Ausgeglichenheit spiegelt sich in vielen knappen Ergebnissen wider

Fast jede Woche findet sich mindestens ein Zitat, in dem ein Trainer sich über die Ausgeglichenheit, oder besser Unberechenbarkeit dieser Staffel auslässt. An diesem Wochenende sei Pfullingens Till Fernow widergegeben: „Es ist eine verrückte Liga, da ist alles möglich.“ Oder Neuhausens (Erms) Anel Mahmutefendic, der in die gleiche Kerbe schlägt:„Diese Liga ist einfach verrückt. Die Tabelle ändert sich pausenlos. Zwischen Platz zwei und elf liegen nur lächerliche vier Minuspunkte.“ Ob die aktuellen Ergebnisse – bis auf zwei alle hart umkämpft – ebenfalls in diese Kategorie einzuordnen sind, liegt im Auge des Betrachters.

SV Kornwestheim – TSV Neuhausen/Filder             31:32 (14:18)

Jedenfalls hat im Aufsteigerduell der Tabellenführer verloren, ohne seine Spitzenposition einzubüßen. Beide Seiten wirkten vor dem Aufeinandertreffen recht entspannt. Im Vorfeld hatte sich SVK-Trainer nur über etwas Schlendrian geärgert, der bei seinen Leuten Einzug gehalten hätte. War das die Quittung? Danach regte er sich ein wenig über zu schwache Defensivleistungen auf. Insgesamt gaben Nuancen und der Zeitpunkt des Abpfiffs sicherlich den Ausschlag.

TV Neuhausen/Erms – HG Oftersheim/Schwetzingen           30:31 (18:17)

Bei etlichen Teams wurde dabei von innen und / oder außen enorm Druck aufgebaut, hinkten doch einige den Erwartungshaltungen hinterher – und tun es auch weiterhin. So wohl auch beim TVN, der bei dieser hauchdünnen Niederlage sehr mit zwei Schiedsrichterentscheidungen am Ende haderte. Zunächst wurde auch erwogen, Einspruch einzulegen, allerdings wurde dieses Vorhaben laut telefonischer Auskunft gegenüber HG-Verantwortlichen dann nicht weiter verfolgt. Oftersheim/Schwetzingen steht damit vorläufig auf Rang 2.

TGS Pforzheim – Rhein-Neckar-Löwen II                41:30 (23:15)

Nächste – und was für eine – Niederlage für die RNL, die damit zwar noch auf Rang 3 liegen, diesen aber punktgleich mit dem Vierten Haßloch und Fünften Nußloch quasi teilen. Trotz der anhaltenden Hinweise auf fehlende Rückraumakteure bei der TGS, fackelte sie ein beeindruckendes Feuerwerk ab. Gästetrainer Michel Abt bekannte: „Wir haben richtig auf die Fresse gekriegt.“ Seine Jungs mussten sich in den Badischen Neuesten Nachrichten die Bezeichnung „Schmusekätzchen“ gefallen lassen.

TV Hochdorf – TSG Haßloch       20:21 (11:11)

Auch das Pfalzderby schlechthin lebte von seiner enormen Spannung. Für den erfolgreichen Trainer Tobias Job ein „schmutziger Sieg“, wegen dem er aber nicht schlecht schlafen wird, für ihn zählen einzig die Punkte. Am TVH bleibt damit die Rote Laterne weiter kleben. Dessen Coach Stefan Bullacher bleibt nur zu wiederholen, dass sich sein Team für seine couragierten Auftritte nicht belohnen würde.

SG Nußloch – TSB Horkheim       32:26 (17:11)

Neben der Pforzheimer Partie war dies das zweite relativ einseitige Duell – zumindest nach dem 6:6 der ersten Viertelstunde. Der Meister erteilte seinem Vize quasi eine Lehrstunde von 45-minütiger Dauer. Für SGN-Coach Christian Job das bislang beste Saisonspiel, die Mängelliste von TSB-Übungsleiter Jochen Zürn fiel indes ein wenig länger aus.

VfL Pfullingen – HBW Balingen-Weilstetten II      34:33 (19:15)

Dieses württembergische Derby war nicht ganz so umkämpft wie das pfälzische, ja eigentlich hatte der Hausherr das Geschehen deutlich im Griff (29:21). Dann zerfiel die heimische Truppe in ihre Einzelteile, verlor sich in Einzelaktionen. VfL-Coach Till Fernow, gestand ein, dass er vielleicht beim Wechseln etwas mit anderem Timing hätte reagieren müssen, hatte aber auch ein „widerliches Spiel von uns“ gesehen. Sein HBW-Pendant André Doster hatte indes mit einem Torhüterwechsel frische Impulse gesetzt. Zum Pechvogel mutierte Balingens Tobias Heinzelmann, der noch den finalen Ausgleich auf der Hand gehabt hätte – und verzog.

HC Oppenweiler/Backnang – TuS Fürstenfeldbruck            27:29 (10:14)

Mehr Kellerduell geht in dieser Staffel fast nicht mehr – und dies gleich im Doppelpack. Der Gastgeber leistete sich nach dem Seitenwechsel eine kurze Auszeit und musste bis zum Schluss hinterherrennen. Doch die Strecke war zu kurz. „Das Spiel hätte am Ende einfach noch zwei Minuten länger dauern solle“, trauerte Trainer Matthias Heineke der nächsten vergebenen Chance nach. „Viel länger hätte das Spiel nicht dauern dürfen“, bestätigte auch der Brucker Chef Martin Wild.

TuS Dansenberg – SG Köndringen/Teningen          28:24 (13:8) 

Für die Pfälzer ein kleiner Befreiungsschlag in den Tiefen der Tabellenniederung, für die Südbadener ein weiterer bitterer Rückschlag. Beei diesen wurde moniert, es dem Gastgeber anfänglich zu leicht gemacht zu haben. Auch hier reichte der verbliebene Zeitraum nicht, dem Geschehen noch einmal eine Wendung zu verleihen, aber richtig in Schlagdistanz kam die SG auch nie, weil ihre Chancen nicht zu nutzen verstand. Beim TuS wurde der kämpferische Auftritt gelobt, der den Gegner auf Abstand hielt.  mj