HG O/S bezwing Pfullingen 32:30

Mit einem starken kämpferischen Auftritt hielt die HG Oftersheim/Schwetzingen gegen den VfL Pfullingen beide Zähler fest. Mit 32:30 (16:15) siegten die Kurpfälzer Handballer in der 3. Liga und müssen aber um ihren Mitspieler Adrian Fritsch bangen.

Gerade erst hatte sich Linkshänder Fritsch von seinem Kreuzbandriss erholt, als jetzt – vom Gegner unbeeinflusst – das Knie unter ihm wegbrach (23:21/40.). Der Verdacht liegt nahe, dass erneut Bänder in Mitleidenschaft gezogen wurden. Trainer Holger Löhr wollte sich da nicht festlegen: „Das ist alles Spekulation, aber wir wünschen ihm das Beste.“ Er verwies noch darauf, dass auch Kevin Körner angeschlagen sei (nicht eingesetzt) und nach dem Spiel auch Lukas Sauer Probleme habe. „Wir hatten am Schluss nur noch einen Auswechselspieler.“

Auch wenn Löhr keinen Spieler großartig herausheben wollte, war Lukas Sauer wohl der auffälligste Akteur der Partie. Er hatte von Beginn an die Leitung des Spiels an sich gerissen, war aber auch selbst torgefährlich und versenkte alle sechs der HG zugesprochenen Siebenmeter. „Lukas hat das ganz gut gelöst“, kam das Lob von seinem Übungsleiter. „Wir wollten auch für ihn Räume schaffen, damit er ins Eins-gegen-Eins gehen kann.“ Er sei ein wichtiger Faktor gewesen.

Aber auch andere wie Julian Zipf, der durch seine Abwehreinsätze dafür sorgte, dass der eine oder andere vorne ständig Gas geben konnte. Und Christian Fendrich, der nach Fritschs Ausfall nachnominiert wurde und in der Schlussphase für wichtige Treffer sorgte. Oder Simon Förch, der zu Beginn so stark auftrumpfte, dass er nach schon zehn Minuten in Manndeckung genommen wurde (7:6). Löhr reagierte darauf mit dem siebten Feldspieler, eine Maßnahme, die diesmal etwas schief ging. Pfullingen ging nach dem 1:4 nun letztmalig noch in Führung (7:9/13.). Doch sofort ordnete Löhr seine Truppen neu.

Überhaupt war die ganze Partie ein taktisches Geplänkel zwischen ihm und VfL-Coach Till Fernow mit Auszeiten, Positionsumstellungen und mehr. Kein Wunder, betonte doch Fernow die vielen Gemeinsamkeiten bei der Spiel- und Herangehensweise beider  Seiten. Aber er musste zugeben: „Wir haben meist nur reagiert, statt zu agieren, waren zu passiv.“ Außerdem ärgerte ihn der Auftritt seiner Rückraumleute. „Wenn du von hinten keine Tore schießt, bekommst du keine 6:0 in Bewegung, da hat die Durchschlagkraft gefehlt.“ Ein Riesenkompliment an die HG-Deckung, in der jeder mit Leidenschaft bis zum Schluss ackerte.

„Wir wussten, dass wir defensiv stehen müssen, um das Pfullinger Kreisläuferspiel zu unterbinden, haben dabei vielleicht etwas die Außen vernachlässigt“, erklärte Löhr. „Spielerisch allein würden wir das nicht lösen, wir würden das nur über den Kampf gewinnen und dafür wollten alle 120 Prozent geben.“ Vorne wurde dafür eine Marschroute mit zwei Kreisläufern eingeschlagen.

Die wurde auch beibehalten, als Fernow zur doppelten Manndeckung überging, zusätzlich noch Lukas Sauer an die kurze Leine nehmen ließ. So setzten sich zum Beispiel beim 29:27 Lino Messerschmidt und Niklas Krämer gegenseitig in Szene. Alle sorgten dafür, dass der Sieg über die Zeit gebracht wurde. „Wir haben eine starke Teamleistung erbracht. In den schlimmen und schwierigen Phasen haben wir einen ruhigen Kopf bewahrt“, fasste auch Vize-Kapitän Simon Förch zusammen.

HG: Gabel, Unser; Barthelmeß, Messerschmidt (3), Rudolf, Förch (7), Zipf, L. Sauer (11/6), Krämer (2), Fritsch (2), A. Sauer (4), Fendrich (3), Körner.

VfL: Becker (2), Schlipphak; Schliedermann (4), Wittlinger (2), Mayer (1), Breckel (8), Keupp (3), Thiemann (5/3), Müller, Goller (1), Hertwig (2), Hiller (2).