Die HG Oftersheim/Schwetzingen hat beim zuvor punktgleichen TSV Neuhausen/Filder wieder in die Spur gefunden, mit 23:18 (13:9) gewonnen und ist nach dem „Absturz“ der letzten Woche von Rang 4 auf Platz 9 im engen Mittelfeld der Tabelle der 3. Handball-Liga wieder um zwei Positionen nach oben gerückt.


Dabei hatte die Partie alles andere als verheißungsvoll begonnen: Matthias Polifka (frischgebackener Absolvent der B-Lizenz), der erneut Cheftrainer Holger Löhr vertrat, hatte zwar von seinen Mannen vor dem Anpfiff alle „Attribute“ gefordert, die ein Handballspiel ausmachen. Aber entweder hatte sie ihn nicht erhört oder sie kamen mit der offensiven 3–2-1-Abwehr der Hausherren nicht klar. Jedenfalls endeten die ersten sieben Angriffe in sechs Fällen mit technischen Fehlern. Auch wegen Torwart Daniel Unser stand es aber nur 4:1.
Die logische Konsequenz war trotzdem eine frühe Auszeit (9.), in der Polifka die Taktik änderte: Er opferte die Rechtsaußenposition zugunsten eines zweiten Kreisläufers. „Die Umstellung hat nach unserem katastrophalen Einstieg – da lief überhaupt nichts zusammen -  in die Begegnung gut funktioniert. Wir kamen mehr in Bewegung, waren im Angriff nicht mehr so statisch“, freute sich der Coach. Neuhausen sah sich gezwungen, seine Abwehr defensiver zu orientieren, was Platz für die Rückraumhalben Daniel Hideg und Tom Jansen mit sich brachte. Oder die beiden HG-Kreisläufer Niklas Krämer und Lino Messerschmidt hinterließen Lücken, in denen sie mustergültig bedient wurden oder von  Mittelmann Lukas Sauer genutzt wurden. Polifkas vorgegebene „Attribute“ wie Konsequenz im Angriffsspiel, Laufbereitschaft wurden nun umgesetzt. Der erste HG-Fehlwurf wurde erst in Minute 22 registriert.
Und auch in der Deckung kamen die geforderten „Attribute“ wie Leidenschaft, kämpferischer Einsatz zum tragen. Oftersheim/Schwetzingen war hinten gut sortiert und der überragende Unser zwischen den Pfosten zeichnete sich mehrfach aus. Logischerweise war die Partie beim 8:9 (24.) gedreht – und der Vorsprung bis zur Pause – auch dank einer ersten Überzahlsituation  weiter ausgebaut. Höhepunkt nach dem Pausensignal: Hideg hämmerte einen direkten Freiwurf unhaltbar in den Winkel. An manchen Tagen klappt halt einfach alles.
Nach dem Seitenwechsel legte Alexander Sauer per Konter nach, Neuhausen revanchierte sich mit einem Treffer vom Kreis durch Timo Durst. Dann kassierten die Gäste für zehn Minuten kein Gegentor mehr und entfernten sich auf 10:17 (43.). Zwei eigene Unterzahlzeiten wurden dabei ebenso schadlos überstanden. TSV-Coach Ralf Bader ließ jetzt extrem 4:2 decken und beide Seiten verzichteten zeitweilig auf ihren Keeper im Angriffsspiel. Eine Gelegenheit auch für Marius Gabel, sich im HG-Kasten einmal mehr zu bewähren. Der Hausherr wurde auf Distanz gehalten, ein paar Fahrlässigkeiten kurz vor Ende wurden da nicht allzu hart bestraft.
 „Daniel Unser hat es geschafft, meinen Jungs den Zahn zu ziehen, sie hatten viel Respekt vor ihm“, analysierte Bader, führte 21 Fehlwürfen seiner Mannschaft ins Feld. „Das ist eine einfache Rechnung, wenn der Gegner nur zehn hat.“ Polifka meinte auch: „Nur 18 Gegentore sprechen wohl klar für unsere Abwehrleistung und einen guten Torhüter dahinter.“


HG: Gabel, Unser; Barthelmeß, Messerschmidt, Rudolf, Jansen (2), Zipf, L. Sauer (3), Krämer (2), Mehl (5), A. Sauer (2), Körner, Hideg (9/2).


Doch schon kurz danach wurde der Fokus auf das nächste Wochenende gelegt. Am Samstag ist die TSG Haßloch zum gewohnten Termin um 19.30 Uhr in der Nordstadthalle zu Gast. In der Karl-Frei-Halle hat die HG II sich des Lokalrivalen St. Leon/Reilingen mit 28:24 entledigt. Jetzt geht es am Sonntag (17.30 Uhr) zum nächsten Nachbarn. Der HSV Hockenheim wartet in seiner Jahnhalle. Die Frauen blieben zuvor mit 28:25 gegen die TG Neureut siegreich und fahren nun zum TV Schriesheim (Samstag, 19 Uhr). Zum Abschluss des Sonntags holte das Kreisliga-Schlusslicht, die „Ic“ beim 21:21 noch einen Punkt gegen die TSG Ketsch. Jetzt geht es zum Spitzenreiter TV Oberflockenbach (Samstag, 20 Uhr).  mj