Matthias Polifka, der für den am Knie operierten Chef-Trainer Holger Löhr wieder Dienst an der HG-Bank schob, hatte im Vorfeld prognostiziert: „Das wird eine enge Kiste.“ Aber er hatte sich gründlich geirrt, und dies war ihm mehr als nur recht. Oftersheim/Schwetzingen hat seinen Rivalen in der 3. Handball-Liga, die TSG Haßloch, über weite Strecken dominiert und mit 26:20 (14:10) bezwungen.

Dass der Gast kurzfristig 2:1 geführt hatte, war später nur noch eine frühe und belanglose Randnotiz. Denn bald kam Haßlochs Coach Tobias aus dem Kopfschütteln nicht mehr heraus. Die TSG präsentierte sich – nicht unerwartet – mit einer 3:2:1-Deckung mit Andreas Zellmer auf der Spitze., Ales Muhovec versuchte sich auf rechts besonders um HG-Torjäger Daniel Hideg zu kümmern. Doch als die TSG nach nicht einmal neun Minuten mit 2:7 im Hintertreffen lag (Hideg hatte bis dato dreifach getroffen), wurde es Zeit für Jobs grünen Karton. „Bis zu dem Zeitpunkt hatten wir schon vier Freie verblasen und auch später überhaupt viel verworfen“, wusste Job wo ein weiterer Hebel anzusetzen sei.

Die nächsten Minuten gingen dann auch an die Pfälzer, aber Job räumte ein: „Wir haben es uns schwerer gemacht, als Handball eigentlich ist. Die HG kam gut ins Spiel, uns zog es runter. Es war schwer zurückzukommen, aber wenn wir rankamen, haben wir wieder Fehler gemacht.“ Denn die folgende Phase nach der Auszeit gehörte zwar den Gästen, aber mehr als ein 7:5 (14.)  oder dem 11:9 (25.) war letztlich nicht drin. Hideg war zeitweilig sogar unter Kontrolle gebracht worden, aber dafür gab es im Rückraum dann Freiräume für Simon Förch, Lukas Sauer oder den aus Haßloch stammenden Tom Jansen. Und Polifka hatte – wie schon bei dem Auswärtserfolg in Neuhausen – nach einer guten Viertelstunde auf das Spiel mit einem zweiten Kreisläufer gesetzt. Polifka räumte auch ein: „Wir haben in der Anfangsphase Bälle bekommen, die wir sonst nicht so einfach gewinnen. Das hat uns sehr geholfen ins Spiel zu kommen. Aber dann haben wir uns richtig gesteigert.“

Kurz nach der Pause zeigten sechs Tore Vorsprung klar auf (16:10), in welche Richtung die Reise gehen sollte. Job versuchte noch einmal nach zu justieren, aber nichts wollte so recht gelingen. „Wir wussten vorher, was der Gegner macht, haben es aber nicht verhindert, da müssen wir uns nicht wundern. Wir haben absolut verdient verloren. Vielleicht gab es auch zu viel Respekt vor Daniel Unser im Tor, so eine gewisse Verunsicherung macht es nicht einfacher. Letztlich fehlten uns gegen die 6:0-Deckung der HG die Alternativen im Rückraum.“ „Ja, wir sind hinten in der Abwehr gut gestanden“, sah es Polifka durchaus ähnlich. „Da durfte Daniel dann entspannt halten, was durchkam.“ Und auch für die Offensivabteilung hatte er ein Lob übrig: „Im Angriff waren wir dann einen Tick besser als letzte Woche.“ Die Bestätigung dafür gab es auch von „Pfälzer“ Seite.

Zellmer war von allen Protagonisten dieses Duells der Mann mit dem absolut kürzesten Weg in die Schwetzinger Nordstadthalle, wohnt er doch gerade um die Ecke keine 200 Meter entfernt. Er hatte die Partie wie die meisten seiner Teamkameraden „ganz schnell abgehakt“. Der Kreisläufer hatte ausgemacht, „dass wir zu statisch waren. Wir kamen auch hinten zu langsam raus und haben keinen rechten Druck auf Oftersheim/Schwetzingen entwickelt“. Auch mit der eigenen Deckungsleistung war er nicht sonderlich zufrieden. „Wir haben es in der Abwehr nicht konsequent durchgezogen. Irgendwann kamen die Kollegen Hideg, Jansen oder Förch und haben uns die Dinger eingeschweißt.“ Da blieb Keeper Daniel Schlingmann in der Regel nur zweiter Sieger. Fehlwürfe hatte die HG diesmal nicht sonderlich viele zu verzeichnen.

Teilweise wurde die Deckung des Gastes von der HG-Angriffswelle förmlich in ihre Einzelteile zerlegt, ohne dabei immer etwas Zählbares zu erreichen. Sonst wäre diese Nummer noch deutlicher zuungunsten der TSG ausgegangen. Aber selbst die Chance zur Ergebniskosmetik wurde kaum angenommen. mj