Der Sieg der Drittliga-Handballer der HG Oftersheim/Schwetzingen bei der TGS Pforzheim darf durchaus als überraschend bezeichnet werden. Zumal ja – wie berichtet – Torjäger Daniel Hideg recht früh auf die Tribüne verbannt worden war. „Aber gegen die SG Nußloch ist er ja wieder dabei“, freut sich sein Trainer Holger Löhr. „Diese Disqualifikation hat keine weiteren Auswirkungen.“

Andere Auswirkungen der Hinausstellungen hat er indes sehr wohl bemerkt. Denn seinem Team wurde klar, dass es auch ohne seine drei Rückraumrecken Simon Förch, Adrian Fritsch und eben Hideg in der Lage ist, nicht nur zu bestehen, sondern sich auch aus kniffligen Situationen zu befreien vermag. Löhr gibt aber zu bedenken, „dass auch Pforzheim extrem ersatzgeschwächt war. Gegen eine Top Mannschaft  in Bestbesetzung glaube ich nicht, dass wir das ohne weiteres kompensieren können“.

Solche Situationen (auch von Ausfällen wie David Ganshorn mit Bandscheibenproblemen belastet) hatte der amtierende Meister zuletzt auch, vermochte sie aber im Match mit der TSG Haßloch (im Trainer-Bruder-Duell Christian gegen Tobias Job) und bei Spitzenreiter und Aufsteiger SV Kornwestheim nicht zu lösen. Mit dem 34:26-Erfolg über die SG Köndringen/Teningen wähnt sich die SGN laut Christian Job aber „wieder zurück in der Spur“. Der frühere HG-Spieler blickte gleich auf das nächste Spiel voraus: „Nun können wir mit dem getankten Selbstvertrauen uns auf das Derby gegen die HG vorbereiten. Wenn wir uns auf unsere Leistung konzentrieren, sind wir auf dem richtigen Weg. Und wenn wir kämpferisch und leidenschaftlich sind, ist es für jeden Gegner schwer, gegen uns zu gewinnen.“

Aber eben diese Attribute, Kampf und Leidenschaft, legten auch die Oftersheim/Schwetzinger Spieler in Pforzheim an den Tag. Löhr vergaß auch nicht darauf hinzuweisen, wer da teilweise auf der Platte stand. „Das sind Jungs, die gerade der A-Jugend entwachsen sind oder dort sogar noch spielen dürfen.“ Einer der Noch-A-Jugendlichen, Max Barthelmeß, der in der Goldstadt lange Zeit die linke Seite zu bearbeiten hatte, fordert schon ganz selbstbewusst: „Wir müssen wieder vollen Einsatz zeigen und als Team auftreten, um gegen eine starke Nußlocher Mannschaft zu bestehen.“ Da für das Löhrsche Team die Vorbereitungszeit kürzer als für Nußloch war, wurde der überwältigend errungene Sieg gar nicht erst groß gefeiert, sondern sich sofort auf die anstehende Aufgabe konzentriert. Denn immerhin winkt die Aussicht, mit dem Favoriten – derzeit auf Rang 4 angesiedelt – pluspunktmäßig gleichzuziehen.  mj