„Verrückte Ergebnisse“ halten an

Sicher ist, dass in der Südstaffel der 3. Liga fast nichts sicher ist. Da sind die einen schon fast abgeschrieben und ergattern dann womöglich gar einen unerwarteten Auswärtspunkt. Andere wähnen zurück auf der Erfolgsspur und erleben die nächste womöglich krasse Pleite. Trainer Alexander Schurr vom SV Kornwestheim hatte schon vor diesem elften Spieltag gemeint: „In dieser Liga gibt es zum Teil völlig verrückte Ergebnisse.“ Und von verschiedenen Seiten wurde einmal mehr nicht mit Kritik an Schiedsrichterentscheidungen gespart. Es bleibt müßig, darüber zu diskutieren, in wieweit diese dann letztlich für die Spielausgänge maßgeblich waren. Es bleibt auf jeden Fall spannend und der kommende Spieltag bietet von den Ansetzungen her auch wieder einiges an Attraktion.


TSG Haßloch – SV Kornwestheim               29:32 (14:15)
Haßloch hätte mit einem Heimsieg, seinem erst zweiten, dem Spitzenreiter bis auf einen Pluspunkt auf die Pelle rücken können. Aber es sollte nicht sein. Lange Zeit kam der Hausherr über einen Außenseiterstatus nicht hinaus (5:11), dafür hielt der Favorit, der keiner sein will, das Tempo zu hoch. Doch die TSG gab sich nicht auf (10:12, 19:19). Aber der Spitzenreiter wankte nur, fiel nicht. Mit seiner zurckgewechselten Startbesatzung gab er die Richtung schnell wieder vor (23:28).


HG Oftersheim/Schwetzingen – SG Nußloch            21:20 (13:10)
Das zweite – wenn man so will – Spitzenduell fand im Verfolgerfeld des Topduos statt. Das Derby hielt fast alles, was man sich davon versprochen hatte, vielleicht leisteten sich beide Seiten ein paar Fehler zu viel, um das Attribut „hochklassig“ zu rechtfertigen, aber die Partie lebted von der Spannung bis zum Schluss. Das Derby in der bildlichen Zusammenfassung gibt es beim Rhein-Neckar-Fernsehen:

http://www.rnf.de/mediathek/video/deftiges-derby-hg-oftersheimschwetzingen-im-duell-mit-nussloch/


Rhein-Neckar Löwen II– TuS Dansenberg                26:26 (15:11)
Am Ende waren wohl beide Seiten mit diesem Teilerfolg zufrieden. Nach extrem wechselseitigem Verlauf (8:5, 11:16, 14:19, 21:20) mündete die Freitagspartie in einem wahren Krimi. Acht Sekunden vor Abpfiff erzielte der Hausherr den vermeintlichen Siegtreffer (hatte zuvor noch einen Siebenmeter verblasen) und kassierte per Schneller Mitte noch den Ausgleich durch Alexander Schulze, der in Unterzahl traf.


TSB Horkheim – TGS Pforzheim                30:29 (13:15)
Der TSB wollte den „Sieg-Hattrick“ und hat ihn bekommen, auch weil die Personalsitution sich bei Horkheim wieder etwas entspannt hatte, bei Pforzheim indes weniger. Doch 40 Minuten lang blieb die Partie offen (22:22), ja der Gast hatte zeitweilig mehr das Sagen. Letztlich waren das 26:22 und das 29:25 (nach 27:25) eine Art von Vorentscheidungen. Es wurde zwar noch einmal knapp, aber der letzte TGS-Angriff mündete in einem Fehlpass.


TuS Fürstenfeldbruck – VfL Pfullingen    25:27 (15:12)
Der VfL befreit sich immer mehr aus den Niederungen des Tabellenkellers und hat jetzt auch seinen Gastgeber überholt, der eigentlich sich seinerseits mehr Raum nach „unten“ verschaffen wollte. Noch während seine Truppe führte, monierte TuS-Trainer Martin zu wenig „Emotionalität“ in der Körpersrache seiner Jungs. Nach dem 17:13 gab es die Quittung, der Gast wirkte geistig frischer (22:21). Bei 24:24 war es mit der bayrischen Herrlichkeit vorbei (24:27), die Schwaben hatten das Kommando übernommen.


TSV Neuhausen/Filder – HC Oppenweiler/Backnang           28:25 (13:13)
Mangelnde Disziplin, Geduld im Spielverhalten Mitte des zweiten Durchgangs (18:17 bis 23:17 im Alleingang von  Neuhausens Timo Durst binnen fünf  Minuten) hatte HC-Coach Matthias Heineke für einen Einbruch seiner Mannschaft als ursächlich für die Niederlage ausgemacht. Sein Gegenüber Ralf Bader haderte nur mit der zu schwachen Chancenverwertung, das hätte es unnötig spannend gemacht.


SG Köndringen/Teningen – TV Neuhausen/Erms                  31:24 (16:11)
Für die Hausherren war die Beendigung der Durststrecke von acht sieglosen Begegnungen ein „Befreiungsschlag“ (SG-Spieler Robin Dittrich), für die Gäste die wohl „schlechteste Saisonleistung“ (Trainer Anel Mahmutefendic im Ermstalboten). Denn mit voller Kapelle nach zuletzt gut einem halben Dutzend fehlender Stammakteure, setzte es die nächste Enttäuschung und Pleite beim Absteiger.  mj