HG verliert gegen TuS Fürstenfeldbruck 23:25

Beinahe hätte die HG Oftersheim/Schwetzingen den Verlauf ihrer Drittliga-Handball-Begegnung noch zu ihren Gunsten gekippt. Aber nach dem Anschlusstreffer zum 18:19 bremsten mehrere Widrigkeiten sie gewaltig aus. Am Ende verlor sie vor 350 Zuschauern mit 23:25 (9:13) gegen den TuS Fürstenfeldbruck.

Schon vom Anpfiff weg wurde klar, gegen diese Mannschaft, diese extrem offene Deckungsvariante würde es sehr schwer werden, die Punkte in der Nordstadthalle zu behalten, die Begegnung wohl eher torarm verlaufen. So legte Trainer Holger Löhr bereits nach etwas mehr als vier Minuten (0:2) die Grüne Karte. „Das zeigte ja schon, dass unser Konzept am Anfang nicht aufging, weil die Mannschaft nicht in der Lage war, es umzusetzen“, sollte er später erläutern. Doch es wurde aus Sicht der Gastgeber nicht besser.

Die heimischen Rückraumspieler wurden bei zwölf und mehr Metern angenommen, selten wurde der vielleicht Erfolg versprechende Weg über Außen oder den Kreis gefunden. So als Lino Messerschmidt nach dem 4:8 zweimal in Szene gesetzt wurde. Dazwischen hatte sich Keeper Daniel Unser bei einem Zusammenprall verletzt, wurde von Marius Gabel ersetzt. „Marius rechtfertigt das Vertrauen, das wir in ihn setzen, aber wir müssen schauen, wie wir ‚Al‘ als Torwart und Typ ersetzen“, meinte Löhr auch zu dem bekanntgewordenen Abgang von Unser zum Saisonende.

Nach dem 6:8 (20.) war jedenfalls zunächst nur noch der Gast am Zuge (6:13/26.). Dann setzte der Hausherr zu seiner Aufholjagd an, die erst beim beschriebenen 18:19 (47.) abrupt endete.

Korbinian Lex schickte Messerschmidt mit einer theatralischen Einlage auf die Strafbank. Wenig später traf Daniel Hideg TuS-Torwart Michael Luderschmidt, ein ausgewiesener Meister seiner Zunft, bei einem Siebenmeter am Kopf und sah Rot. Eine spontane Umfrage unter der umfangreichen HG-Torwartfraktion förderte kein einheitliches Bild zutage. Zwischen „absolut berechtigt“ und „total überzogen“ gab es noch etliche Zwischentöne. Absicht war ihm ja nicht zu unterstellen, schließlich war die HG ja noch im Rückstand, wollte aufholen.

Aber dazwischen und danach stellte sich noch ein anderes Manko ein. „Wenn du sieben, acht Hundertprozentige ungenutzt liegen lässt, technische Fehler begehst, fehlen dir die einfachen Tore. Da bist endlich wieder dran und wirst den Ball laufend wieder weg“, hatte auch Löhr sein Unverständnis über die Wurfausbeute geäußert. Natürlich sah er auch ein paar alternative Möglichkeiten. Vielleicht hätte er früher den siebten Feldspieler bringen sollen, auch Lukas Sauer mit seiner dynamischen Art im Eins-gegen-Eins wäre eine der Optionen gewesen. „Doch mit seiner anhaltenden Schulterverletzung wollten wir es nicht riskieren.“

„Dass Lukas nicht spielt, hat mich nicht gestört meinte indes Löhrs Kontrahent Martin Wild. Er hatte sich in seiner üblichen provozierend-eskalierenden Art beim Schwetzinger Publikum nicht gerade zum Sympathieträger entwickelt, trug viel zu den Aufregern auf und neben dem Spielfeld bei, fand dann aber – eloquent wie immer abseits der Auswechselbank nach Abpfiff –erklärende Worte für den Sieg seines Teams: „Meine Abwehr inklusive Torwart hat das überragend umgesetzt. Beim Anschlusstreffer sind wir nicht hektisch geworden, haben die Nerven nicht verloren und konsequent weiter gearbeitet.“

HG: Gabel, Unser; Barthelmeß (1), Messerschmidt (6), Jansen (3), Rudolf, Förch (2), Zipf (1), L. Sauer, Krämer, Suschlik, Mehl (3), A. Sauer (4/1), Fendrich, Körner, Hideg (3).