Im Laufe der Vorbereitungen  zu der heute anstehenden Drittliga-Partie der HG Oftersheim/Schwetzingen hatte Handball-Torwart Daniel Unser seine Mannschaftskollegen zusammen gerufen und sie darüber informiert, dass er nach der Runde wechseln wird. Der 32-jährige „Al“ ist in seiner Zeit bei der Spielgemeinschaft fast zu einer Art Legende geworden und (nicht nur) beim Publikum äußerst beliebt, wie die Wahlwerte zum Spieler des Jahres immer wieder belegen. Gegenüber unserer Zeitung begründet er seinen Schritt, auch sein aktueller Trainer Holger Löhr und sein langjähriger Coach Martin Schnetz geben ihm ein paar Worte mit auf den Weg.

Daniel Unser: ich werde zur nächsten Saison zu den Rhein-Neckar-Löwen II als spielender Torwart-Trainer zurückkehren. Die Verantwortlichen der HG hatte ich im Laufe der letzten Woche und die Mannschaft am Montagabend über meine Entscheidung informiert. Mit Martin Schmitt und Holger Löhr hatte ich im Vorfeld einige Gespräche geführt, die jederzeit sehr offen und fair waren. Die Entscheidung ist mir natürlich alles andere als leicht gefallen, da ich mich in Schwetzingen sehr wohl fühle.

Ich blicke auf sechs super Jahre bei der HG zurück, mit sehr vielen sportlichen Highlights wie zum Beispiel dem Aufstieg 2016 in die 3. Liga. Aber vor allem die Menschen in Schwetzingen und Oftersheim sowie die gesamte HG-Familie sind mir sehr ans Herz gewachsen. Ich habe viele tolle Leute kennenlernen dürfen und Freundschaften fürs Leben geschlossen.

Dennoch bleiben fast 15 Jahre Aktiven-Handball nicht ohne Spuren und aufgrund meines Alters war es für mich nun an der Zeit etwas kürzer zu treten und in dieser Hinsicht eine neue Herausforderung zu suchen. Bei meinem „Heimatverein“ Kronau/Östringen (Rhein-Neckar-Löwen) bietet sich mir diese Chance zur neuen Saison. Als spielender Torwart-Trainer kann ich von André Bechtold und Michel Abt – mit denen ich beide bereits in der damaligen Regionalliga-Mannschaft in Kronau zusammengespielt habe – viel lernen und erste Erfahrungen im Trainerbereich sammeln. Gleichzeitig habe ich die Möglichkeit, weiterhin als aktiver Keeper in der 3. Liga zu spielen. Die Rhein-Neckar-Löwen verfügen über eine sehr gute Jugendarbeit und viele Torhütertalente, weshalb ich dann nicht mehr so häufig in vorderster Front stehen muss, aber natürlich als Routinier da bin, wenn ich gebraucht werde.

Auch wenn ich mich auf diese neue Aufgabe sehr freue, bedeutet das doch für mich zum Rundenende Abschied (zumindest sportlich) nehmen zu müssen. Bis es allerdings soweit ist, werde ich selbstverständlich weiterhin „Vollgas“ für die HG geben, um so schnell wie möglich die notwendigen Punkte in der Rückrunde für den Klassenerhalt zu holen und einen tollen Saisonabschluss mit Euch allen feiern zu können.

Holger Löhr: Wir haben extrem früh Gespräche geführt. Unsere Priorität war, mit Al zu verlängern, wollten mit ihm weitermachen, wohlwissend, dass er sich ein wenig zurückziehen wollte. Da wären wir ihm im Trainingsumfang sicher entgegengekommen. Objektiv gesehen, ist es aber bei den Möglichkeiten, dem Gesamtpaket, das sich ihm nun bietet, zu verstehen, dass er sich so entschieden hat. Schmerzlich für uns, denn wir verlieren nicht nur einen Top-Torhüter, sondern auch unseren Kapitän und eine Identitätsfigur. Sein Name ist mit vielen Erfolgen bei der HG verbunden. Es ist ein Rückschlag, aber das müssen wir so akzeptieren.

Martin Schnetz: „Al“ wird mir auch als Zuschauer sicherlich fehlen. Er hat einen ganz großen Anteil am sportlichen Aufstieg der HG und war während unserer Zusammenarbeit auch menschlich nicht aus dem Team wegzudenken. Glücklicherweise haben wir eine freundschaftliche Beziehung und werden auch nach seinem Wechsel sicherlich noch das eine oder andere Bier zusammen trinken.

HG Oftersheim/Schwetzingen – TuS Fürstenfeldbruck (Samstag, 19.30 Uhr, Nordstadthalle Schwetzingen)