast wieder gleichziehen. Beim eher nicht so beliebten Ausgang einer Niederlage, wäre der Zug in Richtung der Ränge 2 bis 4 vorerst ein wenig abgefahren. Aber wirklich nur ein wenig, denn parallel stehen sich in einer vorgezogenen Partie die Zweitvertretungen von HBW Balingen-Weilstetten und den Rhein-Neckar-Löwen gegenüber.

Bei den Unterländern aus Heilbronns südlichem Stadtteil weiß man nicht so genau, wo man dran ist. Letzte Saison war der erklärte Wille zum Aufstieg da, der TSB scheiterte aber in der Relegation. Davon ist diese Saison absolut nicht die Rede. Der dann folgende Rundenstart verlief auch eher mäßig, doch mit immer noch wechselhaften Ergebnissen robbte sich Horkheim immer weiter ins Vorderfeld. Der Schwaben Trainer, Jochen Zürn, ist ja in Schwetzingen und Oftersheim wahrlich kein Unbekannter, betreute er doch die HG vor gut zehn Jahren, und hält fest: „Wenn mir einer prophezeit hätte, dass ich mit dieser Truppe nach Minuspunkten auf dem zweiten Platz stehe, hätte ich das sofort genommen und unterschrieben.“ Schließlich galt es am mittleren Neckar sechs, inzwischen sieben neue Akteure zu integrieren. „Du kannst mit so jungen Leuten nicht immer auf hohem Niveau agieren.“ Der Mann vom Heidelberger Olympiastützpunkt freut sich aufrichtig auf die „Rückkehr in meine ehemalige sportliche Heimat“.

Zürn erwartet ein weiteres Spiel auf Augenhöhe. „Das wird sicherlich eine interessante Partie – und ein Stück weit für beide auch entscheidend, um oben dran zu bleiben. So gesehen steht da schon etwas auf dem Spiel, aber eigentlich ist alles ganz offen. Auf meiner Ehrenrunde“ – Zürn hatte angekündigt, dass er sich zum Rundenende zurückziehen wird – „will ich möglichst mit maximalem Erfolg abschließen. Aber diese Staffel ist kein Wunschkonzert. Das wird harte Arbeit.“

Etwas anders als die defensive Einschätzung Zürns über sein Team fällt die Betrachtungsweise des HG-Coachteams aus. Dies sei eine Truppe mit viel Potential, die Riesenqualität aufwiese und durchaus in der Lage sei, noch ganz vorne anzugreifen. Der winterliche Neuzugang von Oliver Hess (vormals Friesenheim) hätte sich stabilisierend auf die Deckung ausgewirkt. Einig sind sich beide Seiten, dass ihre Mannschaften aus den letzten Negativerlebnissen zu lernen hätten. Sie hätten sich in den wichtigen Phasen taktisch cleverer anstellen sollen, müssten gut mit ihren Chancen umgehen und da die entsprechenden Big Points setzen und über 60 Minuten Qualität zeigen. „Nur 90 Prozent reicht in dieser ausgeglichenen Südgruppe nicht“, bringt es Zürn auf den Punkt.

Das Trainerkollektiv der HG trauere indes schon ein wenig der vergebenen Möglichkeit in Kornwestheim hinterher, heißt es, ebenso wie Horkheims Übungsleiter gerne mehr als nur einen Punkt vom HC Oppenweiler/Backnang mitgenommen hätte. Aber es sei im Rahmen der Weiterentwicklung der Spieler, die weiterhin im Mittelpunkt stehe, normal, dass es Höhen und Tiefen gäbe, manchmal die Konstanz vermisst würde. Diese solle nun an den Tag gelegt werden, denn schließlich gelte es, mit einem Auge noch nach hinten zu schauen, auch wenn der aktuelle Abstand auf die Abstiegszone komfortabel erscheine.

Übrigens: die HG ist die letzte Mannschaft, die in der Stauwehrhalle in Horkheim gewonnen hat, danach fuhr der TSB auf eigener Platte nur noch Siege ein. mj

HG Oftersheim/Schwetzingen – TSB Horkheim (Freitag, 20 Uhr, Nordstadthalle Schwetzingen)