Südstaffel mit abwechslungsreichem Geschehen

Ein „Spitzenspiel“ auf der einen Seite (Dritter Nußloch gegen den Vierten Haßloch) wurde laut SGN-Trainer Christian Job nicht ganz ernst gemeint vor dem Vergleich mit seinem Bruder Tobias geboten. Anderseits gab es ein „Duell der Frustrierten“, titelte die Pforzheimer Zeitung und ein hitziges Pfälzer Duell. Überraschungen blieben auf jeden Fall zum wiederholten Male nicht aus. Eine Partie des achten Spieltages in der Südstaffel der 3. Liga, Horkheim gegen Fürstenfeldbruck, wird am 1. November nachgeholt. Damit gibt es nun insgesamt drei „Hängepartien“, die das Tabellenbild ein wenig verfälschen. Unbestritten bleiben aber die Führungsposition von Rhein-Neckar-Löwen II und Kornwestheim. Die Liga bleibt weiterhin eng und spannend; so sahen unisono Till Fernow (Pfullingen) und Holger Löhr (Oftersheim/Schwetzingen) „mindestens zehn Teams bis zum Schluss in den Abstiegskampf verstrickt“ voraus.

Rhein-Neckar-Löwen II – HBW Balingen-Weilstetten II 34:29 (15:18)

Die Löwen seien hungrig, hieß es vor der Partie, und die Gallier wollten die Jagd auf die Raubtiere eröffnen, aber das schwäbische Rumpfteam mühte sich vergeblich ab, kehrte ohne Beute heim. Diese war aber lange Zeit greifbar nahe. Erst nach dem 23:25 (45.) und drei HBW-Zeitstrafen (von Gästeseite nicht nachzuvollziehen) änderte sich das Blatt zugunsten des Spitzenreiters.

TV Neuhausen/Erms – SV Kornwestheim 23:30 (13:13)

Der Ex-Zweitligist gegen den vormaligen Oberligisten: Doch die Karten sind schon lange nicht mehr so offensichtlich und eindeutig verteilt, wie es von SVK-Seite gerne dargestellt wird. Nach der vierten Niederlage des vermeintlichen Titelfavoriten in Serie bringen sich in den Medien erste Kritiker – zum Teil gegen Trainer Anel Mahmutefendic – in Stellung. Der Wind unterm Hofbühl weht scheinbar herbstlich rau. Die Leistung in der Schlussviertelstunde sei „hanebüchen“ gewesen, es habe ein „Tohuwabohu“ vorgeherrscht. Die Kornwestheimer Dominic Schaffert und Jakob Jungwirth haben die 65 Kilometer übrigens zu Fuß bewältigt.

SG Nußloch – TSG Haßloch 25:27 (12:14)

Abgesehen vom Jobschen Bruderduell (Sieger Tobias spendiert Verlierer Christian beim Trainergespräch ein Taschentuch) lieferten sich beide Seiten im Verfolgerduell einen engen Tanz. Dann stand die erste Heimniederlage der SGN seit rund 21 Monaten fest. Haßloch war nach dem 11:11 in Führung gegangen und gab seinen Vorsprung nicht mehr her.

TGS Pforzheim – TSV Neuhausen/Filder 36:28 (19:17)

Der Frust sollte bei der TGS einigermaßen verschwunden sein, und Neuhausen beklagt sich auf Grund des bisherigen Saisonverlaufs auch nicht zu sehr. Aber in der zweiten Halbzeit hatten die Gäste nicht mehr viel zuzusetzen, und schon zuvor haderten sie wegen fehlendem Zugriff in der Abwehr. Nach der Pause machte Pforzheim dann den berühmten Schritt mehr in der Deckung, so dass der schwäbische Angriff ins Stocken kam. Ein Ukrainer mit Bundesliga-Erfahrung soll eventuell die Personallage bei der TGS entspannen.

HG Oftersheim/Schwetzingen – VfL Pfullingen 32:30 (16:15)

Ohne Glanz, aber mit Kampf behielt die HG über den dünn besetzten VfL knapp die Oberhand. Knapp auch, weil am Ende dem Gastgeber das Personal fast ausgegangen wäre. Adrian Fritsch musste mit Verdacht auf Kreuzbandriss aufgeben, auch andere Spieler hatten Blessuren. Der nachnominierte Christian Fendrich sprang in die Lücke und sicherte den Sieg, über den laut Pfullingens Trainer Till Fernow Kleinigkeiten entschieden hätten.

TuS Dansenberg – TV Hochdorf 21:23 (7:8)

Erst wurde beidseitig schwer auf die Tränendrüse (angespannt Personalsituationen) gedrückt, dann gab es hitzige Aussprachen zum Spiel, garniert mit Roten Karten. Beim Pfalzderby war also fast Alles geboten, was so einen Lokalvergleich auszeichnet. Eine dreifache Unterzahl zu Spielende brachte TuS-Trainer Marco Sliwa gegenüber den Schiedsrichtern auf die Palme und seinem Team nach dem 20:20 die Niederlage ein. Der TVH hatte dann – bei 7:1 Zeitstrafen in den letzten zehn Minuten – wohl den kühleren Kopf bewahrt.

SG Köndringen/Teningen – HC Oppenweiler/Backnang 25:28 (14:13)

Der erste HC-Sieg ist unter Dach und Fach, die Rote Laterne wanderte zu Pfullingen weiter, während die SG zum sechsten Mal in Folge sieglos vom Parkett ging. Nach langer Ausgeglichenheit (21:20) versagten bei den Hausherren in der Schlussphase wohl die Nerven. Es folgten zehn vorentscheidende torlose Minuten (21:25). mj