HG geht als Derbysieger aus dem Duell mit Nußloch hervor

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Vier Tore Überschuss brachten die Drittliga-Handballer der HG Oftersheim/Schwetzingen aus ihren letzten vier Begegnungen mit und durften dafür gleich sieben Punkte ihr Eigen nennen. Und auch im kurpfälzischen Derby mit der SG Nußloch behielt der Gastgeber mit 21:20 (13:10) wieder einmal hauchdünn die Oberhand. Damit zog der Herausforderer am amtierenden Meister vorbei und liegt derzeit auf Rang 3 der Südstaffeltabelle.

Es war mal wieder angerichtet für den brisanten lokalen Vergleich. Die Reihen der Nordstadthalle waren bestens gefüllt „Das war eine fantastische Stimmung. Die war dem Derby würdig“, war Nußlochs Coach Christian Job von der Kulisse angetan. Und auch HG-Trainer Holger Löhr war begeistert: „Die Atmosphäre war grandios.“

Aber unten auf der Platte legte nur eine Seite gleich mal richtig los. Auch wenn vorne nicht alles rund lief, in den ersten zehn Minuten gelangen den HG-Ballwerfern vier Treffer – und jenen der SGN kein Tor. Die heimische Defensive stand felsenfest. Überhaupt war Torhüter Daniel Unser bis zur Pause für die Nußlocher aus dem Spiel heraus kaum zu überwinden. Ihnen blieben einzig Konter nach HG-Patzern, Strafwürfe und die Verwertung von Abprallern. Der HG-Jüngste Max Barthelmeß fand auch: „Da haben wir geil gedeckt, sind allen Erwartungen gerecht geworden und lagen zur Pause zurecht vorne.“

In Unterzahl verschafften sich die Hausherren kurz vor dem Seitenwechsel sogar ihren größten Vorsprung, der aber dann mehr oder weniger fahrlässig in den nächsten Minuten vertändelt wurde. Dabei überstand die HG sogar eine doppelte Unterzahlsituation fast ohne Schaden (16:13). Neuzugang Tom Jansen hatte – relativ unbemerkt von der Bank – eine Hinausstellung kassiert, Kevin Körner wurde dennoch ins Feld geschickt und flog postwendend wieder raus.

Jansen durfte erstmals bei Oftersheim/Schwetzingen eingesetzt werden und fügte sich mit Treffern und gelungenen Pässen gut ein. Ab und an fehlte ihm noch die Feinabstimmung zum Beispiel mit Daniel Hideg in den Bewegungsabläufen. Löhr war rundum zufrieden mit dem Youngster: „Tom passt gut zur Mannschaft. Er ist ein Talent, das wir heute mal ins kalte Wasser geworfen haben, Kompliment, wie er das wegsteckte. Schauen wir mal, wie er sich entwickelt.“ Auch Job, dem der Wechsel nicht entgangen war („Schließlich wohne ich ja in Hochdorf und da bekomme ich vom Handball dort schon etwas mit.“), war von Jansens Auftritt beeindruckt: „Es war für mich überraschend, dass er gleich das Selbstvertrauen für seine Torwürfe und Treffer hatte.“

Als nach zu vielen HG-Fehlwürfen Nußloch dann aufgeschlossen hatte, brachte Löhr wieder den siebten Feldspieler im Wechsel mit Torhüter Marius Gabel ins Spiel. Job und Nußloch waren zwar darauf vorbereitet, gerieten aber trotzdem wieder ins Hintertreffen. Doch mehr als fünf Minuten vor Abpfiff beendete Lukas Sauer mit einem fulminanten Rückraumwurf den ohnehin spärlichen HG-Torreigen. Dann mussten in Überzahl noch zwei Gegentreffer hingenommen werden, bevor die letzten 140 Sekunden torlos als Zitterpartie verstrichen und in einer großen Oftersheim/Schwetzinger Jubelarie mündeten.

Trainerstimmen

Christian Job (SG Nußloch): Enttäuscht bin ich nicht, weil die Jungs kämpferisch alles gegeben haben, da kann ich keinem einen Vorwurf machen, nie wurde aufgesteckt. Aber zum Handball gehören nun mal Tore. Und wenn man keine wirft, dann wird es schwierig.

Holger Löhr (HG Oftersheim/Schwetzingen): Im Angriff hatten wie ähnliche Probleme wie Nußloch. Dieses Spiel war eine Geschichte der Torleute und Abwehrreihen. Wir konnten allerdings das Niveau vom Anfang nicht über ganze 60 Minuten halten. Kämpferisch waren wir sicherlich gleichwertig, spielerisch wohl einen Tick besser.

Neuzugang Tom Jansen

Der Haßlocher Tom Jansen (19 Jahre / 1,99 Meter )wurde vor der Runde bei Ligarivale TV Hochdorf als Neuzugang aus der Jugend der TSG Friesenheim vorgestellt, verpasste aber wegen einer Ellenbogenverletzung die fast komplette Vorbereitungszeit und den Saisonstart. Er stand dann bei drei Partie für die Pfälzer auf dem Spielberichtsbogen, bevor er gegen Ende September bei Hochdorfs Verantwortlichen den Wunsch äußerte, sich umorientieren zu dürfen. Danach gehörte er dem TVH-Kader nicht mehr an. mj

HG: Gabel, Unser; Barthelmeß, Messerschmidt (1), Jansen (3), Rudolf, Zipf, L. Sauer (5/1), Krämer, Mehl (4), A. Sauer (3), Fendrich, K. Körner, Hideg (5).

SGN: M. Bitz (1), Lieb; Kuch (3), S. Körner (3), Crocoll (1), Müller, Geppert (3), Buse, K. Bitz (2), Gerdon (1), Herrmann (3), Pauli (3/3), Trifanovs.