Die HG Oftersheim/Schwetzingen durfte wieder einmal feiern – und dies gleich dreifach. Die Drittliga-Handballer erreichten beim HC Oppenweiler/Backnang mit 34:34 (15:17) ein Unentschieden (Trainer Holger Löhr: „Diesen Auswärtspunkt holt nicht jeder hier, das ist in dieser engen, mitgehenden Halle nicht einfach.“), Daniel Hideg beging ein blitzsauberes Comeback (wurde mit seinen zwölf Treffern vom Gastgeber zum Spieler des Tages gekürt) nach seiner einem Nasenbeinbruch geschuldeten Pause („Das war super, aber auch ganz schön anstrengend.“) und Mannschaftskapitän sowie Torwart Daniel Unser hatte nicht nur wegen seines Geburtstages Grund zum jubeln.

Es ist müßig darüber zu diskutieren, ob es überhaupt ein gewonnener Punkt war. Denn mehrfach hatte der Gast relativ klar in Führung gelegen (1:4, 7:12, 20:24, 23:28, 31:33) und ließ sich mit Nachlässigkeiten immer wieder einfangen (5:5, 18:18, 30:30). Einige aus dem HG-Tross – Zuschauer, Spieler, Verletzte und Funktionäre – wollten den Ludwigshafener Schiedsrichtern zumindest eine Teilschuld an dem Punktverlust aufbürden. Aber Löhr stellte klar: „Nach dem Spielverlauf dürften wir mit dem Ergebnis nicht ganz zufrieden sein, wir haben uns das Leben immer wieder selbst schwer gemacht. So kann und muss ich mit diesem einen Punkt leben. Ja, nach unserer schwierigen Trainingswoche bin ich froh, diesen Zähler mitgenommen zu haben.“

Löhr hatte sich einmal mehr für eine vielleicht überraschende Anfangsaufstellung gegen die offensive HC-Deckung entschieden. Hideg durfte wieder den Platz auf seiner angestammten halblinken Position einnehmen, Simon Förch und Lino Messerschmidt teilten sich den Rest des Rückraumes auf, Christian Fendrich war für Rechtsaußen zuständig und Kevin Körner am Kreis. Die linke Seite blieb wie gehabt für Alexander Sauer reserviert. Später wurde aber ständig gewechselt, um besonders den angeschlagenen oder erkrankten Akteuren Ruhepausen zu vermitteln.

Nach dem 7:12 (19.) verordnete HC-Coach Matthias Heineke Hideg und Förch jeweils eine Sonderbewachung, Löhr reagierte darauf mit dem siebten Feldspieler. Dies erwies sich zu diesem Zeitpunkt aber nicht als sonderlich durchschlagkräftigt. Es gab zwar keine Treffer ins leere Tor, aber die Abwehr präsentierte sich da wie manchmal später dann als etwas löchrig. Auch ab dem 20:20 (35.) kam in Person vom Max Barthelmeß ein zusätzlicher Akteur ins Angriffsspiel. Sein Einsatz und sein Treffer zum 20:21 von der halblinke Königsposition sorgten dann gleichmal für einen Torwartwechsel von Sven Grathwohl hin zu Thomas Fink, der gegen Ende dann noch einiges raus fischte und beim 27:29 (49.) auch noch einen Treffer für sich verbuchte.

Zuvor schien das Match aber eigentlich schon beinahe gelaufen (24:29/47.), doch nun herrschte eine ziemliche Flaute im Angriff der Gäste, die sich erst wieder legte, als der Hausherr gleichgezogen hatte (53.) und sich in einer extrem spannenden Endphase kein Sieger mehr finden ließ. Hinten sah es da zwischenzeitlich auch nicht so gut aus. „Wir da einfach den Zugriff in der Abwehr nicht mehr gefunden und zu viele einfache Tore kassiert“, meinte Löhr.

Sein Gegenüber Heineke freute sich indes über das „positive Gefühl, einmal keine Heimniederlage erklären zu müssen“. Es war der erste Punkt auf eigenem Parkett. Nicht zufrieden war er mit der ersten Halbzeit, als Hideg und Förch fast nach Belieben seinen Männern die Bälle um die Ohren warfen. „Exakt solche Aktion haben wir angesprochen und uns darauf vorbereitet. Besser lief es gegen den siebten Angriffsspieler, das haben die Jungs gut gelöst.“

HG: Unser, Gabel; Barthelmeß (1), Messerschmidt (2), Rudolf, Förch (7), Zipf (1), L. Sauer (1/1), Krämer (1), Mehl (1), A. Sauer (4), Fendrich (3), Körner (1), Hideg (12).